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Baseball / Tee-Ball in der Schule: Zur Verbesserung der Auge-Hand-Koordination

Examensarbeit 2011 78 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

2 Sensomotorik

Die Sensomotorik beinhaltet Wechselbeziehungen von sensorischen und motorischen Leistungen. Somit bildet sie die Grundlage aller Bewegungen und beschreibt die Aufnahme und die Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen sowie die daraus resultierenden Reaktionen der Muskulatur bzw. des Bewegungsapparats. Unter Sensomotorik versteht man also die Steuerung und Kontrolle der Bewegungsabläufe aufgrund von Sinnesrückmeldungen zum Gehirn. Wahrnehmung eines Reizes und entsprechende Reaktionen stehen im direkten Zusammenhang, wobei diese Prozesse parallel verlaufen. Beim Autofahren werden zum Beispiel visuelle und akustische Eindrücke mit gezielten Fuß- und Armbewegungen verbunden.[1]

Sensomotorische Leistungsfähigkeit spielt eine große Rolle im Bewegungslernen und Aneignen sportmotorischer Techniken. Vor allem, wenn schnelle Bewegungsabläufe notwendig sind.[2]

Eine Schlüsselfunktion nehmen Wahrnehmungsleistungen hinsichtlich der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen aus der Umwelt ein. Jede neue Situation muss zuerst mit Hilfe der Sinnesorgane erfasst und an das Zentralnervensystem weitergeleitet werden, bevor sinnvolle motorische Handlungen folgen können. Das wichtigste menschliche Informationsorgan ist das Auge. Über dieses Sinnessystem wird der weitaus größte Teil der von außen kommenden Informationen wahrgenommen.[3]

2.1 Visuomotorik (Auge-Hand-Koordination)

Die Visuomotorik ist ein Teilgebiet der Sensomotorik und umfasst unter anderem die Auge-Hand-Koordination. Sie bezeichnet das Zusammenspiel der visuellen Wahrnehmung und des Bewegungsapparates, was eine komplexe Aufgabe des Gehirns darstellt, die unbewusst abläuft.[4]

Nahezu jede Bewegung wird sensorisch über den optischen Sinn kontrolliert. Um die Durchführung motorischer Handlungen zielgerichtet zu ermöglichen, muss durch die Wahrnehmung ein Modell der Umwelt konstruiert werden. Dabei wird beispielsweise ein Zielobjekt ausgewählt, mit den Augen anvisiert und ein motorisches Signal an die Muskeln weitergeleitet, um das Objekt aufzuheben oder anzufassen. Wie ein solches motorisches Signal aussehen muss, damit sich die Muskeln entsprechend zielgerichtet bewegen, hat man im Laufe des Lebens durch die visuelle Kontrolle gelernt. Der Mensch verlässt sich in hohem Maße auf seine optische Wahrnehmung und steuert sich ständig über das visuelle Feedback seiner Handlung in der Umwelt, wodurch das visuomotorische Kontrollsystem fortwährend aktiv ist. Dieses Kontrollsystem ist nicht statisch, sondern muss erst erlernt werden.[5]

Schon früh übt das Kleinkind die Auge-Hand-Koordination. Es greift nach Spielgegenständen, zieht diese an sich heran oder wirft sie wieder fort. Diese Bewegungen sind zu Beginn ungelenk, d.h. abgehackt, unharmonisch und zum Teil auch richtungsgestört. In dieser Phase lernen und üben Kleinkinder den Zusammenhang zwischen visueller Wahrnehmung des eigenen Körpers und motorischer Bewegung.[6]

Ein gut funktionierendes Wahrnehmungssystem kann als Voraussetzung für die Auseinandersetzung des Kindes mit der Umwelt betrachtet werden. Zwar sind die meisten Menschen von Geburt an mit einer durchschnittlich guten Fähigkeit zur Wahrnehmung ausgestattet, diese Grundfähigkeit muss jedoch vor allem in der Kindheit durch beständige Anpassung an Dinge, Anforderungen und Situationen geübt werden. Je vielfältiger sensorische, speziell visuomotorische Funktionen geübt werden, umso sicherer werden Kinder in ihren Bewegungen und umso besser gelingt es ihnen, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden.[7]

Das visuomotorische System muss ständig Veränderungen der motorischen Eigenschaften kompensieren. Diese Flexibilität ermöglicht es, sich an das Wachstum des Körpers anzupassen.[8]

Beispiele für ein grobmotorisches Zusammenspiel von Hand und Auge sind Bälle in ein Ziel zu werfen oder einen Ball im Gehen zu prellen. Feinmotorische Beispiele der Visuomotorik sind unter anderem Zeichnen und Schreiben.[9]

2.2 Bedeutung der Auge-Hand-Koordination beim Tee-Ball

Beim Tee-Ball muss ein Ball mit den Händen gefangen, geworfen oder mit einem Spielgerät geschlagen werden. Diese Spieltechniken verlangen ein Zusammenspiel von Auge und Hand. Beim Tee-Ball müssen die Fielders in jeder Spielsituation den Ball visualisieren, um daraus ihre Handlungen bzw. Bewegungen ableiten zu können.

Zum Beispiel beim Fangen des Balles sind das Erkennen und das Fangen des Balles jeweils Teilaspekte der visuomotorischen Leistung. Es müssen die Position, die Bewegungsrichtung und die Geschwindigkeit des Balles erkannt werden. Um ihn zu fangen, muss die Körperbewegung koordiniert und der Weg sowie die günstigsten Muskelbewegungen dazu berechnet werden.[10]

Bei einer zielgerichteten Wurfbewegung muss zuerst erfasst werden, wo der Mit­spieler steht, zu dem der Ball fliegen soll. Erst dann kann die dazu notwendige Arm­bewegung, die eine Ganzkörperbewegung mit einschließt, durchgeführt werden.

Beim Schlagen des Balles mit einem Baseballschläger ist eine gute Auge-Hand-Koordination Vorraussetzung für das Treffen des Balles. Der Ball muss mit den Augen fixiert werden, während die Arme den Schläger zum Ball führen. Somit ist die Auge-Hand-Koordination eine Schlüsselqualifikation für einen guten Spieler.[11]

2.3 Visuomotorische Koordinationsschulung beim Tee-Ball

Nach ROTH setzt sich die Grundformel der Koordinationsschulung aus drei Bereichen zusammen:

Abb.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Werfen, Fangen und Schlagen stellen beim Tee-Ball die einfachen Fertigkeiten dar, d.h. von den Schülern beherrschte motorische Fertigkeiten. Diese werden mit feinmotorischen (efferenten) und visuellen (afferenten) Anforderungen gekoppelt. Außerdem werden verschiedene Druckbedingungen hinzugefügt, um eine Verbesserung der Koordination zu erreichen. Koordinationsübungen nach dieser methodischen Formel sollten fester Bestandteil im Sport sein, wie beispielsweise im Aufwärmprogramm oder als Hauptinhalt.[12]

3 Vermittlungskonzept

Seit mehr als 40 Jahren gibt es in der sportwissenschaftlichen Literatur anregende Diskussionen darüber, welcher Weg der Richtige ist, um Sportspiele zu vermitteln. Die elementarhaft-synthetische (Zergliederungsmethode) und die ganzheitlich-analytische (Konfrontationsmethode) Methodenkonzeption sind zwei der bekanntesten Konzeptionen.[13]

Diese beiden Vermittlungsmethoden werden jedoch von DIETRICH (2007) für den Schulsportunterricht für unzureichend gehalten. Er erachtet die Grundsätze beider Konzepte für sinnvoll und hat aus diesem Grund das spielgemäße Konzept entwickelt, welches beide Methoden vereinen soll. In Anlehnung an GÖRGNER (1998) bietet dieses sich zur Einführung von Softball und Tee-Ball an. Im Lehrplan Sport der Sekundarstufe I des Landes Rheinland-Pfalz wird ebenfalls aufgeführt, dass spielgemäße Konzeptionen, die vorrangig auf spielnahe Situationen zurückgreifen und Spiel- und Übungsformen verbinden, sich für die Erarbeitung der Ziele als besonders geeignet erweisen.[14]

3.1 Das spielgemäße Konzept

Dieses Konzept soll die Grundsätze des Spielens von Anfang an und den langsamen Spielaufbau durch Aneinanderreihen vereinigen. Dabei wird versucht, die Nachteile der zuvor erläuterten Methoden zu umgehen, ohne auf die Vorteile verzichten zu müssen. Die wichtigste methodische Maßnahme ist dabei die Spielreihe, mit deren Hilfe Spielanfängern von Anfang an die Möglichkeit geboten wird, das Zielspiel in seiner Grundidee zu erfahren. Den Spielformen der Spielreihe liegt die gleiche Spielidee zugrunde, wobei diese methodisch nach Komplexität der Regeln und Techniken aufeinander aufgebaut werden und im Zielspiel enden. Bei Bedarf werden Übungsformen und -reihen aus der Spielreihe ausgegliedert, um motorische bzw. taktische Einzelheiten isoliert zu üben. Dabei wird das Üben als eine kurzfristige und unmittelbar auf das Spiel bezogene Handlung gesehen.[15]

Anschaulich betrachtet stellt die Spielreihe sozusagen die „Hauptstraße“ dar und die Übungsreihen die „Nebenstraßen“. Somit geht das spielgemäße Konzept stets von einer realen Spielsituation aus, welche nach den Voraussetzungen und dem Könnensstand der Lernenden weiterentwickelt werden kann. Dabei nimmt die Spielfähigkeit die wichtigste Rolle ein, wobei technische Fertigkeiten und taktische Grundverhaltensweisen situationsbezogen in Übungsreihen geschult werden können.[16]

Hieraus lassen sich folgende Vorteile des spielgemäßen Konzepts ableiten:

- Auch Anfänger können von Beginn an spielen.
- Die Spielformen werden altersgemäß angepasst und vereinfacht, wodurch eine Überforderung unterbunden wird.
- Das Lernen des Spiels erfolgt in kleinen Lernstufen, bei denen jeweils nur wenig verändert bzw. ergänzt wird.
- Nach einer intensiven Übungsphase wird direkt zur geschlossenen Spielhandlung zurückgekehrt. Dadurch erscheint das Üben für die Lernenden als lohnend und nicht als Selbstzweck.
- Technik und Taktik werden sinnvollerweise im Lernprozess nicht voneinander getrennt, sondern spielgemäß erlernt und dadurch das angemessene Handeln in Spielsituationen vermittelt.[17]

3.2 Spielgemäßes Konzept zur Einführung von Tee-Ball

Das spielgemäße Konzept eignet sich besonders gut zur Einführung von Tee-Ball oder weiterführend von Soft- bzw. Baseball. Gerade bei einer eher unbekannten Sportart ist das Verlangen der Schüler besonders groß endlich zu spielen. Jedoch kann man sie mit dem komplexen Spielablauf nicht direkt konfrontieren, da eine Vielzahl von Misserfolgen vorprogrammiert wäre.

Die Spielreihe zur Einführung von Tee-Ball beinhaltet verschiedene Spielformen. Die einfachste Spielform, die den Grundgedanken von Tee-Ball beinhaltet, ist Brennball. Diese Spielform ist den meisten Schülern bereits aus der Grundschule bekannt und dient somit als perfekter Einstieg in die Unterrichtseinheit. Die darauf aufbauenden Spielformen sind unter anderem Brennbaseball in unterschiedlichen Varianten sowie Tee-Ball mit vereinfachten Regeln.

Die einzelnen technischen Fertigkeiten wie Fangen, Werfen und Schlagen, müssen jedoch in Übungsformen und -reihen gesondert erarbeitet und geübt werden, da es sonst bei vielen Schülern zu einer Überforderung kommen könnte, was nicht Sinn und Zweck dieser Methode ist. Jedoch liegt der Schwerpunkt darin, in verschiedenen Spielformen zum Zielspiel zu gelangen und dabei die technischen Fertigkeiten und taktischen Grundverhaltensweisen zu festigen und zu verbessern.

II Planung der Unterrichtseinheit

1 Testverfahren

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, wird ein Eingangs- und Ausgangstest durchgeführt, damit am Ende der Unterrichtseinheit die Leitfrage überprüft werden kann. Bei diesem Test wird mit Hilfe einer Überprüfung der motorischen Fertigkeiten Werfen, Fangen und Schlagen die visuomotorische Leistungsfähigkeit getestet, da diese nicht direkt beobachtbar ist und somit nur aus beobachtbaren Indikatoren erschlossen werden kann.[18]

In Kapitel I 2.1 und 2.3 wurde bereits aufgeführt, dass diese motorischen Fertigkeiten von der Auge-Hand-Koordination abhängig sind. Am Ende der Unterrichtseinheit wird der gleiche Test erneut durchgeführt, wobei eine Veränderung der motorischen Fertigkeiten auf eine gleichzeitige Veränderung der visuomotorischen Leistungsfähigkeit schließen lässt. Eine Auswertung findet in der Schlussbetrachtung statt.

Der Test wird wie folgt durchgeführt. Es werden sechs Aufgaben gestellt, wobei man jeweils drei Versuche hat. Jeweils zwei zum Werfen, Fangen und Schlagen. Im Bereich Werfen und Schlagen gibt es ein statisches und ein dynamisches Ziel. Es wird immer derselbe Ball (Volley-Soft mit 16 cm Durchmesser) verwendet. Der Abstand von Ziel und Werfer bzw. Werfer und Fänger beträgt fünf Meter. Als Schläger dient ein Gymnastikstab von 1 m Länge.

Alle Aufgaben werden gemeinsam mit dem Lehrer durchgeführt, um eine möglichst hohe Reliabilität zu gewährleisten.

Werfen: - Zielwurf auf Markierungskegel (23 cm Höhe)

- Zielwurf auf rollenden Gymnastikball (53 cm Durchmesser)

Fangen: - Ball direkt auf Kopf-, Brust- oder Bauchhöhe

- Ball ca. 1 m vom Körper entfernt

Schlagen: - Ball wegschlagen, der auf dem Boden liegt

- Ball wegschlagen, der vom Boden abgeprallt ist

Die Aufgaben und die dazu verwendeten Geräte sind im Anhang mit Hilfe von Abb. 18 und 19 graphisch dargestellt.

2 Lernvoraussetzungen

2.1 Zusammensetzung und Gruppenstruktur

Die Klassen 7 der Realschule setzt sich aus 26 Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren zusammen. Die Klassen sind mir durch selbstständigen Sportunterricht seit Februar dieses Jahres bekannt. Der Sportunterricht umfasst in der siebten Klassenstufe zwei Stunden pro Woche. Dieser findet mittwochs in der siebten und achten Schulstunde statt.

Al ist im Februar 2011 neu an die Schule gekommen und hat sich gut in die Klassengemeinschaft eingefügt.

Ch hat Probleme seine Aggressionen zu kontrollieren. Er bekam dieses Schuljahr schon mehrfach Ärger wegen körperlicher Angriffe auf seine Mitschüler. Seitdem er Ritalin zu sich nimmt, schafft er es sich besser zu kontrollieren, muss aber stets unter Beobachtung bleiben. Bei unangebrachtem Verhalten muss er vom Unterricht ausgeschlossen werden.

Re hat ADHS. Er ist ein eher unauffälliger Schüler, der aber hinter dem Rücken des Lehrers gerne seine Mitschüler ärgert, woraufhin diese sich wehren. Er selbst nimmt dann die Position des „Opfers“ ein und behauptet, dass die Anderen Schuld seien. Er muss deshalb beobachtet und ggf. ermahnt werden.

Einige Schüler dieser Klasse sind in ihrer Freizeit in Sportvereinen. Ar, Ce, Da, Ma F., M, Cl und Dar spielen Fußball. To spielt Handball, Ma W. spielt Tennis, Re Tischtennis und An macht Taekwondo.

2.2 Entwicklungs- und Lernstand

Die bisherigen Sportunterrichtsstunden in diesem Schuljahr waren aus dem Bereich A (Gerätturnen / Leichtathletik), dem Bereich B (Volleyball / Handball). Seit der fünften Klassenstufe wurde in der Leichtathletik der Schlagballweitwurf, im Handball der Schlagwurf und in verschiedenen Ballsportarten das Fangen behandelt. Somit müssten beim Werfen und Fangen schon Vorkenntnisse vorhanden sein. Die Technik des Schlagens mit einem Sportgerät wurde nicht speziell im Sportunterricht behandelt, jedoch vereinzelt im Spiel BouncerBall angewandt. Somit ist das Schlagen beim Tee-Ball für alle Schüler eine neu zu erlernende Technik.

Aus den bisherigen Leistungen im Sportunterricht geht hervor, welche Schüler dieser Lerngruppe leistungsstark bzw. leistungsschwach sind. Zu den leistungsschwächeren Schülern zählen Ma D., Mo und At. Zu den leistungsstärksten gehören Ar, Ce, An, Ma F. und Da. Beim Eingangstest erreichten Ma F., Ar und Ce die besten Ergebnisse. Ma D., At, Al, Re und Mo hatten dahingegen sehr große Probleme.

2.3 Interaktion

Re, Ch, Da, Do, Dar und Ma W. sind oft unkonzentriert und lenken gerne andere Schüler vom Unterrichtsgeschehen ab. Sie müssen ggf. ermahnt werden oder kurzzeitig vom Unterricht ausgeschlossen werden.

Folgende Rituale sind eingeführt:

- Ein kurzer Pfiff bedeutet leise sein und aufmerksam zuhören.

- Zwei längere Pfiffe bedeuten in der Hallenmitte zusammenkommen.

Des Weiteren ist der Klasse die Methode der Schüler- und Lehrerdemonstrationen bekannt.

2.4 Lernklima

Das Leistungsbild innerhalb der Klasse ist heterogen und von einer durchschnittlichen Mitarbeitsbereitschaft geprägt. Bei spielerischen Übungen und bei Spielen mit Wettkampfcharakter sind die meisten Schüler eher motiviert mitzuarbeiten. Des Öfteren versuchen jedoch einzelne Schüler den Unterricht durch Meckern und Nörgeln zu beeinflussen, was vom Lehrer durch Sanktionen unterbunden wird. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet, wobei einige Schüler, wie zuvor erwähnt, noch ihre Grenzen bei der Lehrperson austesten.

2.5 Örtliche und materielle Gegebenheiten

Die Schule verfügt über drei Hallen, wobei Halle 3 mit ca. 18 x 36 Metern die größte ist. Außerdem ist direkt an den Schulhof anliegend ein Sportplatz mit einer Größe von ca. 90 x 60 Metern vorhanden. Für den Zeitraum zwischen Oster- und Sommerferien ist die Klasse in Halle 3 eingeteilt, jedoch wird bei gutem Wetter der Sportplatz auf Grund seiner Größe bevorzugt.

Das Schulequipment für den Sportunterricht beinhaltet ein komplettes Tee-Ball-Set, welches aus folgenden Teilen besteht:

- 28 Gloves für die linke Hand (Handschuhe für Rechtshänder)
- 4 Gloves für die rechte Hand (Handschuhe für Linkshänder)
- Jeweils 2 Bats mit einer Länge von 78 und 87 cm (Schläger)
- 12 Tee-Balls (weiche Softbälle)
- 2 Batting Tees (Abschlagvorrichtungen)
- 1 Base-Set (4 Gummimatten)

3 Didaktische Reduktion

Wie am Thema der Unterrichtseinheit schon zu erkennen ist, erfolgte die stärkste didaktische Reduktion dadurch, dass Tee-Ball anstelle von Soft- bzw. Baseball gespielt wird. Diese Entscheidung wurde aus didaktischen Gründen, aber auch aus Sicherheitsaspekten getroffen, die hier jedoch nicht näher erläutert werden.

Eine weitere didaktische Reduktion, die ebenfalls auf Grund von Sicherheitsaspketen getroffen wurde, erfolgt durch Weglassen einer Spielregel. Dabei handelt es sich um das Tag Out, bei dem ein Spieler, der nicht in Kontakt mit einem Base steht, mit dem Ball in der Hand oder im Handschuh berührt wird und somit out ist. Auf diese Regel wird verzichtet, um Körperkontakt zu vermeiden. Bei einem versuchten Tag Out kann es sehr leicht zu starken Zusammenstößen kommen, was verhindert werden soll. Außerdem wird durch das Weglassen dieser Regel gleichzeitig der Schwerpunkt der Fielders auf das Werfen und Fangen gelenkt.

Ebenfalls aus Sicherheitsgründen wird bei der Einführung des Force Play das Double Base eingeführt, wodurch an jedem Base zwei Markierungen vorhanden sind. Eine für den Runner und eine für die Fielder, damit Zusammenstöße verhindert werden.

Die Regelung, dass bei einem Wurf eines Fielders ins Foul Territory das Spiel unterbrochen wird und alle Runner ein Base nach vorne rücken dürfen, entfällt ebenfalls. Diese Entscheidung wurde getroffen, um die Schüler zu zwingen den Ball kontrolliert zu werfen und sich beim Fangen anzustrengen.

4 Schwierigkeitsanalyse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Kapitel I 1.3 wurde bereits ausführlich über die Eignung von Tee-Ball als Schulsport geschrieben. Tee-Ball ist von den Anforderungen vergleichbar mit den Sportarten im Bereich B des Lehrplans Sport des Landes Rheinland-Pfalz. Bei den aufgeführten Sportarten ist es immer notwendig, dass die relevanten Spieltechniken erlernt und beherrscht werden. Des Weitern sollten verschiedene taktische Elemente sowie Spielsituationen durchgeführt und gefestigt werden. Dadurch verfügen die Schüler über eine gewisse Sachkompetenz, die sich aus den allgemeinen motorischen Grundlagen des Spiels entwickelt.

Im Bereich der Sachkompetenz werden beim Tee-Ball alle Bereiche angesprochen, da ohne diese eine ordnungsgemäße Durchführung nicht möglich wäre. Speziell die Kooperation und das Anerkennen von Regeln spielen eine große Rolle.

[...]


[1] Vgl. http://www.ergotherapie.org/2010/11/sensomotorik (Zugriff 27.04.11 / 10:32 Uhr)

[2] Vgl. Lange, 2010, S.262

[3] Vgl. Zimmer, 1999, S.64ff

[4] Vgl. http://www.ergotherapie.org/2010/12/visuo-motorik (Zugriff 27.04.11 / 12:11 Uhr)

[5] Vgl. Hoffmann, 2004, S.1

[6] Vgl. Mertens, 1999, S.102

[7] Vgl. Zimmer, 1999, S.64f

[8] Vgl. Hoffmann, 2004, S.1

[9] Vgl. http://www.ergotherapie.org/2010/12/visuo-motorik (Zugriff 27.04.11 / 12:11 Uhr)

[10] Vgl. http://www.ergotherapie.org/2010/12/visuo-motorik (Zugriff 27.04.11 / 12:11 Uhr)

[11] Vgl. Bull, 2006, S.68

[12] Vgl. Bielefelder Sportpädagogen, 2003, S.85ff

[13] Vgl. Dietrich, 2007, S.33ff

[14] Vgl. Lehrplan Sport RLP Sekundarstufe I, 1998, S.36

[15] Vgl. Dietrich, 2007, S.41ff

[16] Vgl. Söll, 2008, S.242f

[17] Vgl. Dietrich, 2007, S.43

[18] Vgl. Scheid, 2007, S.127

Details

Seiten
78
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783863419233
Dateigröße
4.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296828
Note
1,7
Schlagworte
Visuomotorik Sensomotorik Schulsport Unterrichtseinheit Didaktik Sport

Autor

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