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Geschichte des Rassismus und des Antirassismus in Luxemburg von 1970 bis 2011

Bachelorarbeit 2012 75 Seiten

Leseprobe

I. Rassismus – Eine Begriffsbestimmung

Eine allgemeingültige Definition für Rassismus gibt es nicht. Die Forscher geben unterschiedliche, wenn auch teilweise nur leicht nuancierte Begriffserklärungen an, insbesondere wenn es darum geht, Rassismus von anderen Begriffen wie Xenophobie abzugrenzen. Oft erweist sich eine vergleichende Analyse als unmöglich, weil bestimmte Aspekte, die ein Forscher erwähnt, bei einem anderen überhaupt nicht behandelt werden.[1] Gründe für die schwierige Fassbarkeit des Rassismus sind u.a. seine Wandelbarkeit[2] und Flexibilität[3].

Es gibt mehrere Merkmale, die Rassismus auszeichnen oder ihn von anderen Begriffen abgrenzen. Laut Ali Rattansi ist Rassismus eng mit dem Konzept der ‚Rasse’ verbunden.[4] Für Geulen ist sie „nichts anderes als eine ‚Lehre’ von den Menschenrassen [...]“[5]. Beide übersehen allerdings, dass es Rassismus durchaus auch ohne ‚Rasse’ im Sinne einer biologischen Kollektivität gibt,[6] da er nicht nur rassistische Denksysteme umfasst, sondern auch „voreingenommene Haltungen“ und „diskriminierendes Verhalten“, wie es die UNESCO in ihrer Erklärung über „Rassen“ und rassistische Vorurteile ausdrückt.[7] Rassismus kann sich des Weiteren gegen die Kultur Anderer richten.[8]

Mit der vorher erwähnten Idee des diskriminierenden Verhaltens wird an ein weiteres Problem angeknüpft. Rassistische oder ethnische Diskriminierung entsteht, wenn man eine Person aufgrund ihrer Herkunft, ihrem Aussehen oder ihrer Kultur benachteiligt.[9] Viele Forscher schweigen darüber, ob diese Formen der Diskriminierung zum Rassismus gehören oder nicht. Auch die luxemburgische Gesetzgebung zieht keinen klaren Unterschied.[10] Wenn Diskriminierung in einem rassistisch motivierten Kontext erwähnt wird, etwa bei Schirrmacher[11] oder in Erklärungen und Texten der UNO bzw. der UNESCO, dann wird sie eindeutig dazugerechnet. Diese Ansicht wird daher in meiner Arbeit übernommen, auch wenn sie nicht von jedem geteilt werden muss.

Überdies geht Rassismus davon aus, dass bestimmte ethnische und kulturelle Merkmale unveränderbar sind.[12] Diese werden dann als Kriterien zur Differenzierung übernommen. Darin liegt auch der Unterschied zur Xenophobie, die alles ‚Fremde’ ablehnt (Fremdenfeindlichkeit). Diese Ablehnung kann, muss aber nicht, sich im Laufe der Zeit abschwächen, so dass das ‚Fremde’ allmählich akzeptiert wird.[13] Rassismus macht keinen Unterschied zwischen verschiedenen Nationalitäten, er verabscheut alle Menschen z.B. einer kulturellen Gemeinschaft, selbst wenn sie dieselbe Staatsangehörigkeit haben.

Schließlich hat Rassismus nie die gleiche Intensität, ein weiterer Faktor, der eine genaue Definition unmöglich macht. Der Historiker George Fredrickson gibt etwa an, dass Rassismus vorliegt, „wenn eine ethnische Gruppe oder ein historisches Kollektiv auf der Grundlage von Differenzen, die sie für erblich und unveränderlich hält, eine andere Gruppe beherrscht, ausschließt oder zu eliminieren versucht.“[14] Diese Definition ist zwar sehr gut gelungen, bemerkenswert ist zudem die Vermeidung des Begriffes ‚Rasse’, aber rassistische Bemerkungen oder latenter Rassismus werden ausgeschlossen.

Fassen wir die verschiedenen Aspekte zu einer Definition des Rassismus zusammen, die als Grundlage dieser Arbeit dienen soll. Die Unterscheidung in Rassen (als biologische Gemeinschaften) ist für Rassismus eine mögliche, aber keine notwendige Voraussetzung. Rassismus umfasst ebenfalls diskriminierendes Verhalten, das unveränderliche oder schwer wandelbare Merkmale (Physiognomie, Kultur, Herkunft) stigmatisiert. Rassismus hat nicht immer dieselbe Intensität, er kann von einfachen und verallgemeinernden, aber nicht zu unterschätzenden rassistischen Bemerkungen bis hin zur systematischen Verfolgung und Ermordung ganzer Gruppen reichen.

Mit dieser Begriffserklärung soll auf keinen Fall der Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhoben werden. Ziel ist es lediglich, ein Phänomen auf eine möglichst plausible Art und Weise zu erklären, und eine Definition auszuarbeiten, die auch auf die luxemburgische Gesellschaft für den hier behandelten Zeitraum übertragbar ist. Wenn ich auf den folgenden Seiten den Begriff Rassismus verwende, so werden die Konzeptionen und Ideen impliziert, die ich in diesem Kapitel ausgeführt habe.

II. Die 1970er Jahre: Rassismus – ein vernachlässigtes Phänomen?

II.1. Eine Zeit des Wandels

Die 1970er Jahre waren für das Großherzogtum Luxemburg ein bewegtes Jahrzehnt, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich. An erster Stelle sind der Bevölkerungswachstum und die dafür zuständige Immigration zu nennen. 1970 lebten in Luxemburg 339.841 Einwohner, und diese Zahl wuchs bis 1981 auf 364.602 an.[15] Der Anstieg war nur durch einen Wachstum der ausländischen Bevölkerung bedingt, ihre Zahl stieg von 62.504 im Jahr 1970 auf 95.789 elf Jahre später an, während die Zahl der Luxemburger in demselben Zeitraum durch Geburtenrückgang bedingt abnahm.[16]

Die Einwanderung war sicherlich kein neues Phänomen für Luxemburg, allerdings sind nun die Italiener von den Portugiesen abgelöst worden. Von insgesamt 7.361 Immigranten die 1970 nach Luxemburg kamen, waren 2.852 Personen portugiesischer Nationalität,[17] damit bildeten sie auch die größte Gruppe der Einwanderer. Hinzu trat die Niederlassung von Funktionären europäischer Institutionen und ihrer Familien, ein Phänomen, das schon seit den 1950er Jahren beobachtet werden kann.[18]

Um die Mitte der 1970er Jahre erlebte Luxemburg eine Stahlkrise. Der Rückgang der Stahl­industrie konnte jedoch durch eine wirtschaftliche Diversifikation kompensiert werden.[19] In demselben Zeitraum entwickelte sich Luxemburg zu einem internationalen Finanzplatz. Zwischen 1960 und 1980 stieg die Anzahl der Finanzinstitutionen von 17 auf 111 an.[20]

Damals wurden die Fundamente für die heutige Gesellschaft gelegt. Die beschriebenen Trends sollten noch in den folgenden Jahrzehnten zu beobachten sein, dies gilt insbesondere für die Einwanderung und den Anstieg der ausländischen Bevölkerung.

II.2. Wahrnehmung und Manifestationen des Rassismus

Rassistische Phänomene in den 1970er Jahren sind schlecht dokumentiert. Das öffentliche Interesse war klein, was möglicherweise an den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umständen (z.B. Stahlkrise) lag. Als einzige staatliche Institution ist der Service Social de l’Immigration, zu nennen, der 1964 auf Empfehlung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gegründet worden ist. Laut Serge Kollwelter, ehemaliger Präsident der ASTI, habe zwar der Service Social de l’Immigration eine nützliche Arbeit geleistet, es sei dem Sozialdienst aber nicht gelungen, eine durchgreifende Immigrationspolitik zu betreiben. Der Service Social de l’Immigration hatte keine Mittel dazu und setzte sich auch nur aus sechs Mitarbeitern zusammen.[21] Diese Kritik ist nicht nur von Serge Kollwelter zum Ausdruck gebracht worden.[22] Die Gesellschaftspolitische Aarbechtsgrupp an der Jugendpor Lëtzebuerg schrieb 1977 in einem forum -Artikel:

Le Service d’Immigration comprend un commissaire, trois assistant(e)s sociaux et une secrétaire pour 80.000 étrangers. Imaginez le fonctionnement de ce service, si un(e) employé(e) est malade, en congé ou en stage.“[23]

Auf gesellschaftlicher Ebene gibt es erst seit 1979, mit der Gründung der ASTI (Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés) als NRO,[24] eine transnationale antirassistische Organisation mit politischen Ansprüchen.[25]

Statistiken oder Berichte über Rassismus fehlen fast gänzlich. In den 1970er Jahren war die Immigration, wegen ihrer Aktualität, ein viel diskutiertes Thema. Dies zeigen zahlreiche Artikel, die aus dieser Zeit stammen.[26] Auch hat man sich verstärkt mit der Frage der nationalen Identität beschäftigt.[27]

Die Situation der Migranten wurde oft kritisiert. So veröffentlichte 1974 die Uniâo ein Schwarzbuch über die Situation der Fremdarbeiter in Luxemburg. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Artikel, Statistiken, Gedichte und Texte, die aber nicht unbedingt alle in Verbindung zu Luxemburg stehen und doch ein Bild der prekären Situation der Gastarbeiter geben.[28]

Rassismus kommt hingegen als Thema nur selten vor, auch wenn sich manche Immigranten über den Rassismus der Luxemburger beklagten.[29] Rechtsextremistische Gruppierungen, die rassistische Themen hätten aufgreifen können, existierten nicht, oder zumindest sind keine bekannt.[30]

Antirassistische Maßnahmen seitens der Regierung gab es keine. Lediglich das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung vom 21. Dezember 1965[31] ist per Gesetz am 1. Dezember 1977 anerkannt worden.[32]

1972 wies Michel Delvaux in einem Artikel im d’Letzeburger Land darauf hin, dass es keine Gesetze gab, die Verkaufsverweigerung unterbanden oder es einem Händler verboten, einen Kunden auf diskriminierende Weise zu behandeln.[33] Diese Situation sollte sich erst 1980 ändern.

Rassistische Phänomene scheinen nicht durch die Stahlkrise verstärkt worden zu sein. In den 1970er Jahren ist ihr Ursprung eher in der Einstellung gegenüber einem Anstieg der Immigranten und dem Auftauchen neuer ethnischer Minderheiten (‚schwarze’ Arbeiter) zu suchen, sowie in Haltungen, die sich nicht ausschließlich auf den hier behandelten Zeitraum beschränken (Antisemitismus).

II.2.1. Die Situation schwarzer Arbeiter

Auch wenn die Informationsdichte für die 70er Jahre sehr dünn ist, bedeutet dies nicht, dass es keine rassistischen Phänomene in Luxemburg gab, wie der Artikel „ Le racisme, un problème au Luxembourg? “ zeigt, der am 21. Juli 1972 im d’Letzeburger Land, einer politisch unabhängigen Wochenzeitung,[34] veröffentlicht worden ist. Darin schreibt Michel Delvaux, dass die „schwarzen“ Arbeiter in Luxemburg am meisten vom Rassismus betroffen seien, obwohl man ihre genaue Zahl nicht kenne:

Comme la Junte portugaise pratique une politique d’assimilation complète entre les ressortissants de ses „provinces d’Outre-Mer“ et la métropole, il est impossible, à moins d’établir des statistiques fondées sur la race, de savoir combien de travailleurs de couleur se trouvent parmi les 6.300 Portugais. Et c’est eux que menace le plus insidieusement le racisme.“[35]

In der Tat fehlt eine Statistik über die Anzahl der „schwarzen“ Arbeiter, was eventuell an zwei Ursachen liegen könnte: neben der ethischen Frage würde es schon an den objektiven Kriterien scheitern, da es zwischen ‚schwarz’ und ‚weiß’ unzählige Zwischenstufen gibt, die eine klare Trennung unmöglich machen. Wer als ‚schwarz’ angesehen wird, ist Resultat einer persönlichen oder gesellschaftlichen Zuschreibung.

Weiter beschreibt der Verfasser des Artikels die schlechten Lebensbedingungen der „schwarzen“ Arbeiter: sie seien dazu verdammt, in Bruchbuden dahin zu vegetieren („[...] condamnés à moisir dans des taudis.“).[36] Es gebe zwar keine Elendsviertel, doch im Grund und im Pfaffenthal würden die „Mieter“ auf wurmstichigen Fußböden hausen und in Betten mit schmutziger Bettwäsche schlafen.[37] Delvaux empört sich angesichts dieser Tatsachen darüber, dass in Sanem und Walferdingen Ausschüsse gegen die Errichtung von Aufnahmeeinrichtungen gegründet worden sind.

Darüber hinaus erwähnt Delvaux einen Brief des Justizministers Eugène Schaus (von der DP)[38] vom 18. Februar 1972 an den Industriellen- und Handwerkerverband, in dem geschrieben steht, dass aufgrund der schwierigen Assimilation und einer „möglichen“ Repatriierung („ rapatriement éventuel “) die potenziellen afrikanischen und asiatischen Arbeiter keine Aufenthaltserlaubnis erhalten können.[39] Der Verfasser des Artikels fragt sich, was man unter afrikanisch und asiatisch verstehen soll. Schließlich stelle sich die Frage, ob auch jemand afrikanischer Herkunft aber mit portugiesischer Nationalität ebenfalls rückgeführt würde, oder ob alle mit einer bestimmten Hautfarbe zurückgeführt würden, ungeachtet ihrer Nationalität. Die Aussage im Brief kann, wenn in die Tat umgesetzt, zu rassistischer Diskrimination führen. Des Weiteren bleibt unklar, was mit einer „möglichen“ Repatriierung gemeint ist. Die Regierung scheint nicht damit zu rechnen, dass die betroffenen Arbeiter sich dauerhaft in Luxemburg niederlassen könnten.

II.2.2. Antisemitismus

Neben Rassismus gegenüber ‚schwarzen’ Arbeitern ist auch Antisemitismus als Phänomen zu beobachten. Seit den 1970er Jahren erhält das jüdische Konsistorium in Luxemburg Briefe mit antisemitischem Inhalt. Die ersten Briefe wurden im Kontext des Nah-Ost-Konfliktes verfasst.[40] Sonstige Zwischenfälle gab es keine, man könnte lediglich Vorurteile und Beleidigungen („ houre Judd “) gegenüber Juden in Betracht ziehen, die es schon vorher gab. Zudem beinhaltet die luxemburgische Sprache Ausdrücke, die den Juden in ein negatives Licht stellen und wenig schmeichelhaft sind. Diese Ausdrücke reichen von Juddenaasch bis Juddenues, und in der Literatur bleiben die Juden auch nicht verschont, etwa bei Michel Rodange, der in seinem Rénert einen Protagonisten auftreten lässt, der le’it, flucht wie e roudde Judd.[41] Ein Reim sticht in diesem Kontext besonders heraus, der auch heute noch nicht ganz vergessen ist: „ Eent zwee dräi, et ass e Judd kapott, huel(t) e mat de Been a schleef(t) e fort “.[42]

III. 1980 bis 1996: Eine Zunahme rassistischer Phänomene oder verstärkte Sensibilisierung?

III.1. Rassismus und Rechtsextremismus

Ein Merkmal der Periode zwischen 1980 und 1996 ist das Aufkommen rechtsextremistischer Gruppierungen. Diese mögen sich zwar nicht offen als rassistisch bezeichnen, doch gibt es einige Punkte, die sich mit rassistischen Ideologien aus dem 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vergleichen lassen.

III.1.1. Die FELES als rassistische Vereinigung?

Im Zuge von Unstimmigkeiten innerhalb der Actioun Lëtzebuergesch und unter der Initiative von Charel Malané und Emile Schmit ist am 6. Oktober 1984 die FELES (Federatioun Eist Land Eis Sprooch) gegründet worden.[43] Schmit und Malané befürchteten eine „Überschwemmung“ portugiesischer Einwanderer und lehnten das Wahlrecht für Ausländer strikt ab, aus Angst, dass diese in Luxemburg das Ruder übernehmen könnten. „Luxemburg den Luxemburgern“[44], so lässt sich die Position der beiden FELES-Gründer zusammenfassen.

Die FELES setzt sich die Verteidigung Luxemburgs und der luxemburgischen Sprache zum Ziel.[45] Sie respektiere zwar die Bräuche und Sprache aller, aber im Gegenzug erwarte sie den gleichen Respekt für ‚ihre’ (d.h. die luxemburgische) Sprache, ‚ihre’ Bräuche und ‚ihr’ Staatssystem.[46] Die Sprache sei Teil der eigenen Identität.

Die FELES, welche ihre politische und religiöse Neutralität betont,[47] führt keinen offenen rassistischen Diskurs, allerdings gibt es in ihren Überzeugungen einige Parallelen zu rassistischen Theorien, insbesondere wenn es um die Angst vor dem Verlust der nationalen Identität geht. Ein Volk mit einer eigenen nationalen Identität bilde eine „Familie“ mit Recht auf Leben und Überleben. Letzteres sei allerdings durch innere und äußere Gefahren in Frage gestellt. Als innere Gefahr glaubt die FELES ein Abschwächen des Überlebensinstinktes zu identifizieren, sichtbar durch eine niedrige Geburtenrate sowie durch einen moralischen Verfall. Die äußere Gefahr würde sich bemerkbar machen, wenn der Einfluss der Ausländer überwiege.[48]

Mit diesem Gedankengut nähert sich die FELES den Vorstellungen eines französischen Schriftstellers und Philosophen, der mit seinem Essai sur l’inégalité des races humaines (1853-1855) viel zu den Rassentheorien beitrug: Arthur Comte de Gobineau (1816-1882). Gobineau verfasste seine Schrift in der Überzeugung, die Gefahren (Zentralisation und Konfrontation) für die französische Nation erkannt zu haben. Sein ideales Frankreich ist durch Ritterlichkeit, Ehre und dem aristokratischen Freiheitsideal geprägt, besteht aus Bauern und Aristokraten und zeichnet sich durch eine lokale Verankerung aus, also keine Zentralgewalt.[49]

Gobineau unterscheidet drei „Rassen“ mit jeweils unterschiedlichen Merkmalen: die gelbe, weiße und schwarze. Seine Rassentheorie überträgt er auf die französische Gesellschaft, wobei die „weiße Rasse“, von Natur aus überlegen, mit den Tugenden des Adels das ideale Frankreich symbolisiere. Gobineau wirft der Bourgeoisie („gelbe Rasse“) vor, den Adel zu korrumpieren.[50] Die „schwarze Rasse“, wenig intelligent aber mit überentwickelter Sinnlichkeit ausgestattet, sei stellvertretend für die Massen, der „entfesselte Mob“ in Frankreich.[51] Gobineau prophezeit eine Degeneration der „weißen Rasse“ durch den Einfluss der „gelben“ und „schwarzen Rassen“, welche in Zukunft die Geschichte beherrschen würden.[52]

Alphonse de Candolle (1854-1936) und Georges Comte Vacher de Lapouge (1854-1936) sind von Gobineau beeinflusst worden, allerdings versuchten sie ihre Theorien durch wissenschaftliche Erklärungen zu untermauern. Für de Lapouge, Vertreter des Sozialdarwinismus, stehe die arische „Rasse“, anpassungsfähig und den anderen „Rassen“ überlegen, vor der Herausforderung, überleben zu müssen. Die Feinde der Arier seien die minderwertigen „Rassen“, wie etwa die Juden.[53]

Dieser Exkurs in die Rassentheorie Gobineaus und zwei seiner Nachfolger soll eine komparative Analyse mit dem Diskurs der FELES ermöglichen. Die FELES redet zwar nicht von ‚Rassen’, in ihren Statuten erklärt sie sogar, dass sie die Kultur und Eigentümlichkeit „Anderer“ respektiere. Doch während es bei Gobineau die gelbe ‚Rasse’ ist, die eine Gefahr für die weiße darstellt, ist in der Vorstellungswelt der FELES das luxemburgische Volk durch die Ausländer gefährdet. Die nationale Identität laufe Gefahr einer „Degeneration“. Die Verbreitung ausländischer Kulturen und Lebensarten zwinge das luxemburgische Volk, sich an diese anzupassen.[54] Der Begriff der Ausländer wird auch nicht eingeschränkt, so dass Xenophobie und Rassismus hier Hand in Hand gehen.

Die FELES benutzt ein anderes Vokabular, doch dahinter verbirgt sich die gleiche Idee. Statt der arischen Rasse ist es die nationale Identität, an die Stelle der Juden treten die Ausländer. Die FELES lehnt eine inter- und multikulturelle Gesellschaft ab. Diese führe nur zu einem „Gulasch von Völkern“ und die „alten“ Kulturen würden zerstört.[55]

III.1.2. Der rassistische Diskurs bei der Gréng National Bewegung und der Eislécker Fräiheetsbewegung

Nachdem es innerhalb der FELES zu Streitigkeiten und Unstimmigkeiten gekommen war, ausgelöst durch die Kandidatur ihres Mitglieds Georges Dessouroux bei den Gemeindewahlen,[56] wurden 1987 zwei rechtsextreme Parteien gegründet: die Grüne Nationalbewegung (Gréng National Bewegung), sowie die Freiheitsbewegung des Oeslings (Eislécker Fräiheetsbewegung). Beide sind sich in ihren Zielen ähnlich, nur dass letztere den Schwerpunkt auf die bäuerliche Welt legt.[57]

Die GNB, später unter dem Namen National Bewegung (NB) bekannt, vertrat Ansichten, die sich kaum von denen der FELES unterschieden, nur wurden sie noch weiter ausgeführt, ohne politische Neutralität. Die GNB sieht sich als Verteidigerin der luxemburgischen Interessen und des luxemburgischen Kulturgutes, dazu zählte u.a. der „natürliche Lebensraum“,[58] ein Ausdruck der in ähnlicher Weise schon von den Nationalsozialisten benutzt worden war.[59]

Für die NB und die EFB gilt derselbe Leitspruch wie für die FELES: „Luxemburg den Luxemburgern“.[60] Im Rahmen ihrer Immigrationspolitik will die NB „illegale“ (d.h. sich illegal aufhaltende) Ausländer ohne Arbeit, die sich strafbar gemacht haben und von einer ansteckenden Krankheit befallen sind, abschieben.[61]

Die Programme der NB und EFB hat der Historiker Lucien Blau wie folgt zusammengefasst:

Les programmes du NB et du EFB expriment un différentialisme nationaliste qui se veut une rupture avec la modernité et qui porte en lui des tendances à l’auto-enfermement et à l’affrontement des cultures.“[62]

Die ethnische Einheit und Einheitlichkeit ist möglich und muss gegen jeglichen ausländischen Einfluss geschützt werden.[63]

Beide Parteien stellen sich auch gegen den Islam. Das Feindbild Jude, so Blau, sei bei der NB und EFB durch Moslem ersetzt worden. So wirft man den Muslimen vor, die „Weltherrschaft“ auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene an sich reißen zu wollen. Laut der NB sollen in Luxemburg zahlreiche Geschäfte in den Händen von „Iranern, Arabern usw.“ sein.[64] Auf welche Quellen sie sich dabei beruft, bleibt schleierhaft.

Weder bei den Wahlen von 1989, noch bei jenen von 1994 gelang der NB ein Durchbruch.[65] Die EFB ist schon 1991 aufgelöst worden, die NB hingegen erst 1995.[66]

III.2. Rassismus in der Gesellschaft

Rassismus bedarf nicht unbedingt einer rechten Partei. In den 1980er Jahren gab es auch einen ‚unorganisierten’ und latenten Rassismus, rassistische Verhaltensweisen und Diskurse also, die sich außerhalb irgendwelcher Parteien oder Organisationen offenbarten oder in scheinbar flüchtigen Äußerungen und Handlungen ihren Ausdruck fanden.

III.2.1. Die natalistischen Thesen

Als Beispiel sollen die natalistischen Thesen von Georges Als, Direktor des STATEC zu jener Zeit, herangezogen werden, die schon bis in die 1970er Jahren zurückgehen.[67] In seinem Artikel „ De la société traditionnelle à la crise de la famille “ aus dem Jahr 1989 macht er eine eher pessimistische Prognose für Luxemburg: „[…] le remplacement des générations n’est pas assuré du fait d’une chute excessive de la fécondité, ce qui fait planer une menace sur l’avenir du pays.[68]

Dieser düsteren Prognose sollte man nicht zu viel Gewicht verleihen, da die Bevölkerung nach 1989 weiter angestiegen ist.[69] Er macht in diesem Kontext auch keinen Unterschied zwischen luxemburgischen Staatsbürgern und Ausländern, sondern spricht allgemein von der luxemburgischen Gesellschaft. Georges Als vertritt eine sehr natalistische Familienpolitik, wenn auch ohne offenen Rassismus.

Schon 1986 war Als der Meinung, dass das Nationalgefühl auf gefährliche Weise abgenommen habe. Er empfand es als besonders demütigend, dass „wir“ die Ausländer bitten müssten, „unsere“ Nationalität anzunehmen, um dann eine Abfuhr zu erfahren.[70] Damit nähert er sich der Position der NB oder EFB an, selbst wenn seine Aussagen etwas nuancierter sind.[71]

Die Thesen der Natalisten sind unterschwellig, ohne allerdings rassistisches Wortgut zu übernehmen. Man zieht demographische Argumente heran um vor der Gefahr einer ausländischen „Übervölkerung“ zu warnen.[72] Georges Als ist in diesem Kontext kein Einzelfall: der französische Demograph Gérard Calot vertritt ebenfalls die These, dass die luxemburgische Bevölkerung am Verschwinden sei.[73] Die Immigrationsrate sei außergewöhnlich hoch, während die Geburtenrate der luxemburgischen Bevölkerung auf einem niedrigen Niveau liege.[74] Calot spricht von einer progressiven Verschlechterung der demographischen Situation.[75] In mehreren hypothetischen Szenarien stellt er einem Anstieg der ausländischen Bevölkerung die Abnahme der Einwohner luxemburgischer Nationalität gegenüber. Um die demographische Situation zu verbessern, schlägt Calot u.a. vor, den Rückgriff auf die Immigration möglichst zu begrenzen.[76] Eine Möglichkeit, die Anzahl der Personen luxemburgischer Nationalität auf einem stabilen Stand zu halten, könnte zwar auch darin bestehen, einer größeren Anzahl von Ausländern die luxemburgische Staatsbürgerschaft zu gewähren, doch wäre dies mit dem Risiko verbunden, dass dadurch die luxemburgische Nationalidentität verloren gehen könnte.[77]

Der Calot-Bericht wurde schon 1978 verfasst. Natalistische Thesen waren demnach schon gegen Ende der 1970er Jahre aufgetaucht. Des Weiteren kommt der Diskurs über die nationale Identität hier nicht rein zufällig vor, war es doch schließlich, wie weiter oben erwähnt, zu jener Zeit ein viel diskutiertes Thema.[78]

III.2.2. Rassismus gegenüber der schwarzen Bevölkerung

Rassistische Vorfälle gegenüber Schwarzen sind für die 1980er Jahre besser dokumentiert als in den Jahren davor. 1986 etwa wandten sich sechs Kapverdianer an die ASTI, nachdem sie fünf bis sechs Jahre lang illegal im Auftrag einer Firma in der Wohnung eines Ministers gearbeitet hatten.[79] 1988 kontaktierte ein Kapverdianer, der durch einen Arbeitsunfall von gesundheitlichen Problemen geplagt war, die ASTI, nachdem ein Arzt ihm u.a. folgendes Attest ausstellte: „[...] homme de race noire [...] d’une indolence et d’une inconscience typiques pour certains membres de la race noire [...]“.[80]

In seinem Artikel „Es ist nicht leicht, ein schwarzer Luxemburger zu sein“ von 1987 befasst sich Carel Scheltgen mit der Situation von Schwarzen, die die luxemburgische Nationalität angenommen haben. So berichtet ein luxemburgischer Schwarzer, dass er das Gefühl habe, am Arbeitsplatz diskriminiert zu werden. Insbesondere „sein erster Arbeitgeber [...] habe ihm immer wieder zu spüren gegeben, dass Schwarze weniger gälten [ sic ] als Weiße.“[81] Rassistische Grundhaltungen gibt es nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch auf dem Wohnmarkt. Ein Ehepaar berichtet in diesem Kontext, dass bei telefonischen Verabredungen für Besichtigungen die Wohnungen noch frei waren, sobald sie sich allerdings mit dem Mieter oder der Agentur trafen, die Unterkünfte plötzlich nicht mehr zum Verkauf standen. Über Telefon, so bemerkt Scheltgen zu Recht, kann man eben nicht die Hautfarbe des Gesprächspartners erkennen.[82]

Der Autor berichtet allerdings auch von positiven Erfahrungen der Befragten. Nicht jeder wird auf seinem Arbeitsplatz diskriminiert und es gibt auch solche, die sich in ihrem neuen Heimatland wohlfühlen. Es ist allerdings erstaunlich, dies noch positiv hervorheben zu müssen, obwohl es doch der Normalfall sein sollte.

Schwarze Adoptivkinder erhalten im Gegensatz zu den oben genannten Problemen zu viel unnatürliche Zuneigung. Sie werden als etwas Exotisches angesehen.[83] Daneben gibt es Kommentare, die von einem Überlegenheitsgefühl zeugen, etwa als eine Frau einer Mutter klarmachen wollte, dass ihr schwarzes Adoptivkind Probleme mit dem Lernen bekommen würde.[84]

Ähnlich wie beim Antisemitismus gibt es auch hier Beispiele in der Folklore für Rassismus gegenüber Schwarze, etwa der kohlpechschwarze Mohr im Struwwelpeter, wo „der Schwarze zum Symbol des Bösen wird“[85], oder das Spiel „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“.[86] Hinzu treten Ausdrücke wie français petit-nègre.[87] Es scheint offensichtlich, dass diese Beispiele nicht nur für die Zeit zwischen 1980 und 1996 gelten.

III.2.3. Antisemitismus

1981 ist im jüdischen Konsistorium eine Abteilung gegründet worden, welche für die Sicherheit der jüdischen Gemeinschaft in Luxemburg zuständig war. Dies geschah im Zuge verstärkter Selbstschutzreaktionen der jüdischen Gemeinschaften, insbesondere in Frankreich nach dem Attentat in der rue Copernic in Paris 1980.[88] Aber erst nach dem Attentat in der rue Marbeuf in Paris 1982, dank der Einsicht der Autoritäten und der Verantwortlichen der jüdischen Gemeinschaften, erhielten die Schutzabteilungen einen offiziellen Charakter. In Luxemburg bat Robert Krieps, der damalige Justizminister (LSAP), die zuständige Person im jüdischen Konsistorium, Kontakt mit den polizeilichen Behörden aufzunehmen und mit ihnen eng zusammen zu arbeiten, was bis heute der Fall geblieben ist, ohne dass die Abteilung ihre Unabhängigkeit verloren hätte.[89]

Mir wurde bestätigt, dass es Androhungen gab, insbesondere in Form von Briefen. Allerdings waren Letztere nicht unterschrieben und konnten daher niemandem zugeordnet werden. In einem Fall war ein Brief direkt an die Familie eines Mitglieds des Konsistoriums gerichtet. Es stellte sich heraus, dass das Schreiben von einem Schüler mit psychischen Problemen stammte, der dasselbe Gymnasium besuchte wie die Tochter des Betroffenen. Drohungen von rechten Gruppierungen in Luxemburg gab es allerdings nicht.[90]

Zu Beginn der 1980er wurden einige Gräber auf dem jüdischen Friedhof von Grevenmacher zerstört. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre kamen Grabschändungen in Esch-Lallingen in Form von Hakenkreuzen hinzu. Man verdächtigte Sympathisanten der Nationalbewegung, gefasst wurden die Täter in beiden Fällen nicht.[91]

In den 1990er Jahren stand in der Primärschule ein luxemburgisches Unterrichtsbuch („ Lëtzebuergesch an der Schoul “) mit z.T. antisemitischen Inhalten auf dem Programm.[92] 1997 wurde das Werk mit identischem Inhalt neu aufgelegt.[93] Im Kapitel „ Spaassen a Laachen “ kann man etwa, unter der Rubrik „ Wat onméiglech as “, folgende Aussage lesen: „ E Judd beim Focken [feilschen] z’iwwerschnëssen [...]“.[94]

Revisionistische Theorien stießen in Luxemburg kaum auf Gehör. 1992/93 gab es lediglich den Fall eines Lehrenden, der an der Waldorfschule in seinem Geschichtskurs solche Thesen übernahm, die u.a. die Existenz der Gaskammern verneinen. Angesichts des öffentlichen Aufschreis distanzierte sich die Direktion der Schule vom Gastlehrer und verlängerte nicht mehr seinen Vertrag.[95]

Nach einer Analyse der oben aufgezählten Geschehnisse fällt auf, dass Antisemitismus in Luxemburg einen abstrakten, latenten oder subtilen Charakter hat, da er hauptsächlich in der Folklore, in Drohungen und in Vandalismus zum Ausdruck kommt, und sich nicht in körperlichen Angriffen gegen Juden äußert.

III.2.4. Die Polemik über das Luxemburger Wörterbuch

Das Luxemburger Wörterbuch, das Ausdrücke aus der luxemburgischen Literatur und Alltagssprache des 19. und Anfang 20. Jahrhunderts sammelte, ist 1950 zum ersten Mal erschienen und hat seither wiederholt für Unmut und Kritik insbesondere vonseiten des jüdischen Konsistoriums gesorgt.[96] Grund dafür sind antijüdische und antisemitische Inhalte (Begriffe, Redensarten, Sprichwörter) die auf die Physiognomie, die Religion oder die Charakterzüge der Juden anspielen.[97] 1994 ist das Werk von der Sektion für Linguistik, Folklore und Toponymie des großherzoglichen Instituts neu aufgelegt worden, „ohne die geringste Korrektur der pejorativen Ausdrücke“.[98] Diese Entscheidung, die für Paul Cerf schon an eine Provokation grenzte,[99] sorgte umso mehr für einen Aufschrei, da das großherzogliche Institut, der Herausgeber des Wörterbuchs, ein offizielles Organ ist und die entsprechenden Autoritäten schon seit langem über die antisemitischen Worterklärungen informiert waren.[100] Seit den 1980er Jahren sind Briefe an die Kulturminister geschrieben worden, erhielten aber immer nur Antworten, die beschwichtigen sollten, ohne dass etwas unternommen wurde.[101] Die zuständige Sektion des Instituts hat versucht ihr Vorgehen zu verteidigen, indem sie u.a. argumentierte, dass es wie in jedem anderen Wörterbuch auch hier Begriffe gäbe, die wenig schmeichelhaft gegenüber bestimmten Gruppen seien. In diesem Punkt unterscheide sich das Luxemburgische nicht von den anderen Sprachen.[102]

Bei der Verleihung des Oppenheimer-Preises am 22. Oktober 1996 kritisierte der Präsident des jüdischen Konsistoriums das Wörterbuch, und am 7. November wurde im Tageblatt ein Artikel von Paul Cerf veröffentlicht worden, in dem er die rhetorische Frage stellt, ob

„[...] au nom de cette liberté d’expression, il fallait collectionner des mots et expressions remontant au Moyen-Âge, à une époque où les juifs vivaient une vie de parias et qui sont tombées en désuétude depuis belle lurette?[103]

Angesichts der Polemik und den Reaktionen der jüdischen Gemeinschaft entschied der Regierungsrat am 8. November 1996, das großherzogliche Institut zur Rücknahme des luxemburgischen Wörterbuches zu bewegen.[104]

In diesem Fall wird der schmale Grat zwischen freier Meinungsäußerung und Rassismus deutlich. Das Institut hatte sicherlich keine rassistischen Motive, vielleicht sah sie es als historisch dokumentarische Aufgabe und als ihre Pflicht, auch Begriffe aufzunehmen, die antijüdische Konnotationen tragen, da diese schließlich zum Kulturgut gehören.

Die Reaktion der jüdischen Gemeinschaft mag verständlich sein, doch die antijüdischen Begriffe spiegeln auch die Sicht der Gesellschaft auf die Juden wieder. Selbstverständlich wäre es allerdings auch falsch, antisemitische Begriffe kommentarlos in ein Wörterbuch aufzunehmen, das für den alltäglichen Gebrauch gedacht ist.[105] Laut dem Linguisten Joseph Reisdoerfer müsse man unterscheiden zwischen einem Wörterbuch, der den „bestehenden und eventuell schon ausgestorbenen Sprachschatz dokumentiert“, und einem Handwörterbuch, „in dem der gemeine Bürger die korrekte Schreibweise oder mehrfache Bedeutung eines Wortes nachschlägt.“[106] Ein historisches Lexikon wäre für den oben genannten Zweck besser geeignet gewesen.[107]

[...]


[1] Geulen etwa unterscheidet Rassismus von einer Ideologie. Rassismus erklärt nicht die Welt wie sie ist, sondern wie sie sein sollte. Eine Ideologie hingegen dient zur Rechtfertigung von existierenden Macht- und Herrschaftsverhältnissen (Geulen, Christian, Geschichte des Rassismus. München 2007, S. 12.). Meiner Meinung nach ist diese Definition unbefriedigend, denn eine Ideologie kann durchaus auch eine ‚ideale’ Welt beschreiben. Der Sozialismus z.B. entwickelte sich bevor es einen sozialistischen/kommunistischen Staat gab. Umgekehrt kann der Rassismus auch das Vorgehen eines Regimes rechtfertigen (etwa die Verfolgung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland). Die meisten Historiker vermeiden den Begriff Ideologie, möglicherweise weil dieser definitorische Probleme nach sich zieht. Ich bevorzuge den Begriff des Denksystems, den etwa Mosse benutzt (Mosse, George L., Die Geschichte des Rassismus in Europa. Frankfurt am Main erw. Auflage 2006, S. 7.).

[2] Vgl. hierzu: Geulen, Christian, Geschichte des Rassismus. München 2007, S. 12.

[3] Vgl. hierzu: Hund, Wulf D., Rassismus. Die soziale Konstruktion natürlicher Ungleichheit. Münster 1999, S. 7.

[4] Vgl. hierzu: Rattansi, Ali, Racism. A Very Short Introduction. New York 2007, S. 7.

[5] Geulen, Rassismus (wie Anm. 2), S. 10.

[6] Vgl. hierzu: Hund, Wulf D., Negative Vergesellschaftung. Dimensionen der Rassismusanalyse. Münster 2006, S. 15.

[7] Art. 2 § 2 in der Erklärung über „Rassen“ und rassistische Vorurteile, veröffentlicht auf: http://www.unesco.de/erklaerung_rassist_vorurteile.html [Letzter Zugriff am 17. November 2011].

[8] Auch wenn etwa für Rattansi der Begriff ‚Rasse’ sowohl biologische als auch kulturelle Elemente beinhalten kann (Vgl. hierzu: Rattansi, Racism (wie Anm. 4), S. 7).

[9] Im „Internationalen Einkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung“ der UNO von 1965 wird es etwas ausführlicher beschrieben; vgl. hierzu: Schirrmacher, Thomas, Rassismus. Alte Vorurteile und neue Erkenntnisse. Holzgerlingen 2009, S. 19.

[10] Die in den Jahren 1997 und 2006 eingeführten Artikel des luxemburgischen Strafgesetzbuches, welche Rassismus (Art. 457) und rassistische Diskriminierung (Art. 454 und 455) verbieten sind im Kapitel „Du racisme, du révisionnisme et d’autres discriminations“ zusammengetragen. Der Titel selbst suggeriert, dass Rassismus schon eine Form der Diskriminierung sei. Nichtsdestotrotz wird, obwohl eine explizite Definition fehlt, anhand der Artikel im Strafgesetzbuch eine Grenze zwischen Rassismus und rassistische Diskriminierung gezogen, mag sie auch subtil sein (vgl. hierzu: Moyse, François, Echec à la discrimination. Analyse de la législation luxembourgeoise autour de la transposition des directives européennes 2000/43/CE et 2000/78/CE. Bruxelles 2009, S. 136f.).

[11] Vgl. hierzu: Schirrmacher, Thomas, Rassismus. Alte Vorurteile und neue Erkenntnisse. Holzgerlingen 2009, S. 16f. „[Rassismus] reicht von Vorurteilen und Diskriminierung über Sklaverei und Rassentrennung hin zu Pogromen, Vertreibungen, ethnischen Säuberungen und Völkermord.“

[12] Vgl. hierzu: Fredrickson, George M., Rassismus. Stuttgart 2011, S. 15.

[13] Vgl. hierzu: Schirrmacher, Rassismus (wie Anm. 11), S. 22.

[14] Fredrickson, Rassismus (wie Anm. 12), S. 233.

[15] Statec 2003, Recensement de la population. Population par nationalité 1875 – 2003. Verfügbar auf: http://www.statistiques.public.lu/stat/TableViewer/tableView.aspx?ReportId=389&IF_Language=fra&MainTheme=2&FldrName=1&RFPath=68 [Letzter Zugriff: 20. November 2011].

[16] Idem.

[17] Statec 2011, Arrivées, départs et excédents des arrivées sur les départs 1967-2010. Verfügbar auf: http://www.statistiques.public.lu/stat/TableViewer/tableView.aspx?ReportId=473&IF_Language=fra&MainTheme=2&FldrName=2&RFPath=98 [Letzter Zugriff: 4. Juni 2012].

[18] Vgl. hierzu: Trausch, Gilbert, Comment faire d’un Etat de convention une nation? In: Trausch, Gilbert (Hg.), Histoire du Luxembourg. Le destin européen d’un „petit pays“. Toulouse 2003, S. 269.

[19] Vgl. hierzu: Trausch, Comment faire d’un Etat de convention une nation? (wie Anm. 18), S. 262.

[20] Vgl. hierzu: Trausch, Comment faire d’un Etat de convention une nation? (wie Anm. 18), S. 262f.

[21] Vgl. hierzu : Kollwelter, Serge, „forum“ et l’immigration. In: forum N° 150 (1994), S. 6.

[22] Siehe auch : Uniâo, Fremdarbeiter. Ein Schwarzbuch über ihre Situation in Luxemburg. Luxemburg 1974, S. 10. Hier wird das finanzielle Problem angesprochen.

[23] GAG, L’information des immigrés. Un besoin urgent. In : forum N° 16 (1977), S. 8. Zusammengezählt sind es sogar nur fünf Mitarbeiter (eventuell variierte ihre Anzahl).

[24] Vgl. hierzu: http://www.asti.lu/asti/notre-ambition-l’independance/creee-en-1979/ [Letzter Zugriff: 2. Dezember 2011].

[25] Vgl. hierzu: Kollwelter, Serge / Zuccoli, Laura, Chronique de l’ASTI 1979-2010. In: Pauly, Michel (Hg.), ASTI 30+. Migrations, Recherches, Engagements. Luxembourg 2010, S. 26. Vor der Gründung der ASTI gab es allerdings schon die Uniâo, 1972 gegründet (vgl. hierzu: Kollwelter, Serge, „forum“ et l’immigration. In: forum N° 150 (1994), S. 6), welche in gewisser Hinsicht auch die Vorgängerorganisation gewesen ist und sich u.a. für die Rechte der Immigranten einsetzte (z.B.: UNIAO, Doits politiques pour les immigrés. In: forum N° 16 (1977), S. 4).

[26] Vgl. hierzu: Statec, Repères bibliographiques concernant l’évolution économique et sociale au Luxembourg à partir du début du 20e siècle (Bd. 1). Luxemburg 2008, S. 555, S. 568, S. 585, S. 587 und S. 590. Zudem hat forum 1977 ein Dossier zum Thema Immigration und Integration veröffentlicht (Immigrés = Intégrés? In: forum N° 16 (1977)).

[27] Vgl. hierzu: Statec, Repères bibliographiques concernant l’évolution économique et sociale au Luxembourg à partir du début du 20e siècle (Bd. 1). Luxemburg 2008, S. 556-567. Statec hat hierfür eine separate Auflistung erstellt.

[28] Vgl. hierzu : Uniâo, Fremdarbeiter. Ein Schwarzbuch über ihre Situation in Luxemburg. Luxemburg 1974.

[29] An dieser Stelle möchte ich auf einige Aussagen von Immigranten hinweisen, abgedruckt in: forum N° 16 (1977), S. 5f. Allerdings soll damit nicht der Anspruch auf Repräsentativität erhoben werden.

[30] In seinem Werk Histoire de l’extrême-droite au Grand-Duché de Luxembourg au XXe siècle erwähnt Lucien Blau für die 1970er Jahre keine rechtsextremistische Gruppierung.

[31] Auf der Seite http://www2.ohchr.org/french/law/cerd.htm steht der Text zur Verfügung. Die Konvention ist von der UN-Generalversammlung am 21. Dezember 1965 verabschiedet worden.

[32] Vgl. hierzu: Loi du 1er décembre 1977 portant approbation de la Convention internationale sur l’élimination de toutes les formes de discrimination raciale. In: Mémorial A N° 76 (1977), S. 2478.

[33] Vgl. hierzu: Delvaux, Michel, Le racisme, un problème au Luxembourg? In: d’Letzeburger Land N° 30 (21. Juli 1972), S. 3. Delvaux bezieht sich hierbei auf einen Artikel von Jean Jaans, der in d’Letzeburger Land vom 11.02.1972 veröffentlicht worden ist.

[34] Vgl. hierzu: http://www.land.lu/index.php/historique.html [Letzter Zugriff: 24. November 2011].

[35] Vgl. hierzu: Delvaux, Le racisme (wie Anm. 33), S. 3.

[36] „[...] condamnés à moisir dans des taudis.“ (Delvaux, Le racisme (wie Anm. 33), S. 3).

[37] Vgl. hierzu: Delvaux, Le racisme (wie Anm. 33), S. 3. „ Nous n’avons pas de bidonvilles, il est vrai. Mais au Grund, au Pfaffenthal, les „locataires“ sont parqués sur le plancher vermoulu et se relaient dans des lits aux draps immondes.

[38] Thewes, Guy, Les gouvernements du Grand-Duché de Luxembourg depuis 1848. Luxemburg 2011, S. 173. Verfügbar auf : http://www.gouvernement.lu/publications/gouvernement/gouvernements_depuis_1848/index.html.

[39] Vgl. hierzu: Delvaux, Le racisme (wie Anm. 33), S. 3.

[40] Vgl. hierzu: Meyer, Alain, Les modalités d’expression de l’antisémitisme après la Seconde Guerre mondiale au Luxembourg; Vortrag im Rahmen des Kolloquiums “Emancipation – éclosion – persécution. Le développement de la communauté juive luxembourgeoise de la Révolution française à la Seconde Guerre mondiale” am 27. Oktober 2011 in Esch/Alzette.

[41] Vgl. hierzu: Cerf, Paul, De l’antisémitisme au Grand-Duché de Luxembourg. In: Harpes, Jean-Paul (Hg.), La situation au Luxembourg. Enquête sur les droits de l’homme menée par le séminaire de philosophie du Centre universitaire de Luxembourg en collaboration avec la Commission nationale luxembourgeoise pour l’Unesco (Publications du Centre universitaire de Luxembourg. Séminaire de philosophie II.1). Luxembourg 1998, S. 35.

[42] Den Reim habe ich noch selbst gehört, er wurde von einem meiner Lehrer im Gymnasium während eines Kurses gesungen. Allerdings tat er dies nicht aus rassistischen Motiven, sondern um zu zeigen, dass die luxemburgische Folklore noch antijüdische Inhalte hat. Den Spruch kann man auch im Luxemburger Wörterbuch nachlesen (vgl. hierzu: Artikel „Judd“ in: Luxemburger Wörterbuch (Band 2). Luxemburg 1955/62, Sp. 249b). Zur Kontroverse dieses Nachdrucks, siehe Kapitel III.2.4., S. 26.

[43] Vgl. hierzu: Blau, Lucien, Histoire de l’extrême-droite au Grand-Duché de Luxembourg au XXe siècle. Esch-sur-Alzette 2005, S. 519.

[44]Le Luxembourg aux Luxembourgeois !“ (Eis Sprooch, N° 16 XXII Jor (1984), p. 45; vgl. hierzu auch: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 520). Dieser Spruch geht eigentlich auf Lucien Koenig zurück. Die FELES sieht sich in der direkten Nachfolge zum Nationalismus der 1930er Jahre, den Lucien Koenig weitgehend mitgeprägt hatte (vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 526f.).

[45]Le but de la fédération est la défense de notre pays et de notre langue.“, im Art. 3 der Statuten; vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 522.

[46] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 522.

[47] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 522.

[48] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 530.

[49] Vgl. hierzu: Mosse, George L., Die Geschichte des Rassismus in Europa. Frankfurt am Main erw. Auflage 2006, S.76.

[50] Vgl. hierzu: Mosse, Rassismus in Europa (wie Anm. 49), S. 77f.

[51] Vgl. hierzu: Mosse, Rassismus in Europa (wie Anm. 49), S. 78.

[52] Vgl. hierzu: Mosse, Rassismus in Europa (wie Anm. 49), S. 79. Später sollte Gobineau allerdings eine weniger pessimistische Sicht einnehmen.

[53] Vgl. hierzu: Mosse, Rassismus in Europa (wie Anm. 49), S. 82f.

[54] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 531.

[55] Vgl. hierzu: Firwat mir géint eng interkulturell Gesellschaft zu Lëtzebuerg sin! In: de Lëtzebuerger N° 6, S. 9-11; Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 534.

[56] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 552-554.

[57] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 555f.

[58] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 555.

[59] Hitlers Ziel war es u.a., „Lebensraum“ im Osten zu erobern (vgl. hierzu : Mazower, Mark, Hitlers Imperium. Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. München 2009, S. 60f.).

[60] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 563.

[61] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 569.

[62] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 578.

[63] Vgl. hierzu: Mouvements d’extrême-droite au Luxemburg. In: forum N° 102 (1988), S. 4. Der Artikel kommentiert auf kritische Weise die Standpunkte der FELES, NB und EFB und vergleicht sie an manchen Stellen auch mit der nationalsozialistischen Ideologie.

[64] „E ganze Koup Geschäfter hei zu Lëtzebuerg [...] sin an den Hänn vun Iraner, Araber asw“ (Den Islam organiséiert sech zu Lëtzebuerg. In: NB-Resistenzblat N° 1, S. 2; vgl. hierzu auch: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 584).

[65] Lucien Blau geht an dieser Stelle noch etwas genauer auf die Wahlresultate ein (vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 611.

[66] Vgl. hierzu: Besch, Sylvain, Le Luxembourg, pays immunisé contre le racisme? Le débat face au racisme et à la xénophobie au Luxembourg entre 1993 et 1996 (Sesopi-Centre intercommunautaire - Recherche Etude Documentation N° 2). Luxembourg 1997, S. 19f.

[67] Vgl. hierzu: Pauly, Michel, Le phénomène migratoire: une constante de l’histoire luxembourgeoise. In: Pauly, Michel (Hg.), ASTI 30+. Migrations, Recherches, Engagements. Luxembourg 2010, S. 68.

[68] Als, Georges, De la société traditionnelle à la crise de la famille. 150 ans de mutations démographiques 1839-1989. In: Mémorial 1989. La société luxembourgeoise de 1839 à 1989. Luxembourg 1989, S. 105.

[69] Seine Aussagen habe ich in einer früheren Arbeit anhand mehrerer Statistiken widerlegt (vgl. hierzu: Spirinelli, Fabio, Die Geschichte der Familie. Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Von der Wiege bis zur Bahre. Lebenswelten, Strukturen und Debatten 15.-21. Jahrhundert“. Universität Luxemburg Wintersemester 2010/2011, S. 21f.).

[70] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 619.

[71] Vgl. hierzu: Blau, Extrême-droite (wie Anm. 43), S. 617.

[72] Vgl. hierzu: Scuto, Denis, Comment on devient Luxembourgeois. Deux siècles de réformes du droit de la nationalité. In: Pauly, Michel (Hg.), ASTI 30+. Migrations, Recherches, Engagements. Luxembourg 2010, S. 89.

[73] Vgl. hierzu: Pauly, Le phénomène migratoire (wie Anm. 67), S. 68; und: Scuto, Denis, Comment on devient Luxembourgeois (wie Anm. 72), S. 90.

[74] Vgl. hierzu: Calot, Gérard, La démographie du Luxembourg : passé, présent et avenir. Rapport au Président du gouvernement. [k.A.] 1978, S. 89.

[75] Vgl. hierzu: Calot, La démographie du Luxembourg (wie Anm. 74), S. 40.

[76] Vgl. hierzu: Calot, La démographie du Luxembourg (wie Anm. 74), S. 100f.

[77] Vgl. hierzu: Calot, La démographie du Luxembourg (wie Anm. 74), S. 97.

[78] Siehe hierzu Kapitel II.2., S. 13 meiner Arbeit.

[79] Vgl. hierzu: Kollwelter / Zuccoli, Chronique de l’ASTI (wie Anm. 25), S. 43.

[80] Kollwelter / Zuccoli, Chronique de l’ASTI (wie Anm. 25), S. 28.

[81] Scheltgen, Carel, Es ist nicht leicht, ein schwarzer Luxemburger zu sein. In: Luxemburger Marienkalender Jg. 106 (1987), S. 158.

[82] Vgl. hierzu: Scheltgen, Carel, Es ist nicht leicht, ein schwarzer Luxemburger zu sein (wie Anm. 81), S. 158.

[83] Eine Grundhaltung, die schon deutlich älter ist, wie etwa die Praxis des Völkerschauens im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt (vgl. hierzu: Schirrmacher, Rassismus (wie Anm. 11), S. 17).

[84] Vgl. hierzu: Scheltgen, Es ist nicht leicht, ein schwarzer Luxemburger zu sein (wie Anm. 81), S. 160.

[85] Scheltgen, Es ist nicht leicht, ein schwarzer Luxemburger zu sein (wie Anm. 81), S. 157.

[86] Scheltgen, Es ist nicht leicht, ein schwarzer Luxemburger zu sein (wie Anm. 81), S. 157. Dieses Spiel hat man noch zu meiner Zeit im Sportunterricht in der Primärschule gespielt.

[87] Ein Ausdruck, der z.B. meine Französischlehrerin im Gymnasium ab und zu benutzte, um schlechtes Französisch zu bezeichnen.

[88] Ein Mitglied des jüdischen Konsistoriums in einer e-mail vom 29. November 2011 (der Name ist dem Autor bekannt). Informationen zum Attentat: Weill, Nicolas, Il y a dix ans l’attentat de la rue Copernic. In: Le Monde vom 30. September 1990 (Verfügbar auf: http://www.lemonde.fr/cgi-bin/ACHATS/acheter.cgi?offre=ARCHIVES&type_item=ART_ARCH_30J&objet_id=502436 [Letzter Zugriff am 15. Dezember 2011]).

[89] Ein Mitglied des jüdischen Konsistoriums in einer e-mail vom 29. November 2011 (der Name ist dem Autor bekannt).

[90] Idem.

[91] Vgl. hierzu: Meyer, L’antisémitisme après la Seconde Guerre mondiale au Luxembourg (wie Anm. 40).

[92] Bei dem Buch handelt es sich um „Lëtzebuergesch an der Schoul“, das heute nicht mehr in der Schule benutzt wird. In seinem Artikel „Kleiner Judenwitz gefällig?“ geht Guy Rewenig genauer auf das Problem ein (vgl. hierzu: Rewenig, Guy, Kleiner Judenwitz gefällig? In: forum N° 186 (1998), S. 11-14).

[93] Vgl. hierzu: Rewenig, Guy, Kleiner Judenwitz gefällig? In: forum N° 186 (1998), S. 11.

[94] Service Central des Imprimés de l’Etat, Lëtzebuergesch an der Schoul. Luxemburg 1997, S. 21.

[95] Vgl. hierzu: Cerf, Paul, De l’antisémitisme au Grand-Duché de Luxembourg (wie Anm. 41), S. 41.

[96] Vgl. hierzu: Besch, Le Luxembourg, pays immunisé contre le racisme? (wie Anm. 66), S. 15.

[97] Auszüge aus dem Artikel „ Judd “: „Vergleiche: e léit, flucht wéi e roude Judd (Rodange, R. XIII,55 legt der Öslinger Wölfin die Variante als wi rukt Jugden in den Mund; [...]) — du bas een ewéi den éiwege J. (du hast keine Ruhe); [Redensarten]: 't mengt een, 't hätt e J. sech erhaangen (wenn draußen der Sturm tobt) — du hues dem J. an de Knéi gebass (meist dafür: enger aler Fra, dénger Groussmamm — zu einem Kind, dem ein Milchzahn fehlt) — [...] Kinderreime und Spässe: [...] Eent zwee dräi, 't as e J. kapott, huel(t) e mat de Been a schleef(t) e fort [...].“ (Artikel „Judd“ in: Luxemburger Wörterbuch (Band 2). Luxemburg 1955/62, Sp. 249b).

[98] Interview der forum-Redaktion mit Alain Meyer (Gehören antijüdische Vorurteile in ein Wörterbuch? Ein Gespräch mit Alain Meyer vom jüdischen Konsistorium. In: forum N° 175 (1997), S. 33).

[99] Vgl. hierzu: Cerf, Paul, De l’antisémitisme au Grand-Duché de Luxembourg (wie Anm. 41), S. 36.

[100] Vgl. hierzu: Besch, Le Luxembourg, pays immunisé contre le racisme? (wie Anm. 66), S. 15.

[101] Vgl. hierzu: Gehören antijüdische Vorurteile in ein Wörterbuch? Ein Gespräch mit Alain Meyer vom jüdischen Konsistorium. In: forum N° 175 (1997), S. 33.

[102] Vgl. hierzu: Besch, Le Luxembourg, pays immunisé contre le racisme? (wie Anm. 66), S. 15.

[103] Cerf, Paul, La Secton linguistique de l’Institut Grand-Ducal patronne un ouvrage antisémite, anticlérical, xénophobe et obscène. In: Tageblatt vom 7. November 1996, S. 10.

[104] Vgl. hierzu: Besch, Le Luxembourg, pays immunisé contre le racisme? (wie Anm. 66), S. 15.

[105] Denkbar wäre ein historiographischer Kommentar. Tatsächlich wird im Wörterbuch aber darauf hingewiesen, dass man die Begriffe nicht als Antisemitismus verstehen soll, sondern „als formelhafte Begriffe aus dem traditionellen luxemburgischen Sprachgebrauch.“ (Gehören antijüdische Vorurteile in ein Wörterbuch? Ein Gespräch mit Alain Meyer vom jüdischen Konsistorium. In: forum N° 175 (1997), S. 34).

[106] Pauly, Michel, Das Luxemburger Wörterbuch – Streit nicht nur um Wörter. In: forum N° 175 (1997), S. 27.

[107] Ein Vorschlag, den auch Alain Meyer in ähnlicher Weise im Interview mit forum gemacht hat (vgl. hierzu: Gehören antijüdische Vorurteile in ein Wörterbuch? Ein Gespräch mit Alain Meyer vom jüdischen Konsistorium. In: forum N° 175 (1997). S. 34).

Details

Seiten
75
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783955495824
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296970
Institution / Hochschule
Université du Luxembourg
Note
Schlagworte
Antisemitismus Islamophobie Diskriminierung Fremdenfeindlichkeit

Autor

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Titel: Geschichte des Rassismus und des Antirassismus in Luxemburg von 1970 bis 2011