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Klassischer Liberalismus: Vorbild für die Zukunft des Welthandels? Razeen Sallys Konzept einer Reform des Welthandels am Beginn des 21. Jahrhunderts

Studienarbeit 2010 85 Seiten

VWL - Außenhandelstheorie, Außenhandelspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Die Grundlagen des klassisch-liberalen Konzeptes des Welthandels
1. Die Grundannahmen des klassischen Liberalismus in der politischen Ökonomie
2. Die Vorbildrolle des Vereinigten Königreiches im Welthandel
3. Der Paradigmenwechsel im Welthandel im 20. Jahrhundert

II. Der klassisch-liberale Reformansatz für den Welthandel im 21. Jahrhundert nach Razeen Sally.
1. Anmerkungen Razeen Sallys zum Zustand des Welthandels
2. Die Reformvorschläge Razeen Sallys für das Welthandelsregime
3. Ein klassisch-liberales Konzept für die Zukunft der Welthandelsordnung

Fazit und Ausblick

Bibliographie

Einführung

„The WTO is beginning to look like a tragic example of ‘advance into decline’. Its birth looked like a mas­sive breakthrough, since it turned the GATT into the international organisation it was originally supposed to become, as the International Trade Organisation. Yet, in practice, the more institutionalised and comprehen­sive the trading system has become, the less effective it has also risked becoming, notably at the old business of trade liberalisation.”[1]

Diese Einschätzung des Zustandes des Welthandelsregimes durch den britischen Wirtschaftsjournalisten Martin Wolf fasst im Jahre 2009 die enttäuschten Hoffnungen und die Ernüchterung vieler Fachleute und Beobachter über die Entwicklung dieses Internationalen Regimes am Beginn des 21. Jahrhunderts zusammen. Nach der Gründung der Welthandelsorganisation – World Trade Organisation (WTO) – sind allenthalben große Erwartungen verbunden worden, dieses neue Regime könne durch offene Märkte, dem Prinzip der Nichtdiskriminierung und einer glaubwürdig einklagbaren Rechtsgrundlage für den Handel seiner Mitglieder, deren nationale Wohlfahrt weiter stärken und damit zur Steigerung des wirtschaftlichen Wohlstandes und der Sicherung einer stabilen und friedlichen internationalen Ordnung weltweit beitragen. Diese hehre Zielsetzung der WTO ist am Ende der ersten Dekade des neuen Jahrtausends scheinbar in weite Ferne gerückt: Der Ruf nach Reform und Anpassung des Welthandelsregimes und der Welthandelsordnung insgesamt an neue Gegebenheiten wird lauter.[2]

Zunächst sei daran erinnert, dass die 1995 neugeschaffene Institution der WTO Erbin des ihr fürderhin eingegliederten General Agreement on Tariffs and Trade (GATT) ist, welches seit dem Jahre 1948 als provisorische Vertragsgrundlage – nicht als Internationale Organisation – für den Welthandel gedient hat.[3] Wiewohl diesem der institutionelle Rahmen fehlt, gelingt es den Vertragsparteien den in der Präambel des GATT definierten Zielsetzungen schrittweise näher zu kommen, zu denen die Hebung des Lebensstandards, Vollbeschäftigung, ein stetig wachsendes Realeinkommen und Anwachsen der effektiven Nachfrage, sowie die Nutzung der weltweiten Rohstoffe und die Ausweitung der Güterproduktion und deren Austauschs zwischen den Vertragsparteien zählen.[4] Der Abbau von Handelsschranken bedeutet jedoch nicht, dass ein vollkommen freier Welthandel als Fernziel der Bemühungen fixiert wird. „This continues under the WTO. Thus, contrary to popular belief, the formal objective of the WTO is not free trade. Trade is a means to achieve the objectives listed in the Preamble, not an end in itself.”[5]

Die Schaffung der WTO hebt die internationale Kooperation zur Regelung des Welthandels nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes auf eine neue Ebene. Mit ihrer Gründung geben die Signatarsstaaten dem Welthandelsregime nicht nur die bislang fehlende institutionelle Struktur, sondern erweitern auch dessen Handlungsrahmen grundlegend.[6] Dem GATT-Abkommen werden zwei weitere hinzugefügt, die neben dem Güterhandel auch den Handel mit Dienstleistungen und die Problematik des geistigen Eigentums als Kern haben.[7]

Die WTO will damit nicht nur die Erfolgsgeschichte des GATT fortsetzen, in dessen Rahmen es einerseits im Laufe der Jahre effektiv gelungen ist den weltweiten Güterhandel zu liberalisieren und andererseits ein zuverlässiges System internationalen Rechts zu etablieren.[8] Die neue Vertragsgrundlage stellt vielmehr eine ambitionierte erweiterte Tagesordnung für das Welthandelsregime dar, mit neuen ihm zugedachten Wirkungsfeldern und daraus resultierenden komplexeren Aufgabenbereichen sowie Herausforderungen, die seinen Mitgliedern durch veränderte internationale Gegebenheiten und dem weiter fortschreitenden Phänomen der Globalisierung erwachsen.

„Three trends go a significant way toward explaining the challenges now facing the WTO and the multilateral trading system: (1) the increasing participation of developing countries in the GATT and the WTO; (2) the growing attention of multilateral trade negotiators to barriers to trade behind national borders; and (3) the increasing influence both over the multilateral trade agenda and over the trade policies of key industrial countries of networks of civil society groups.”[9]

Welthandelsexperten sind sich angesichts dieser Bewährungsproben einig, dass die WTO in vielerlei Hinsicht an den Erfolgen der Vergangenheit (Martin Wolf) leide, die bei ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit unrealistische Erwartungen und Einschätzungen ihres Potenzials, ihrer Handlungsfähigkeit und ihrer Belastbarkeit nähren. Erstmals sichtbar wird diese Problematik im Jahre 1999 beim WTO-Ministertreffen in Seattle, das unter dem lautstarken Protest radikaler Gegner des Welthandelsregimes, vor allem aber dem tiefgehenden Dissens der Mitgliedsstaaten über die Agenda einer neuen Welthandelsrunde (round of multilateral trade negotiations) scheitert. Zwei Jahre darauf gelingt es die aktuelle Handelsrunde in Katars Hauptstadt Doha zu beginnen, deren Ziel nicht nur die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der WTO, sondern auch ein greifbarer Fortschritt für die Position der Entwicklungsländer im Welthandel ist.[10] Das Bonmot des ehemaligen WTO-Generaldirektors Michael Moore, die WTO habe 144 Handbremsen, aber nur ein Gaspedal, das nur bei Konsens betätigt werden könne[11], ist im Rahmen dieser Verhandlungen schnell zur Realität geworden, als diese bereits kurz nach ihrer Lancierung ins Stocken geraten und bis dato nicht zu einem Abschluss gebracht sind.

Der ausbleibende durchschlagende Erfolg der „Doha-Runde“ verstärkt indes den Krisendiskurs hinsichtlich der Zukunft der Welthandelsordnung, der bereits seit Seattle an Fahrt gewinnt und fortdauert, wie unter anderem die kontinuierlich wachsende wissenschaftliche Literatur zu dieser Thematik eindrücklich unter Beweis stellt.[12] Für manchen Beobachter hat die WTO gar ihren Zenit überschritten und das Vertrauen in ein internationales multilaterales Handelssystem verspielt.[13] Die internen und externen Kritikpunkte an der Funktionsweise und den Ergebnissen des Welthandelsregimes sind dabei mannigfach und je nach Gesinnung oftmals gegenläufig:[14]

„First, the WTO’s growing membership hinders expeditious decision-making versus WTO decision-making is undemocratic. Second, the North has dominated trade decision-making versus the North is providing inadequate leadership in the WTO. Third, the WTO is too powerful versus the WTO lacks authority to effectively perform its functions.”[15]

Die Fülle der angesprochenen Fragen illustriert dabei repräsentativ das Dilemma aller internationalen bzw. regionalen Institutionen, die sich mit einer wachsenden Erwartungs– und Anspruchshaltung konfrontiert sehen, ohne die dafür notwendige strukturelle Konfiguration zu besitzen.[16]

Vor dem Hintergrund des offensichtlichen Reformbedarfs globaler multilateraler Kooperation ist besonders im Hinblick auf die Reformdebatten im Bezug auf das Welthandelsregime ein Festhalten an den Grundprämissen der in der unmittelbaren Nachkriegszeit festgelegten Funktionsweisen auffällig.[17] Selbige sind Ausdruck eines Kompromisses zwischen einer liberalen Weltwirtschaftsordnung einerseits und der angenommenen Notwendigkeit, deren Legitimität durch politische Korrekturmaßnahmen – sprich Interventionismus – in der nationalen Wirtschaftspolitik zu sichern andererseits; kurz, dem sogenannten Prinzip des „embedded liberalism“.[18]

Diese Annahmen spiegeln sich im Falle des Welthandelsregimes in theoretischer Hinsicht in der Zusammenführung zweier Strömungen der liberalen Schule der Internationalen Politischen Ökonomie (IPÖ) wider, die sich einerseits aus den Prämissen der neoklassischen rational-choice -Theorie der Wirtschaftswissenschaften und andererseits denen des neoliberalen Institutionalismus speisen.[19]

Gerade Vertreter letzterer in der IPÖ, wie John G. Ruggie oder Robert O. Keohane, betonen die der WTO inhärenten Prinzipien der negotiated cooperation zwischen den Vertragsparteien und der reciprocity, die gemeinsam das Herzstück des „liberalism from above“ (Razeen Sally) bilden, der bis heute den Charakter des Welthandelsregimes ausmacht. Für die Befürworter dieser Vorgehensweise sind die genannten Prämissen im Interesse einer stabilen, das heißt wachstumsförderlichen und friedlichen Ordnung einer interdependenten Weltwirtschaft unerlässlich.[20]

Der britische Politik- und Wirtschaftswissenschaftler Razeen Sally[21], der in der Tradition der britischen Ausprägung der IPÖ steht, stellt hingegen den beiden erwähnten liberalen Strömungen in seinem Werk „Classical Liberalism and International Economic Order“ eine dritte gegenüber, den sogenannten classical liberalism. Damit greift er auf den klassischen Liberalismus der politischen Ökonomie zurück, wie er sich seit dem 18. Jahrhundert entwickelt hat. Seine klassisch-liberalen Prämissen der IPÖ finden damit ihren Ursprung in den klassischen Werken der britischen politischen Ökonomie des 18. Jahrhunderts, beispielhaft vertreten durch Adam Smith und David Hume. Sie haben ihre Fortsetzung bei Jacob Viner, Friedrich August von Hayek, Jan Tumlir aber auch den Vertretern des deutschen Ordoliberalismus. Selbstredend sind diese Beiträge zur IPÖ vor dem Hintergrund der größeren ideengeschichtlichen Entwicklung des klassischen Liberalismus zu betrachten, wie dieser seit dem 17. Jahrhundert – vor allem durch die Philosophie John Lockes – gewachsen ist. Diese theoretischen Fundamente bilden die Grundlage der 2008 veröffentlichten Fundamentalkritik Razeen Sallys an den Funktions- und Herangehensweisen des bestehenden Welthandelsregimes, genauso wie für seine darin vorgebrachten Vorschläge einer grundsätzlichen Neuorientierung der Welthandelsordnung im Sinne der Verwirklichung eines der WTO bis dato fremden Zieles: des Freihandelsgedankens im Sinne des klassischen Liberalismus.[22]

Die vorliegende Untersuchung verfolgt vor diesem Hintergrund ein doppeltes Erkenntnisinteresse: Zunächst soll in die ideengeschichtlich-theoretische Ausgangsprämisse der Arbeiten Razeen Sallys – den klassischen Liberalismus in der politischen Ökonomie – Einblick gewonnen werden, damit in einem zweiten Schritt die daraus folgenden Anmerkungen und Vorschläge Sallys zur Zukunft des Welthandels, wie er sie in seinem Werk „New Frontiers in Free Trade“ darstellt, erläutert und eingeordnet werden können. Angesichts der konstatierten Krise der multilateralen Welthandelsordnung stellt sich im Rahmen dieser Betrachtungen die Frage, inwieweit der von Sally verfochtene klassisch-liberale Freihandelsgedanke britischer Provenienz einen Weg in die Zukunft für das liberale System des Welthandels bieten kann.

In einem ersten Kapitel wird in diesem Sinne auf die Grundlagen des klassischen Liberalismus eingegangen, die oftmals dargestellt wird als „an anachronism, an intellectual curiosum of the past, too minimalist and simpliste to be of relevance to the awesomely complex world of today.“[23] Daran anschließend erscheint es notwendig auf die historische Entwicklung der Etablierung des classical liberalism zurückzugreifen, wie er im Vereinigten Königreich des 18. Jahrhunderts entsteht und im Laufe der Jahre die dominierende politikökonomische Kraft des Britischen Weltreiches wird. Der bereits erwähnte embedded liberalism stellt den Abschluss der Ausführungen des ersten Kapitels dar, insofern dieser Paradigmenwechsel entscheidend für das Verständnis des heutigen Welthandelssystems und der Kritik Sallys an selbigem ist.

Das zweite Kapitel thematisiert zunächst die Unzulänglichkeiten des multilateralen Welthandels zu Beginn des 21. Jahrhunderts aus der Sicht Razeen Sallys, um im Anschluss einerseits seine Reformvorschläge für das Welthandelsregime, sprich die WTO, und danach sein klassisch-liberal geprägtes Konzept für die Zukunft der Welthandelsordnung zu skizzieren. Im Fazit sollen abschließend die Besonderheiten der Argumentation Sallys noch einmal unterstrichen sowie ihr Potenzial für die Zukunft des multilateralen Welthandels hinterfragt werden.

I. Die Grundlagen des klassisch-liberalen Konzeptes des Welthandels

Die IPÖ ist eine erst im Laufe der 1960er Jahre konsequent vorangetriebene Disziplin der IB, die sich seither jedoch nachhaltig etabliert hat. Sie verbindet sozialwissenschaftliche – namentlich politikwissenschaftliche – Expertise mit wirtschaftswissenschaftlichen Analysen. Ihre theoretischen Richtungen unterteilen sich in die liberale, die realistische und die marxistische Schule, wobei diese sich erneut in verschiedene Strömungen gliedern lassen. Heute wird besonders auf die Bedeutung des Unterschiedes zwischen der US-amerikanischen und der britischen Tradition der IPÖ verwiesen, wobei erstere stark positivistisch, letztere eher hermeneutisch geprägt ist.[24]

Wie einleitend bereits erwähnt, besteht Razeen Sallys Neuerung in der IPÖ darin, den classical liberalism als eine dritte Strömung ihrer liberalen Schule zu identifizieren, umfassend historisch-theoretisch aufzuarbeiten und ihre Aussagekraft für aktuelle Fragestellungen der IPÖ wieder ins Gedächtnis der Wissenschaft zu rufen, die den klassischen Liberalismus seit Ende des 19. Jahrhunderts – mit ehrenwerten Ausnahmen wie Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek – lange Zeit vernachlässigt hat. Gleichzeitig will er den klassischen Liberalismus von anderen liberalen Strömungen in der Theorie der IB klar abgrenzen, allen voran dem neoliberalen Institutionalismus, aber auch Entwicklungen wie des Neuen Liberalismus.[25]

„At a time when there is so much background noise, popular and otherwise, on the state of the international economic order (…), it is high time, with the aid of Hume, Smith, Viner, Röpke, Tumlir and others, to reconstruct and set out a classical liberal perspective on international economic order. To be worth the effort, the latter should have a distinctive message and strike a different note to the conventional ‘liberal’ treatments of the same subject.”[26]

Dem theoretisch-wissenschaftlichen Interesse ordnet Sally also das Ziel bei, der klassische Liberalismus solle als alternativer Handlungsleitfaden – oder in seinen Worten, als „searchlight on modern policy“ – in den heutigen Herausforderungen der internationalen Wirtschaftsordnung dienen. Nicht zuletzt geht es ihm dabei aber auch um einen Beitrag zur ewig jungen normativen Frage nach der besten politischen und ökonomischen Ordnung einer Gesellschaft.

Das vorliegende erste Kapitel wird daher zunächst den Spuren des klassischen Liberalismus in der politischen Ökonomie folgen um in einem zweiten Abschnitt zu skizzieren, wie diese Annahmen zur Grundlage für das Wirtschaftssystem des Britischen Weltreiches im 19. Jahrhundert werden konnten, welches als idealtypische Ausformung dieser Überzeugungen gelten kann. Abschließend soll der Niedergang des Einflusses des classical liberalism und der Aufstieg einer neuen dominierenden Grundprämisse der Weltwirtschaftsordnung dargestellt werden.

1. Die Grundannahmen des klassischen Liberalismus in der politischen Ökonomie

Am Beginn der vorliegenden Ausführungen sei bemerkt, dass bei der Betrachtung der Grundannahmen des classical liberalism zu beachten ist, dass seine schottischen Vordenker bei ihren Überlegungen zu allererst die nationale politische Ökonomie und Ordnung im Sinn gehabt haben. Das Verständnis selbiger ist aber in klassisch-liberaler Sicht unabdingbar für Rückschlüsse auf die internationale Ordnung, die am Ende dieser Ausführungen kurz dargestellt werden sollen. Der klassische Liberalismus muss desweiteren stets im Vergleich zu den späteren Ausprägungen des Liberalismus gesehen werden, da er teils gerade in seinem Gegensatz zu diesen an Bedeutung und Erklärungspotenzial gewinnt.[27]

Im Folgenden wird versucht den wichtigsten Grundprämissen des klassischen Liberalismus[28] nachzugehen, wobei zunächst auf dessen Herzstück eingegangen wird, die alles überstrahlende Betonung, die er der Freiheit des Individuums zumisst:

„At bottom, what distinguishes from all others that form of societal order which classical liberals maintain best for all human beings is the magnitude of the measure of liberty which it accords its sane adult members. This form of polity uniquely grants them the liberty to do whatever they want, provided no one but, at most, themselves is harmed by their doing it.”[29]

[...]


[1] Martin WOLF: Does the trading system have a future? (Jan Tumlir Policy Essays Nr. 1/2009); in: http://www.ecipe.org/publications/jan-tumlir-policy-essays/does-the-trading-system-have-a-future/PDF (aufgerufen am 16. August 2010).

[2] Beispielhaft seien folgende aktuelle Beiträge genannt: Thomas COTTIER: Preparing For Structural Reform in the WTO; in: http://www.wto.org/english/forums_e/public_forum_e/structural_reform_of_the_wto_cottier.pdf (aufgerufen am 16. August 2010). Uri DADUSH: WTO Reform – The Time to Start is Now; in: http://carnegieendowment.org/files/WTO_reform.pdf (aufgerufen am 16. August 2010). Aaditya MATTOO & Arvind SUBRAMANIAN: From Doha to the Next Bretton Woods; in: FOREIGN AFFAIRS 1/ 2009; S. 15-26. Valentin ZAHRNT: Eine Prise Reformeifer für die WTO; in: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 8. April 2009.

[3] Die eigentlich im Zusammenhang der internationalen institutionellen Neuordnungen nach dem Zweiten Weltkrieg geplante Internationale Handelsorganisation (ITO), die den Beschlüssen zur Regelung des Welthandels - der sogenannten Charta von Havanna - einen institutionellen Rahmen geben sollte, scheitert im Dezember 1950 am Widerstand des US-Kongresses. Das parallel zu den ITO-Beratungen ausgehandelte GATT-Abkommen tritt zum 1. Januar 1948 provisorisch bis zu einer eventuellen Ratifikation der ITO in Kraft.

[4] Vgl. World Trade Organisation: The General Agreement on Tariffs and Trade; in: http://www.wto.org/english/docs_e/legal_e/gatt47_e.pdf (aufgerufen am 16. August 2010).

[5] Bernard M. HOEKMAN & Petros C. MAVROIDIS: The World Trade Organization – Law, economics, and politics; Abingdon 2007; S. 14.

[6] Für eine detaillierte Analyse der diversen Aufgaben und Handlungsfelder der WTO siehe: HOEKMAN & MAVROIDIS 2007. Ebenfalls: Valentin ZAHRNT: Die Zukunft globalen Regierens – Herausforderungen und Reformen am Beispiel der WTO; Stuttgart 2005. Douglas A. IRWIN: Free Trade Under Fire; Princeton 22005; S. 203-253.

[7] Das General Agreement on Trade in Services (GATS) im Dienstleistungsbereich und das Agreement on Trade-related Intellectual Property Rights (TRIPS) für Belange des geistigen Eigentums. Neben dieser thematischen Erweiterung ändert sich die Qualität der multilateralen Kooperation im Rahmen der WTO, wobei die Weiterentwicklung der Schiedsgerichtsbarkeit, des dispute settlement system, die wohl wichtigste Neuerung darstellt, da verschiedene Defizite dieses graduell gewachsenen Mechanismus so behoben werden und ein einmaliges System internationaler Streitschlichtung entsteht, das die WTO zur „most powerful international juridicial institution in the world“ (JACKSON 2008) macht.

[8] Vgl. Martin WOLF: What the world needs from the multilateral trading system; in: Gary P. SAMPSON (Hrsg.): The Role of the World Trade Organization in Global Governance; New York 2001; S. 184f.

[9] Peter D. SUTHERLAND, John SEWELL & David WEINER: Challenges facing the WTO and policies to address global governance; in: Gary P. SAMPSON (Hrsg.): The Role of the World Trade Organization in Global Governance; New York 2001; S. 85.

[10] Daneben stehen sechs weitreichende Themen zur Verhandlung an: Liberalisierung der Landwirtschaft, Marktzugang nichtagrarischer Produkte, Dienstleistungen, die „Singapur Themen“ (Transparenz, Handelserleichterungen, internationales Investment und Wettbewerbspolitik), Fragen zu geistigem Eigentum und entwicklungspolitische Fragen. Nähere Ausführungen zur Doha-Runde finden sich u. a. bei: Razeen SALLY: Whither the world trading system? – Trade policy reform, the WTO and prospects for the New Round; Braamfontein 2003.

[11] Vgl. Michael MOORE: A World Without Walls – Freedom, Development, Free Trade and Global Governance; Cambridge 2003; S. 110.

[12] Ausgewählte neuere Beispiele hierfür sind: Amir Ullah KHAN & Debashis CHAKRABORTY: The WTO Deadlocked – Understanding the Dynamics of International Trade; Neu Dehli 2008. Razeen SALLY: New Frontiers in Free Trade – Globalization’s Future and Asia’s Rising Role; Washington DC 2008. David A. DEESE: World Trade Politics – Power, Principles, and Leadership; Abingdon 2008. Eberhard BOHNE: The World Trade Organization – Institutional Development and Reform; Basingstoke 2010. Kent JONES: The Doha Blues – Institutional Crisis and Reform in the WTO; Oxford 2010.

[13] Rawi ABDELAL & Adam SEGAL: Has Globalization Passed Its Peak?; in: FOREIGN AFFAIRS 1/2007; S. 106.

[14] Die diskutierten Streitfragen lassen sich beliebig erweitern um Themen wie Umwelt, die Menschen- und Arbeitnehmerrechte, die Problematik der Unterstützung von Entwicklungsländern bei ihrer Integration in die Weltwirtschaft, die Rolle der WTO in der Globalisierung, die Globalisierung – wie auch immer sie von den diversen Gruppen definiert wird – im Allgemeinen und noch manches mehr.

[15] Theodore H. COHN: The World Trade Organization and Global Governance; in: Simon LEE & Stephen MCBRIDE (Hrsg.): Neo-Liberalism, State Power and Global Governance; Dordrecht 2007; S. 201.

[16] Vgl. Peter D. SUTHERLAND, John SEWELL & David WEINER: Challenges facing the WTO and policies to address global governance; in: Gary P. SAMPSON (Hrsg.): The Role of the World Trade Organization in Global Governance; New York 2001; S. 105f.

[17] Vgl. dazu beispielsweise die Beiträge in: Gary P. SAMPSON (Hrsg.): The WTO and Global Governance – Future Directions; New York 2008. Ebenfalls: BOHNE 2010.

[18] Nähere Ausführungen hierzu bei: John G. RUGGIE: International Regimes, Transactions, and Change – Embedded Liberalism in the Postwar Economic Order; in: INTERNATIONAL ORGANIZATION 2/1982; S. 379-415 (auch verfügbar unter: http://www.wto.org/english/forums_e/public_forum_e/ruggie_embedded_liberalism.pdf).

[19] Razeen SALLY: Classical Liberalism and International Economic Order; London 1998; S. 177-184.

[20] Vgl. dazu näher: Robert O. KEOHANE: After Hegemony – Cooperation and Discord in the World Political Economy; Princeton 1984. John G. RUGGIE (Hrsg.): Multilateralism Matters – The Theory and Praxis of an Institutional Form; New York 1993.

[21] Dr. Razeen Sally ist Direktor des European Centre for International Political Economy (ECIPE) in Brüssel und seit 1993 Dozent an der London School of Economics and Political Science. Desweiteren ist Sally Senior Research Associate am South African Institute of International Affairs in Johannesburg. In den vergangenen Jahren war er Gastprofessor am Institut d’Etudes Politiques de Paris, Senior Visiting Research Fellow am Institute of Southeast Asian Studies in Singapur und Direktor für Handelspolitik am Commonwealth Business Council in London. Er ist Mitglied des Academic Advisory Council des Institute of Economic Affairs in London und des Advisory Board des Cato Centre for Trade Policy Studies in Washington D.C.

[22] Vgl. SALLY 2008; S. 2.

[23] Razeen SALLY: New Frontiers in Free Trade – Globalization’s Future and Asia’s Rising Role; Washington DC 2008; S. 178.

[24] Eine detaillierte Darstellung der IPÖ findet sich bei: John RAVENHILL: Global Political Economy; Oxford 2005. Benjamin COHEN: International Political Economy – An Intellectual History; Princeton 2008.

[25] Siehe zur Thematik des neoliberalen Institutionalismus: Arthur A. STEIN: Neoliberal Institutionalism; in: Christian REUS-SMIT & Duncan SNIDAL (Hrsg.): The Oxford Handbook of International Relations; Oxford 2008; S. 201-221. Zur Thematik des Neuen Liberalismus in den IB: Siegfried SCHIEDER: Neuer Liberalismus; in: Siegfried SCHIEDER & Manuela SPINDLER (Hrsg.): Theorien der Internationalen Beziehungen; Opladen 22006; S. 175-212.

[26] SALLY 1998; S. 5.

[27] Einen umfassenden Vergleich zwischen klassischem Liberalismus und neueren liberalen Strömungen bietet: David A. CONWAY: Classical Liberalism – The Unvanquished Ideal; Basingstoke 1998.

[28] Die Ausführungen dieses Unterkapitels basieren in gleichem Maß auf den Erläuterungen Razeen Sallys im zweiten Kapitel seines Grundlagenwerkes über den classical liberalism, auf der Lektüre ausgewählter Klassiker dieser Denkschule und der konzisen zusammenfassenden Darstellung der wichtigsten Elemente der Philosophie des klassischen Liberalismus bei: Edwin van de HAAR: Classical Liberalism and International Relations Theory – Hume, Smith, Mises, and Hayek; Basingstoke 2009; S. 17-40.

[29] CONWAY 1998; S. 8.

Details

Seiten
85
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783863415778
Dateigröße
682 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296492
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1
Schlagworte
Welthandel Liberalismus Razeen Sally WTO Reform

Autor

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