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Analyse und/oder Spekulation? Der sowjetisch-chinesische Konflikt in der westdeutschen Presse am Beispiel des Grenzkonflikts am Ussuri im März 1969

Bachelorarbeit 2012 62 Seiten

Zusammenfassung

Zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China kam es im Laufe der Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges zu zahlreichen Konflikten an der etwa 5000km langen gemeinsamen Landgrenze. In erster Linie treten hier die Zwischenfälle am Grenzfluss Ussuri hervor. Im März 1969 kam es auf der Insel Zhenbao (russisch: Damanskij) mehrfach zu Gefechten zwischen russischen und chinesischen Grenzsoldaten.
Diese Gefechte sorgten auf der ganzen Welt für Schlagzeilen. Auch in der westdeutschen Presse wurden im März 1969 ausgiebig über sie berichtet und zahlreiche Spekulationen angestellt, denn verlässliche Informationen waren kaum bis gar nicht zu erhalten. Lediglich die sich widersprechenden Protestnoten der sowjetischen und chinesischen Regierungen boten Einblicke in die prekäre Situation am Ussuri: Gegenseitig beschuldigten sich die Staaten, den jeweils anderen in einen Hinterhalt gelockt zu haben. Dies veranlasste einige westdeutsche Journalisten dazu, über die Ausmaße eines eventuellen Krieges und dessen Bedeutung für die Welt, aber auch für Westdeutschland selbst zu spekulieren.
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den analytischen und/ oder spekulativen Darstellungen der Ereignisse vom März 1969 in ausgewählten Organen der westdeutschen Presse. Hierbei liegt ein Augenmerk auch auf der Untersuchung sprachlicher Mittel, die von den Journalisten verwendet wurden. Wenn Sebastian Haffner im Stern dem sowjetisch-chinesischen Konflikt aufgrund ideologischer Differenzen zwischen den beiden Staaten die „Gnadenlosigkeit eines Religionskrieges“ zuschreibt, so bleibt dies nicht ohne Wirkung auf den Leser. Weiterhin werden in diesem Buch Aspekte der Stereotypenforschung aufgegriffen. In den Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln werden sowohl die Sowjetunion als auch die Volksrepublik China als „fremd“ dargestellt. Im Vergleich zeigt sich jedoch, dass China und seine Bevölkerung im Gegensatz zur Sowjetunion deutlich negativer dargestellt werden, nämlich als ein Land, das den Deutschen noch fremder und anders erscheint, als die Sowjetunion.
Vom Großteil der untersuchten westdeutschen Presseorgane wurde die Volksrepublik China als Aggressor im Grenzkonflikt am Ussuri im März 1969 angesehen. Doch erst mit der langsamen Öffnung Chinas in den letzten Jahren haben sich hierfür neue Belege finden lassen. Auch chinesische Historiker vertreten nun die Auffassung, dass die chinesische Regierung die Vorfälle provoziert zu haben scheint. Somit lässt sich […]

Leseprobe

2. Presseartikel als Quelle

2.1 Vorstellung der Quellenart „Presse“

Zeitungen gibt es in Deutschland seit etwa 400 Jahren, doch die Frage nach ihrer Verwendbarkeit als Quelle für die Geschichtswissenschaft ist umstritten. Seit jeher dient die Presse der „Verbreitung von Informationen in der Gesellschaft“[1], sie will den Leser „informieren, unterhalten, belehren und beeinflussen“[2]. Dabei richtet sie sich meist an ein breites Publikum, kann sich aber auch nur an eine bestimmte Zielgruppe wenden oder sich gar zu einem Sprachrohr „von Parteien oder politischen Richtungen“[3] entwickeln. In einer Demokratie gelten Medien allgemein als sogenannte „Vierte Gewalt“. Dieser Begriff bezieht sich auf das Prinzip der Gewaltenteilung eines Staates und stellt heraus, welch wichtige Funktion den Medien und somit auch der Presse in einem Staat zuteilwird. Michael Sauer schreibt, dass sie, die Presse, die politischen Organe „beobachtet, kritisiert und beeinflusst […]. Sie ist nicht nur ein Forum vorhandener Stimmungen und Meinungen, sondern prägt und kanalisiert sie. Sie greift nicht nur vorgegebene Themen auf, sondern setzt selber welche. Presse bedeutet Macht […].“[4]. Gleichzeitig bedeutet diese Machtposition allerdings auch, dass die Presse seit ihrer Entstehung den Einschränkungen durch die Zensur unterlag. Auch diese Tatsache sorgt dafür, dass Presse als eine geschichtswissenschaftliche Quelle derart umstritten ist. „Es darzustellen, wie es wirklich gewesen, daran lag ihnen nicht. Jede [Zeitung, Anm. d. Verf.] suchte nämlich, den objectiven [sic] Inhalt zu überwinden, und aus dem Ereigniß [sic] nur Folgerungen herzuleiten, die ihnen selber günstig waren und dem alten System gemäß“[5], so Leopold von Ranke im 19. Jahrhundert über die Zeitung. Andere beurteilen den Wert von Zeitungen und Zeitschriften für den historischen Erkenntnisgewinn deutlich höher. Besonders hervorgehoben wird, welche Informationen Presseartikel über die Interessen, Wahrnehmung und den allgemeinen Informationsstand zu einem bestimmten Thema in einem bestimmten Zeitalter bieten So stellt der Historiker Wilhelm Mommsen fest, dass „nichts […] leichter in die Stimmungen und das allgemeine Milieu einer Zeit [versetzt] als ihre Zeitungen“[6]. Somit dient die Presse dem Historiker nicht nur als Quelle für Informationen über das Ereignis, über welches berichtet wurde, sondern liefert zudem Aufschluss über die „in der jeweiligen Öffentlichkeit diskutierte[n] Positionen“[7] und damit Erkenntnisse über die damaligen Leser selbst. In der heutigen Geschichtswissenschaft ist dieser Aspekt von großem Interesse, gerade in Bezug auf Teildisziplinen wie die Politik-, Sozial- oder Kulturgeschichte. „Die Zeitung vermittelt jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breitesten Öffentlichkeit.“[8], so der Zeitungswissenschaftler Emil Dovifat.

Weiterhin wird die Zeitung durch die „Kriterien der Aktualität, Publizität, Unabhängigkeit und Periodizität“[9] definiert. Aktualität meint die Behandlung aktueller Themen, Publizität bezieht sich auf die „Zugänglichkeit für eine bestimmte, möglicherweise breite Öffentlichkeit“[10], Periodizität auf das regelmäßige publizieren, beispielsweise in Form einer Tages- oder Wochenzeitung. Universalität meint schließlich die umfangreiche Abdeckung von Themen in einer Zeitung.

Als Zeitschrift hingegen werden diejenigen Blätter definiert, welche „mit der Absicht eines zeitlich unbegrenzten Erscheinens mindestens viermal jährlich herausgegeben werden, soweit sie keine Zeitungen sind […]. Die entscheidenden Merkmale sind demnach die Periodizität, die Publizität, die Kontinuität und der Verzicht auf die Tagesaktualität“[11]. Im Bereich der Zeitschriften lassen sich vier Kategorien unterscheiden: es gibt politische Zeitschriften, Publikumszeitschriften, Fachzeitschriften sowie PR-Zeitschriften[12]. Als wichtigste Unterscheidung zwischen Zeitung und Zeitschrift führt Heinrich die „enge sachlich definierte Zielgruppenbesetzung der Zeitschrift, die meist eng abgrenzbaren Informationsnutzen bietet“[13] an.

Beide Pressearten, Zeitung und Zeitschrift, bieten geschichts-wissenschaftlich die Möglichkeit, Informationen über in der Vergangenheit diskutierte Themen sowie deren Wahrnehmung in einer bestimmten Lesergruppe zu erhalten. In Bezug auf diese Arbeit, sind vornehmlich die Nachrichtenformen des Berichts sowie des Kommentars von besonderem Interesse. Sie gehen über die bloße Berichterstattung hinaus und bieten zusätzliche Informationen und persönliche Einschätzungen des Autors zu einem Thema.

2.2 Vorstellung der verwendeten Presseorgane in der Arbeit

In dieser Arbeit werden im Zuge einer Untersuchung von Presseartikeln verschiedene (ehemals) westdeutsche Presseorgane untersucht. Das Spektrum umfasst die überregionalen Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Süddeutsche Zeitung (SZ) und Die Welt, sowie die regionale Tageszeitung Hamburger Abendblatt und das Boulevardblatt Bild Hamburg (Bild). Im Fokus der Untersuchung sollen weiterhin Artikel aus den politischen Wochenblättern Die Zeit und Der Spiegel, sowie aus der Publikumszeitschrift Der Stern stehen. Diese Medien werden im Folgenden kurz vorgestellt:

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zählt zu den wohl bekanntesten überregionalen Tageszeitungen Deutschlands. Die FAZ steht für „Unabhängigkeit, journalistische Qualität, exklusive Nachrichten und fundierte Analysen“[14], was sie, bestärkt durch eines der größten Korrespondentennetze der Welt, zur Zeitung mit der höchsten Auslandsverbreitung aller deutschen Zeitungen macht[15]. Am 1. November 1949 erschien das erste Exemplar der FAZ, welche nach eigenen Angaben „eine Stimme Deutschlands in der Welt sein“[16] wollte. Herausgegeben wird die FAZ von einem fünfköpfigen Gremium, welches auch die Meinungsvielfalt welche in der Zeitung vertreten wird, begründet.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ), mit Sitz in München, ist Deutschlands meistverkaufte überregionale Tageszeitung mit einer täglichen Auflage von 436.611 Exemplaren[17]. Erstmals erschien sie am 1. Oktober 1945. Sechsmal wöchentlich informiert die Zeitung, welche sich selbst als „parteipolitisch und weltanschaulich ungebunden“[18] versteht, mit dem Ziel „einen wesentlichen Beitrag zu leisten für das Leben, das Arbeiten und die Selbstbestimmung des einzelnen in einer sozialverpflichteten, freiheitlich-demokratischen und marktwirtschaftlichen Gesellschaft“[19].

Die Welt, ebenfalls eine große überregionale Tageszeitung, erscheint seit dem 2. April 1946. Heutzutage hat sie eine Auflage von 252.769 Exemplaren[20] und bietet nach eigenen Angaben „[m]ehr große Themen, hintergründiger recherchiert und ausführlich kommentiert […]“[21].

Als Beispiel für eine regionale Tageszeitung, werden in dieser Arbeit Zeitungsartikel des Hamburger Abendblatts untersucht. Das Hamburger Abendblatt, die „meistgelesene Tageszeitung der Stadtregion Hamburg“[22], erschien zum ersten Mal am 14. Oktober 1948 als erste Tageszeitung Deutschlands. Neben Meldungen aus der Metropolregion Hamburgs bietet es auch einen „fundierte Berichterstattung über nationale und internationale Ereignisse“[23].

Ebenfalls in Hamburg, doch auf eine deutlich größere Leserschaft abzielend, erscheint seit dem 21. Februar 1946 die überregionale Wochenzeitung Die Zeit. Nach eigener Darstellung ist die Haltung der Zeit liberal[24]. Die Zeit erscheint jeden Donnerstag und berichtet in großer Ausführlichkeit nach der, von der ehemaligen Chefredakteurin und Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff, angeführten Divise „Wir wollten dem Leser Material bieten, damit er sich selber eine Meinung bilden kann, wir wollten ihn nicht indoktrinieren“[25].

Die Bild Hamburg ist ein regionaler Ableger der überregionalen Tageszeitung Bild, welche aufgrund ihrer Berichterstattung auch als Boulevardblatt betitelt wird. Erstmals herausgegeben am 24. Juni 1952 von Axel Springer, welcher eine Zeitung nach dem Vorbild der britischen Boulevardpresse schaffen wollte, ist die Bild heutzutage die größte Tageszeitung in Europa[26]. Die Bild hat den an sich selbst gestellten Anspruch, den Lesern Exklusivmeldungen mit einem Informationsvorsprung zu liefern[27]. Aufgrund ihrer teilweise als überspitzt geltenden Berichterstattung gerät die Bild mit ihren Artikeln immer wieder in die Kritik, denn oftmals werden Sachverhalte stark vereinfacht oder gar falsch dargestellt.

Der Spiegel ist ein wöchentlich erscheinendes Nachrichtenmagazin oder politisches Wochenblatt, welches am 4. Januar 1947 das erste Mal „nach dem Muster amerikanischer und britischer ‚News magazines‘“[28] erschien. Es ist „Deutschlands bedeutendstes und Europas auflagenstärkstes Nachrichten-Magazin“[29] und gilt als politisch keiner Partei zugehörig. Nach Angaben der Spiegelgruppe steht Der Spiegel für investigativen Journalismus, welcher ein „Blatt mit viel Hintergrund, einer ausbalancierten Mischung von kurzen und langen Geschichten, Autorenstücken mit pointierten Stellungnahmen, großen Reportagen, […]“[30] als Ergebnis habe.

Der erste Stern erschien am 1. August 1948 als wöchentliche Publikumszeit-schrift. Es widmet sich aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen und erreicht etwa 7,96 Millionen Leser[31]. Diese Zeitschrift widmet sich sowohl aktueller Berichterstattung wie auch klassischem Reportage-Journalismus und der Reportage-Fotografie. Laut der Angaben des Gruner und Jahr Verlages ist der Stern „nicht allein Chronist, er filtert, wertet und interpretiert“[32] Informationen bereits um dem Leser eine leichtere „Orientierung in einer sich rasch verändernden Welt“[33] zu bieten.

2.3 Berichterstattung im März 1969 in den acht Presseorganen

Jede der zu untersuchenden Zeitungen und Zeitschriften widmete sich im März 1969 in einem großen Umfang und mit scheinbar großem Interesse dem aufflammenden Grenzkonflikt am Ussuri im nordöstlichen Asien. Nachfolgend soll die Art der Berichterstattung in den acht zuvor vorgestellten Zeitungen und Zeitschriften dargestellt werden.

Täglich widmete die FAZ den Vorfällen an der sowjetisch-chinesischen Grenze ab dem 4. März 1969 mindestens eine Meldung. Darunter befanden sich mehrmals Meldungen auf der Titelseite sowie auf der dritten Seite, der „Politikseite“. Besonders der Journalist Harry Hamm, Kürzel „H.H.“, verfasste von Bonn aus die Meldungen und Berichte über den Grenzkonflikt. Hermann Pörzgen, Kürzel „Pzg.“, Korrespondent der FAZ in Moskau, berichtete von dort aus in größerer Ausführlichkeit und widmete sich auch der Stimmung in der russischen Hauptstadt selbst[34]. Damals wie heute befinden sich in der rechten Spalte der FAZ-Titelseite stets zwei detaillierte Kommentare zu aktuellen Themen. Im März 1969 lieferten Harry Hamm, Nikolas Benckiser, Adelbert Weinstein sowie die Journalisten mit den Kürzeln „Me.“ und „J.T.“ hier Kommentare und Einschätzungen zu den Gefechten am Ussuri.

Die SZ ist bekannt für ihre umfangreichen Reportagen und Hintergrund-berichte auf Seite 3 jeder Ausgabe, sowie die Meinungsartikel und Kommentare auf Seite 4. Im März 1969 finden sich auf den Seiten 3 und 4 Berichte und Kommentare beispielsweise vom SZ-Korrespondenten Josef Riedmiller aus Moskau oder von den Redaktionsmitgliedern Peter Kuntze und Immanuel Birnbaum.

Auch die Welt berichtet im März 1969 ausführlich über die Geschehnisse an der sowjetisch-chinesischen Grenze. Der Korrespondent Ernst-Ullrich Fromm schreibt aus Moskau regelmäßig über die Ereignisse und auch Peter Meyer-Ranke kommentiert die Grenzgefechte zwischen Russland und China.

Nicht nur in der überregionalen Presse, sondern auch in den regionalen Tagezeitungen finden die Ereignisse vom Ussuri Platz. Das Hamburger Abendblatt bietet seinen Lesern neben den Pressemitteilungen der „dpa“ auch Kommentare und Einschätzungen zum Thema. Die Kommentarspalte auf Seite 2 ist im März 1969 insgesamt viermal dem sowjetisch-chinesischen Konflikt und dessen Auswirkungen und Folgen vorbehalten.

Die Wochenzeitung Die Zeit veröffentlichte ausführliche Reportagen und Berichte zum Thema. Der Journalist Hans Gresmann liefert Einschätzungen zum Konflikt und dessen Folgen. Außerdem erschient ein Artikel des Ost-Experten vom britischen The Guardian, Victor Zorza. Auch dieser berichtete über die Auseinandersetzungen am Ussuri und deren Hintergründe[35].

Das Boulevardblatt Bild Hamburg greift den Grenzkonflikt ebenfalls auf und berichtet mit deutlichen Überschriften. Auf der Titelseite befinden im März 1969 regelmäßig Meldungen über den Konflikt an der russisch-chinesischen Grenze, ebenso wie eine Meldung über eine vermeintliche Aufdeckung einer Fotofälschung von Gefechtsfotografien durch die Sowjetunion[36]. Zudem erschien in der Zeitung ein Artikel über den Versuch der Bild -Journalisten in das Grenzgebiet zu reisen[37].

Basierend auf der Tatsache, dass es sich um eine politisches Nachrichten-magazin handelt, erscheint es nachvollziehbar, dass sich die ausführlichsten Artikel über die Gefechte am Ussuri im Spiegel finden lassen. Während sich die Publikumsillustrierte Der Stern nur in seiner letzten Märzausgabe mit einer Reportage und einem Kommentar des Publizisten Sebastian Haffner den militärischen Auseinandersetzungen am Ussuri widmet, erscheinen im Spiegel jede Woche längere, themenbezogene Artikel. Berichtet wird von den Hintergründen und Voraussetzungen für den Konflikt sowie dessen mögliche Folgen.

3. Der Grenzkonflikt am Ussuri im Zusammenhang des sowjetisch-chinesischen Konflikts

3.1 Wie kam es zum Konflikt zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China?

Die Geschichte der beiden Staaten ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert unweigerlich und unumstößlich miteinander verknüpft. Zu dieser Zeit begann das zaristische Russland seine territoriale Expansion nach Osten stärker voranzutreiben. David Floyd schreibt in Die feindlichen Genossen, dass sich Russland „Ende des 18. Jahrhunderts [...] bereits den Weg nach Sibirien gebahnt, an der Pazifikküste Fuß gefaßt [sic] und damit begonnen [hatte], in chinesische Gebiete vorzudringen. Im 19. Jahrhundert dehnte sich die russische Kolonisation entlang der Pazifikküste aus“[38]. Die sogenannte „ungleiche Verträge“ aus den Jahren 1858 und 1860 zwangen die, durch mehrere Kriege mit imperialistischen europäischen Großmächten geschwächte, Qing-Dynastie dazu, Land an das zaristische Russland abzutreten[39]. Erst mit der Machtübernahme der Bolschewisten 1917 kam es zu einer – wenn auch kurzen – Reduktion des russischen Expansionsbestrebens im Osten. Um ein gutes Verhältnis zu China bemüht, erklärte der damalige russische Vize-Außenminister die „ungleichen Verträge“ für nichtig, die eroberten Gebiete wurden jedoch nicht an China zurückgegeben[40]. Mao Zedong ließ 1964 verlauten, dass China Russland die Rechnung für die Liste der abgenommenen Gebiete noch nicht vorgelegt habe[41].

Auch politisch und ideologisch kam es im 20. Jahrhundert zu Spannungen zwischen den beiden Staaten. Während des Chinesischen Bürgerkrieges 1927 unterstützte Russland die nationalistische Kuomintang-Bewegung und nicht die Kommunistische Partei Chinas. Noch während des Zweiten Weltkrieges hatte das Staatsoberhaupt der Sowjetunion, Josef Stalin, Mao Zedong, dem Anführer der Kommunisten in China, geraten, nicht weiter nach der Macht zu streben. Erst mit der Durchsetzung der kommunistische Partei gegen die Kuomintang und der Proklamation der Volksrepublik China im Jahre 1949 änderte sich das Verhältnis Russlands zum nun kommunistischen Nachbarland. Mao legte 1949 „den Grundstein für eine starke und stabile chinesische Zentralregierung, die Stalin und seine Nachfolger allein schon aus politischen Gründen“[42] zu respektieren hatten. Obwohl sich Mao während der 30er und 40er Jahre von Stalins Bevormundung emanzipiert hatte, entschied er sich 1949 für die Politik der „Anlehnung an eine Seite“ und suchte wieder die Nähe zur Sowjetunion[43]. Anlässlich des 70. Geburtstags Stalins besuchte Mao Zedong 1949 das sowjetische Staatsoberhaupt und dieses Treffen „revealed the asymmetrical character of the association the PRC [People‘s Republic of China, Anm. d. Verf.] was about to enter. His [Mao’s, Anm. d. Verf.] relationship with Stalin resembled that of a timid student quizzed by a daunting teacher”[44]. Ein 1950 unterzeichneter Freundschaftsvertrag sicherte China dennoch einen Kredit von 300 Millionen Dollar und „massive transfers of military technology and defense-related industries ranging from missiles to modern aircraft to heavy artillery to small arms“[45] von der Sowjetunion zu.

„Wahrscheinlich war Stalin schon seit den frühsten Anfängen der chinesischen kommunistischen Bewegung der Meinung, daß [sic] ein Erfolg ihrer Revolution den Sowjets mindestens ebenso viele Probleme wie Vorteile bescheren würde“[46], so David Floyd in Die feindlichen Genossen zu Stalins Ansichten über die chinesische kommunistische Partei. Moskau und Peking hatten zu Stalins Lebzeiten politische und ideologische Meinungsunterschiede, zudem begann sich China zu einer Größe der Weltpolitik zu entwickeln. Mit Blick auf diese Tatsachen scheint es nachvollziehbar, weshalb sich direkt nach dem Tod Stalins 1953 dessen Nachfolger in Moskau darum bemühten, das Verhältnis zu China zu verbessern. Die Sowjetunion musste sich in der Zeit der „inneren Schwäche und Unsicherheit“[47], welche durch Stalins Tod entstanden war, neu definieren und suchte daher Entspannung mit China. Floyd beschreibt, dass es in den frühen 50er Jahre keine „Zeichen eines Konflikts zwischen Moskau und Peking“[48] gab und dass man „Anfang des Jahres 1956 […] die Achse Moskau-Peking als einen mächtigen Faktor in der Weltpolitik betrachten [konnte]. Diese Achse versprach eher an Stärke zuzunehmen, als zu zerbrechen“[49].

Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, Regierungschef der UdSSR von 1958 bis 1964 und zuvor Parteichef der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), verkündete auf dem XX. Kongress der KPdSU 1956 in Moskau jedoch eine neue politische Ausrichtung der UdSSR.

The Twentieth Congress of the C.P.S.U., which opened in February 1956, launched a two-pronged program, the policies of so-called de-Stalinization and peaceful coexistence, both of which had large domestic and foreign implications. De-Stalinization shocked the Communist world to its foundation, and was also to affect adversely Sino-Soviet relations. The other theme of peaceful coexistence, taking account of the worldwide longing for peace, […] reflected Soviet desire to avoid an unnecessary war; it was to have a decisive impact upon Soviet-Western as well as Soviet-Chinese relations.[50]

Mao hatte Stalins Ideologien – wie ein „timid student“[51] – weitestgehend unterstützt, auch wenn beide „‘deeply suspicious‘ of each other’s designs and policies“[52] waren. Chruschtschows Neuerungen wurden von Mao als ein ideologischer und militärischer Rückzug vom Marxismus-Leninismus angesehen. Die Wurzeln des ideologischen Bruchs der beiden Staaten liegen hier – in der Entstalinisierung und der Idee der friedlichen Koexistenz zweier unterschiedlicher politischer Systeme, welche Chruschtschow zufolge, aktiv an einer Verbesserung ihrer Beziehungen arbeiten sollten[53]. Ab 1960 begannen sich die politische Führung Chinas und der Sowjetunion auch öffentlich zu kritisieren. Mao bezeichnete die UdSSR unter Chruschtschow als revisionistisch und warf den Russen einen „Rückfall in kapitalistische Sitten“[54] vor. Russland andererseits beschuldigte „Peking’s leadership and Mao in particular of ‘chauvinism and arrogance‘, all made ‘manifest‘ by their territorial claims“[55]. Eine Reihe der Gebiete, welche China aufgrund der „ungleichen Verträge“ von Aigun (1858) und Peking (1860) an das zaristische Russland hatte abtreten müssen, und welche nach der Annullierung der Verträge 1917 an China hätten zurückgegeben werden müssen, tauchten während der 60er Jahre beispielsweise auf der „Liste derjenigen Grenzregionen welche die Chinesen als noch ‚für Verhandlungen offen‘“[56] erklärten auf. „[I]n the eyes of the fraternal C.P.C. [Communist Party of China, Anm. d. Verf.] the U.S.S.R. [Union of Soviet Socialist Republics, Anm. d. Verf.] was a colonist power that held Asiatic peoples against their will, by force, within her confines”[57] und während China mit Staaten wie „Outer Mongolia, Burma, Nepal, Afghanistan, and Pakistan on the basis of mutual compromises”[58] die Grenzkonflikte löste, war die östliche Grenze zwischen der Sowjetunion und China besonders umstritten. Neben Territorien in Sinkiang (Xinjiang) und der Äußeren Mongolei gehörten hierzu auch Gebiete entlang der Flüsse Amur und Ussuri im nordöstlichen Asien[59]. Die UdSSR begann verstärkt Truppen an die sowjetisch-chinesische Grenze zu verlegen und „[b]y 1968, six divisions were stationed in Outer Mongolia and another sixteen were stationed at the Sino-Soviet border. They faced forty-seven lightly armed Chinese divisions“[60]. Es kam mehrfach zu Zwischenfällen entlang der Grenze, doch keinem wurde eine solche Beachtung zuteil, wie den Konflikten um die Zhenbao Insel im Ussuri im März 1969.

3.2 Die Geschehnisse am Ussuri im März 1969

Betrachtet man die oben genannten Gründe für die Spannungen zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China, so kann Cheng-Chi Wu zugestimmt werden, welcher 1988 schrieb:

Der chinesisch-sowjetische Konflikt ist jedoch nicht nur ein ideologischer Kampf zwischen zwei kommunistischen Parteien, die sich gegenseitig als revisionistisch oder reaktionär einstufen und nicht nur ein Konflikt zwischen zwei Grossmächten [sic] um Überlegenheit und Einflussgebiete in Asien und anderen Regionen der Welt, sondern auch ein Grenzkonflikt über die Zugehörigkeit bestimmter Gebiete.[61]

Am 5. Januar 1968 kam es auf der Qiliqin Insel im Ussuri zu einem ernsthaften Zwischenfall, bei welchem sowjetische Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen chinesische Arbeiter angriffen und vier von ihnen töteten[62]. Der zentrale Militärausschuss der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) reagierte darauf, indem er beschloss, dass sich die chinesischen Grenzposten für einen Gegenschlag rüsten müssten. Da es im gleichen Jahr auch in Osteuropa zu Unruhen kam, ließen die Russen davon ab „new aggressive advances on Sino-Soviet borders“[63] zu machen. „Consequently, although the Chinese troops had made every preparation for launching a counterattack at Qiliqin, they did not find an opportunity to carry out the plan“[64]. Erst nach erneuten Zwischenfällen im Dezember 1968 und Januar 1969 auf der Insel Zhenbao, wurde dem Plan der Volksbefreiungsarmee (PLA), „a counterattack for the purpose of self-defense“[65], stattgegeben. “Chenpao, lozenge-shaped, is about 2-2.5 kilometers in length, and about half a kilometre in breadth. It has thin timber around the edges, but most of the surface is marsh and, at high-water, it is regularly submerged”[66], so Neville Maxwell, welcher im Juli 1973 das Grenzgebiet der Sowjetunion und der Volksrepublik China bereiste. Auf dieser Insel gerieten die sowjetischen Soldaten 1969 in einen chinesischen Hinterhalt. Dass es sich bei dem Zwischenfall tatsächlich um einen chinesischen Hinterhalt handelte, wie russische Quellen nach wie vor angeben, wird nun auch durch chinesische Quellen belegt[67]. Neu freigegebene chinesische Quellen, wie beispielsweise die Erinnerungen von General Chen Xilian, legen dar, dass die chinesischen Grenzsoldaten sich zwei bis drei Monate lang auf den ersten Kampf am 2. März vorbereitet hatten. Ihre Anweisungen für den zweiten Kampf am 15. März kamen direkt aus Peking[68]. Der Hinterhalt, in welchen die sowjetischen Soldaten am 2. März 1969 auf Zhenbao gerieten, „completely surprised Moskow“[69]. Während dieses ersten Gefechts auf Zhenbao starben 31 sowjetische Soldaten, die Anzahl der chinesischen Opfer ist noch immer unbekannt[70]. Nachdem die sowjetischen Soldaten erkannt hatten, dass sie in einen Hinterhalt geraten waren, eröffneten sie das Feuer auf die chinesischen Grenzposten, welche sich daraufhin zu verteidigen begannen. In den Protestnoten, welche sich die sowjetischen und chinesischen Regierungen im Anschluss an die Gefechte zuschickten, beschuldigen sie sich gegenseitig des Angriffs. In der chinesischen Note vom 3. März 1969 liest es sich wie folgt:

On the morning of March 2, 1969, Soviet frontier guards intruded into the area of Chert Pao Island, Heilungkiang Province, China, and killed and wounded many Chinese frontier guards by opening fire on them, thus creating an extremely grave border armed conflict. […] The Chinese frontier guards were compelled to fight back in self-defense […]. This grave incident of bloodshed was entirely and solely created by the Soviet authorities.[71]

Die sowjetische Antwortnote, ebenfalls vom 3. März 1969, stellt die Ereignisse hingegen folgendermaßen dar:

The Chinese authorities staged an armed provocation on the Soviet-Chinese frontier […]. A Chinese detachment crossed the Soviet state frontier and proceeded toward Damansky Island. Fire from machine guns and automatic weapons was suddenly opened by the Chinese side on Soviet frontier guards protecting this area. […] As a result of this gangster raid some Soviet frontier guards were killed or wounded. The impudent armed incursion into Soviet territory has been an organized provocation of the Chinese authorities and has the purpose of aggravating the situation on the Soviet-Chinese frontier.[72]

Nur zwei Wochen später kam es erneut zu Gefechten auf Zhenbao. Am 15. März gegen drei Uhr früh sendete das sowjetische Verteidigungsministerium Truppen auf die Insel, in der Hoffnung mit einem Überraschungsangriff die chinesischen Grenzposten zu schlagen. Allerdings waren die Chinesen davon ausgegangen, dass die russischen Truppen noch einmal auf die Insel zurückkehren würden und „were already hiding on the island“[73]. Aus den Erinnerungen von General Chen Xilian lässt sich erfahren, dass die Russen „dozens of trucks and other vehicles, and a dozen tanks and armoured vehicles“[74] auf die nur einen Quadratkilometer große Insel brachten. Etwa dreißig Minuten lang beschossen sich Russen und Chinesen, „turning Zhenbao Island into a sea of flame“[75]. Die sowjetischen Truppen zogen sich schließlich von der Insel zurück und ließen diese in chinesischer Hand. Auch als die russischen Soldaten später einen zerstörten T-62 Panzer bergen wollten, schossen die Chinesen weiterhin auf sie. Danach kam es zu keinen weiteren militärischen Auseinandersetzungen auf der Insel. Die chinesische Regierung um Mao Zedong, welche den Russen lediglich „a bitter lesson“[76] hatte beibringen wollen, hatte keine weiteren militärischen Ziele als jenes, die Sowjetunion dazu zu bringen, keine weiteren Zwischenfälle an der gemeinsamen Grenze mehr zu provozieren.

„The second battle of 15 March shocked Moskow“[77] und veranlasste das Außenministerium dazu, den Rückzug der russischen Zivilbevölkerung aus China zu empfehlen, um eine Gefangennahme dieser im Falle eines sowjetisch-chinesischen Krieges zu vermeiden. Alexei Kossygin, Vorsitzender des sowjetischen Ministerrates, trat für eine verhaltene Politik gegenüber China ein und versuchte persönlich ein Gespräch mit Mao Zedong oder dem chinesischen Premierminister Zhou Enlai zu erreichen. Peking lehnte dies jedoch ab[78].

3.3 Die Auswirkungen des Konflikts am Ussuri

Nachdem Peking diese Offerte Moskaus zurückgewiesen hatte, entschloss sich die Sowjetunion zu einem Gegenschlag in der Grenzprovinz Xinjiang.

When a Chinese frontier squadron composed of some 30 soldiers entered the Chinese border zone, the Soviets, with the support of two helicopters and dozens of armoured vehicles, crossed the border to launch a surprise attack. Four hours later, the Chinese patrol squadron was completely eliminated.[79]

Obwohl weder die Volksrepublik China noch die Sowjetunion ursprünglich geplant hatte, einen Krieg zu führen, „when the situation had evolved to the level of tension of August 1969, the danger of all-out war became real and imminent“[80]. In Peking machte sich die Angst vor einem Krieg bemerkbar – man befürchtete einen sowjetischen Überraschungsangriff am 1. Oktober, dem chinesischen Nationalfeiertag, sowie am 20. Oktober. „Mao and the Politburo decided that all Party, government, and military leaders had to leave Beijing before 20 October“[81]. Zuvor hatten sich Zhou Enlai und Alexei Kossygin am 11. September 1969 auf dem Pekinger Flughafen zu einem Gespräch getroffen, welches eine erste Entspannung zwischen den Staaten zur Folge hatte. Gleichzeitig sah China dieser Entspannung nur mit großem Argwohn entgegen und fachte dadurch die Angst vor einem Krieg noch mehr an. Diese Furcht vor einem Krieg mit der Sowjetunion war es auch, welche schlussendlich zu einer Annäherung zwischen China und den Vereinigten Staaten von Amerika führte. Die Sowjetunion bot von 1969 bis 1971 mehrfach Grenzgespräche sowie „a proposal for a non-aggression agreement and a renewal of trade and diplomatic relations and a resumption of cultural exchanges“[82] an, doch diese wurden im Januar 1971 von China abgelehnt. Stattdessen begann Zhou Enlai nun an einer Verbesserung der Beziehungen zu den USA zu arbeiten. Mao hatte eine Gruppe von vier Marschalls, „Chen Yi, Ye Jianying, Xu Xiangqian, and Nie Rogzhen“[83] damit beauftragt, internationale Angelegenheiten für ihn zu analysieren. Diese Gruppe kam zu dem Schluss, dass die sich ändernde Haltung der USA gegenüber China ausgenutzt werden sollte. Weil Washington sich bereit erklärte direkte Gespräche mit Peking zu führen und die Gefahr eines vermeintlichen Angriffs bestand, entschied Mao „to break up all existing conceptual restrictions to pursue a Sino-American rapprochement [Hervorhebung wie im Originaltext, Anm. d. Verf.]“[84].

Am 20. Januar 1970 entschlossen sich die beiden Staaten, die diplomatischen Gespräche wieder aufzunehmen. Hierbei musste allerdings berücksichtigt werden, dass sich China noch inmitten der Kulturrevolution befand, einer Kampagne zur Durchsetzung des Sozialismus durch die Beseitigung kapitalistischer und traditioneller Elemente in der chinesischen Gesellschaft, welche das Land wirtschaftlich und sozial lähmte. Gerade mit den USA, „the number one imperialist country“[85], waren aufgrund der erklärten Ziele der Kulturrevolution Gespräche eigentlich undenkbar. Trotzdem traf im Oktober 1971 der US-Außenminister Henry Kissinger zu geheimen Gesprächen in China ein. Am 21. Februar 1972 traf Präsident Richard Nixon in Peking auf Zhou Enlai[86].

Für die Insel Zhenbao änderte sich nach 1969 nur wenig. Nachdem die Chinesen die Russen während der Gefechte im März von der Insel verdrängt hatten, behielten sie diese in ihrer Hand. Im Laufe der 1960er Jahre hatten die Russen mehrfach ihre Bereitschaft signalisiert, Zhenbao und andere umstrittene Inseln entlang der Grenze auch formell an China abzutreten. Dennoch dauerte es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 noch dreizehn weitere Jahre bevor ein „boundary agreement was signed to divide the remaining disputed territories to the satisfaction of the central government, regional authorities and the Chinese“[87]. Zhenbao war danach auch vertraglich geregelt chinesisches Territorium. Ein Vertrag über die letzten umstrittenen Grenzgebiete wurde 1995 unterzeichnet, zwei weitere Verträge 2004 und 2008 beendete den Konflikt zwischen Russland und China offiziell.

[...]


[1] Bohrmann, Hans: Die Zeitung als Quelle wissenschaftlicher Arbeit (Nachweis, Zugänglichkeit und Sicherung), August 2001, http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/kons-restau-rierung/allg-bohrm.html, Zugriff: 8.7.2012.

[2] Sauer, Michael: „Allen denen gar nuetzlich und lustig zu lesen“ Zeitung als Quelle, in: Geschichte lernen 124, 2008, S. 3.

[3] Ebd.: S. 3.

[4] Ebd.: S. 3.

[5] Zitiert nach: Vierhaus: Rudolf: Rankes Verhältnis zur Presse, in: Historische Zeitschrift 183, 1957, S. 543.

[6] Mommsen, Wilhelm: Die Zeitung als historische Quelle, in: Zeitungswissenschaft. Monatsschrift für internationale Zeitungsforschung, 1943/1, Berlin 1943, S. 5.

[7] Bohrmann, Hans: Die Zeitung als Quelle wissenschaftlicher Arbeit (Nachweis, Zugänglichkeit und Sicherung), August 2001, http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/kons-restau-rierung/allg-bohrm.html, Zugriff: 8.7.2012.

[8] Dovifat, Emil: Zeitungslehre, Bd. 1, Berlin 1976, S. 16

[9] Heinrich, Jürgen: Medienprodukte – Medienangebot und Mediennutzung, in: Scholz, Christian (Hg.): Handbuch Medienmanagement, Berlin 2006, S. 82.

[10] Fieberg, Klaus: Zeitungen im Geschichtsunterricht, in: Praxis Geschichte 4, 2004, S. 31.

[11] Heinrich: Medienprodukte, S. 85.

[12] Vgl. hierzu: Ebd.: S. 85.

[13] Ebd.: S. 86.

[14] Frankfurter Allgemeine Zeitung, http://verlag.faz.net/unternehmen/ueber-uns/portraet-die-frankfurter-allgemeine-zeitung-11090906.html, Zugriff: 25.7.2012.

[15] Vgl. hierzu: F.A.Z. Verlag, http://verlag2.faz.net/s/Rub03FBA88DDF8C4E2DA82B321D7E33 E36E/Doc~EB25F08699CFF41EEB41EA8439808E4A2~ATpl~Ecommon~Scontent.html, Zugriff: 25.7.2012.

[16] Vgl. hierzu: Frankfurter Allgemeine Zeitung, http://verlag.faz.net/unternehmen/ueber-uns/portraet-die- frankfurter-allgemeine-zeitung-11090906.html, Zugriff: 25.7.2012.

[17] Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V., http://daten. ivw.eu/index.php?menuid=1&u=&p=&20122=ON&20121=ON&detail=true&titelnrliste=1221;&alle=[Details], Zugriff: 25.7.2012.

[18] Süddeutsche Zeitung, http://www.sueddeutscher-verlag.de/info/facts/portrait, Zugriff: 25.7.2012.

[19] Süddeutsche Zeitung, http://www.sueddeutscher-verlag.de/info/facts/portrait, Zugriff: 25.7.2012.

[20] Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V., http://daten. ivw.eu/index.php?menuid=1&u=&p=&20122=ON&20121=ON&detail=true&titelnrliste=6751;&alle=[Details], Zugriff:25.7.2012.

[21] Axel Springer Mediapilot, http://www.axelspringer-mediapilot.de/portrait/DIE-WELT-DIE-WELT_ 671154.html, Zugriff: 25.7.2012.

[22] Axel Springer Mediapilot, http://www.axelspringer-mediapilot.de/portrait/HAMBURGER-ABENDBLATT-Hamburger-Abendblatt_671434.html, Zugriff: 25.7.2012.

[23] Axel Springer Mediapilot, http://www.axelspringer-mediapilot.de/portrait/HAMBURGER-ABENDBLATT-Hamburger-Abendblatt_671434.html, Zugriff: 25.7.2012.

[24] Vgl. hierzu: Die Zeit, http://www.zeitverlag.de/unternehmen/die-ersten-jahre/, Zugriff: 25.7.2012.

[25] Die Zeit, http://www.zeitverlag.de/marken-produkte/die-zeit/, Zugriff: 25.7.2012.

[26] Vgl. hierzu: Axel Springer AG, http://www.axelspringer.de/media/index.html, Zugriff: 25.7.2012.

[27] Vgl. hierzu: Axel Springer AG, http://www.axelspringer.de/media/index.html, Zugriff: 25.7.2012.

[28] Spiegelgruppe, http://www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/Navigation/00725 D93EF 0ABA5BC1256FD600330072?OpenDocument, Zugriff: 25.7.2012

[29] Spiegelgruppe, http://www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/Navigation/440FBE98BAF 7E2F8C1256FD5004406DD?OpenDocument, Zugriff: 25.7.2012.

[30] Spiegelgruppe, http://www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/Navigation/440FBE98BAF 7E2F8C1256FD5004406DD?OpenDocument, Zugriff: 25.7.2012.

[31] Gruner und Jahr: http://www.guj.de/index2.php4?/de/produkte/zeitschrift/zeitschrift.php4, Zugriff: 25.7.2012.

[32] Gruner und Jahr: http://www.guj.de/index2.php4?/de/produkte/zeitschrift/zeitschrift.php4, Zugriff: 25.7.2012.

[33] Gruner und Jahr: http://www.guj.de/index2.php4?/de/produkte/zeitschrift/zeitschrift.php4, Zugriff: 25.7.2012.

[34] Vgl. hierzu: Pörzgen, Hermann: Zertrümmerte Fensterscheiben in Moskaus Freundschaftsstraße, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 58, 10.3.1969, S. 6.

[35] Vgl. hierzu: Zorza, Victor: Moskau fürchtet die gelbe Lawine, in: Die Zeit, Nr. 10, 7.3.1969, S. 2.

[36] Vgl. hierzu: Hier stimmt was nicht, in: Bildzeitung Hamburg, Nr. 64, 17.3.1969, S. 1.

[37] Vgl. hierzu: Schröder, Diethelm: Was Mama Maria darf, darf BILD leider nicht, in: Bildzeitung Hamburg, Nr. 69, 22.3.1969, S. 1.

[38] Floyd, David: Die feindlichen Genossen. Der russisch-chinesische Konflikt, München 1964, S. 9.

[39] Für eine Darstellung der abgetrennten Gebiete siehe: Abb. „Kartenskizze der durch die Verträge von Ajgun (1858) und Peking (1860) abgetrennten chinesischen Territorien“ im Anhang dieser Arbeit auf Seite 51.

[40] Vgl. hierzu: Ostfront. Von jenseits der Tod, in: Der Spiegel 14, 1969, S. 118.

[41] Vgl. hierzu: China/ Grenzkonflikt. Vor der Brust, in: Der Spiegel 11, 1969, S. 127.

[42] Floyd: Feindliche Genossen, S. 15.

[43] Vgl. hierzu: Lüthi: Sino-Soviet Split, S. 30.

[44] Ebd.: S. 31.

[45] Ebd.: S. 36.

[46] Floyd: Feindliche Genossen, S. 24.

[47] Floyd: Feindliche Genossen, S. 25.

[48] Ebd.: S. 40.

[49] Ebd.: S. 40.

[50] Low, Alfred D.: The Sino-Soviet Confrontation since Mao Zedong: Dispute, Détente or Conflict?, New York 1987, S. 14.

[51] Lüthi: Sino-Soviet Split, S. 31.

[52] Low: Sino-Soviet Confrontation, S. 75.

[53] Vgl. hierzu: Floyd: Feindliche Genossen, S. 43.

[54] Ostfront. Von jenseits der Tod, in: Der Spiegel 14, 1969, S. 120.

[55] Low: Sino-Soviet Confrontation, S. 75.

[56] Salisbury, Harrison E.: Krieg zwischen Russland und China, Frankfurt a.M. 1970, S. 113.

[57] Low: Sino-Soviet Confrontation, S. 80.

[58] Lüthi: Sino-Soviet Split, S. 181.

[59] Für eine Übersicht über die sowjetisch-chinesische Grenze und die Konflikte siehe: Abb. „China: Border and Territorial Conflicts“ im Anhang dieser Arbeit auf Seite 49.

[60] Ebd.: S. 340.

[61] Wu, Cheng-Chi: Über die Ursprünge des chinesisch-sowjetischen Grenzkonfliktes, Bochum 1988, S. 1.

[62] Kuisong, Yang: The Sino-Soviet Border Clash of 1969. From Zhenbao Island to Sino-American Rapprochement, in: Cold War History 1.1, 2010, S. 24.

[63] Ebd.: S. 28.

[64] Ebd.: S. 28.

[65] Ebd.: S. 28.

[66] Maxwell, Neville: The Chinese Account of the 1969 Fighting at Chenpao, in: The China Quarterly 56, 1973, S. 731. / Für eine genauere Ansicht der geografischen Lage der Insel Zhenbao im Ussuri siehe: Abb. „Kartenskizze der Insel Damanskij“ im Anhang dieser Arbeit auf Seite 50.

[67] Vgl. hierzu: Goldstein: Return to Zhenbao Island, S. 988.

[68] Vgl. hierzu: Ebd.: S. 28f.

[69] Lüthi: Sino-Soviet Split, S. 341.

[70] Vgl. hierzu: Barnouin, Barbara/ Changgen, Yu: Chinese Foreign Policy During the Cultural Revolution, Cardiff 1988, S. 88.

[71] Chinese note of protest, March 2: Hsinhua International Service in English, 0244 hours GMT, March 3, 1969, in: Studies in Comparative Communism 2.3-4, 1969, S. 149f.

[72] Soviet note of protest, March 2: TASS International Service in English, 1322 hours GMT, March 3, 1969, in: Studies in Comparative Communism 2.3-4, 1969, S. 150f.

[73] Kuisong: Sino-Soviet Border Clash, S. 32.

[74] Ebd.: S. 29.

[75] Ebd.: S. 29.

[76] Ebd.: S. 30.

[77] Ebd.: S. 32.

[78] Vgl. hierzu: Ebd.: S. 32.

[79] Kuisong: Sino-Soviet Border Clash, S. 34.

[80] Ebd.: S. 34.

[81] Ebd.: S. 41.

[82] Garver, John: Chinese Foreign Policy in 1970: The Tilt towards the Soviet Union, in: The China Quarterly 82, 1980, S. 230.

[83] Kuisong: Sino-Soviet Border Clash, S. 35.

[84] Ebd.: S. 46.

[85] Xia, Yafeng: China’s Elite Politics and Sino-American Rapprochement, January 1969- February 1972, in: Journal of Cold War Studies 8.4, 2006, S. 12.

[86] Vgl. hierzu: Kissinger, Henry: China. Zwischen Tradition und Herausforderung, München 2011, S. 267f.

[87] Chung, Chien-Peng: Resolving China’s Island Disputes: A Two-Level Game Analysis, in: Journal of Chinese Political Science 12.1, 2007, S. 58.

Details

Seiten
62
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2012
ISBN (PDF)
9783955495817
ISBN (Paperback)
9783955490812
Dateigröße
2.9 MB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Erscheinungsdatum
2015 (Februar)
Note
1,5
Schlagworte
Dramatisierung Stereotypenforschung Grenzkonflikt Sowjetunion China

Autor

Ann-Kathrin Bartels, B.A., wurde 1989 in Buchholz in der Nordheide geboren. Ihr Geschichts- und Anglistikstudium an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg schloss sie 2012 mit dem Bachelor of Arts erfolgreich ab. Während ihres Studiums entwickelte die Autorin ein besonderes Interesse für die Geschichte Osteuropas, welches sie für die vorliegende Abschlussarbeit motivierte. Ann-Kathrin Bartels studiert derzeit im Master an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
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Titel: Analyse und/oder Spekulation? Der sowjetisch-chinesische Konflikt in der westdeutschen Presse am Beispiel des Grenzkonflikts am Ussuri im März 1969