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Welche Sprache ist meine Muttersprache? Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Aussiedlerkindern

Examensarbeit 2009 74 Seiten

Leseprobe

2.2.2. Die Integration

Eine notwendige Anpassung an die Normen der aufnehmenden Gesellschaft „mit der gleichzeitigen Beibehaltung der ursprünglichen Kultur und Identität“[1] wird als Integration bezeichnet. Im öffentlichen Leben passt sich die Gruppe den Normen und Gesetzen des Landes an, die Privatsphäre mit Sprache, bestimmten Traditionen bleibt weitgehend unverändert, das heißt, es findet keine kulturelle Anpassung statt. Dabei integriert „der Migrant in seiner Persönlichkeitsstruktur, also in sich selbst, die zwei Kulturen und Sprachen“[2]. Es ist offensichtlich, dass man in diesem Fall durch den integrativen Gedanken motiviert wird und keine Abneigung der eigenen Herkunft und Sprache gegenüber erlebt. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Zugehörigkeit zu der Migrantengemeinschaft, welche durch bestimmte Merkmale wie z. B. Akzent manifestiert wird. Es hat seine Wurzeln und Auswirkungen, ob man sich dieser Zugehörigkeit schämt, oder sich als gleichberechtigtes Gesellschaftsmitglied mit dem Migrationhintergrund empfindet.

Die Ergebnisse der Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung 1/2009 lassen Aussiedler zu der bestintegrierten Einwanderergruppe zählen:

„Am besten integriert sind – kaum verwunderlich – Aussiedler und die Personen aus den Weiteren Ländern der EU-25 (ohne Südeuropa). Sie gehören zumeist zu der europaweiten Wanderungselite, die leicht Beschäftigung findet und sehr gut gebildet ist – sogar besser als der Durchschnitt der einheimischen Bevölkerung." [3]

Möglicherweise wurde es dadurch bedingt, dass die Aussiedler einerseits „mit einem ungewöhnlichen Anpassungswillen nach Deutschland kommen“[4] und andererseits lebten sie die letzten 60-70 Jahre in einem Multivölkerstaat, wo das Zusammentreffen verschiedener Kulturen zur täglichen Erfahrung gehörte. Die ganze Entwicklung der Sowjetuniondeutschen nach dem zweiten Weltkrieg ist als Schule der Integration zu verstehen.

2.2.3. Die Isolation

Aus der Sicht des Aufnahmelandes haben die Sowjetuniondeutschen sich in den letzten Jahren gut in die Gesellschaft eingefügt, doch wird es von der anderen Seite auch so empfunden? Oder hat man sich nur an die gezwungene Halbtaubheit unter den Deutschsprachigen gewöhnt, hat „soviel Kontakt wie nötig und sowenig wie möglich“ und hofft dabei, dass die Kinder eine bessere Zukunft haben werden? Hier ist die Rede von Isolation, die sehr häufig Hausfrauen betrifft, welche ihrerseits für die Erziehung der Kinder zuständig sind. Die Sprachkontakte mit den `Deutschen` oder Einheimischen werden auf das notwendige Minimum reduziert, was zur Abgrenzung in der sozialen Umgebung führt. Es ist allerdings fraglich, ob solche Situationen sich positiv auf die Russischkenntnisse der Kinder auswirken. Viele Familien leben in Ortschaften mit einem sehr hohen Aussiedleranteil der Bevölkerung, es führt zu Entstehung einer Gettosituation, was die Integration nicht gerade leicht macht. „ Jeder vierte Einwohner von Cloppenburg ist Aussiedler. Bei Gewalt- und Drogendelikten liegen die jungen Russlanddeutschen vorn, bei der Integration aber oft hinten. Die meisten leben in einer Parallelgesellschaft.“ [5]

2.2.4. Die Dissimilation

In diesem Teil handelt es sich um das Gegensatz von Assimilation. Die Dissimilation erfolgt nach bestimmten Stufen der Assimilation und impliziert u. a. die Wiederentdeckung der Heimatsprache und der kulturellen Muster der Herkunftskultur[6]. In den letzten fünf Jahren ist ein verstärktes Interesse an der russischen Sprache und Kultur zu beobachten. Viele Vereine bieten neben dem Russischunterricht für Kinder auch Literaturabende und Theateraufführungen mit und für die russischsprechende Gemeinschaft. „Встречa земляков“ (Vstreča zemljakov) – „Das Treffen der Landsleute“, wo sich Menschen aus den gleichen Regionen wieder sehen, über die Vergangenheit und Zukunft sprechen und feiern, ist keine Seltenheit. Unter anderem sind folgende Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussen, zu benennen: die politische und ökonomische Stabilisierung des Herkunftslandes und die damit verbundene Aufwertung der eigenen Identität, was seinerseits ein verstärktes Selbstwertgefühl der Einwanderer projiziert, die sich ihrer Herkunft nicht zu schämen brauchen und „ihren russischen Anteil“ nicht ablegen müssen. Auch die gewachsene Toleranz und Offenheit in der deutschen Bevölkerung dem Fremden gegenüber trug dazu bei.

2.3. Zwischenfazit

Die in den oberen Kapiteln durchgeführte Strukturierung ist sehr hilfreich für das Verständnis des ganzen Themas, es ist jedoch anzuzweifeln, dass es im wirklichen Leben derartig strikte Aufteilung möglich ist. Sicherlich können viele Menschen mit Migrationhintergrund in mehreren Taktiken gleichzeitig das eigene Tun erkennen. Für die vorliegende Arbeit ist es wichtig die Ursachen der unterschiedlichen Einstellungen zur eigenen Identität, welche sowohl die Sprache als auch kulturbedingte Handlungsmuster beinhaltet, zu klären. Da Kinder diese Taktiken nicht direkt selber anwenden, sondern in der „präparierten“, zweisprachigen und bikulturellen Umgebung (Familie/Außenwelt) sozialisiert werden, übernehmen sie erstmal die elterlichen Einstellungen. „Unabhängig davon, ob ausländische Kinder ihrer primären Sozialisation noch in ihrer Heimat erlebt haben oder bereits in Deutschland geboren wurden, ist der weitere Sozialisationsverlauf dieser Kinder als ein dauernder interkultureller Konflikt zu sehen.“[7] Das Interesse an der Erhaltung der Sprache ist genau so unterschiedlich, wie die Strategien der Eingewöhnung an das neue Leben waren. Doch es ist möglich gewisse Parallelen zu ziehen. Die Russische Sprache ist unabhängig von der Einstellung der Eltern immer noch sehr stark präsent in welcher Form auch immer[8], aus dem einfachen Grund: sie ist praktisch die Muttersprache und wird deswegen viel besser als Deutsch beherrscht. Die deutsche Sprache ist ebenso stark vertreten und wird bei den Kindern aller Wahrscheinlichkeit nach die wichtigere oder, um es mit dem linguistischen Terminus auszudrucken, dominante Sprache sein.

3. Sprachliche Situation der Migrantengemeinschaft

Die bis jetzt durchgeführte Argumentation liegt näher, dass in einer Aussiedlerfamilie beide Sprachen, sowohl Russisch als auch Deutsch im Gebrauch sind. Die Arbeit untersucht das Niveau der russischen Sprache bei Kindern. Deshalb ist zu klären, welche Funktionen jede der beiden Sprachen hat und in welchem Umfang sie in der Familie und Umgebung präsent sind. Zunächst wird die Umgebungssprache Deutsch untersucht.

3.1. Deutsch in einer Aussiedlerfamilie

Die meisten meiner Informantenfamilien leben seit ungefähr zehn Jahren in Deutschland und haben die „Schockwelle“ des ersten Kontakts mit der Kultur und Sprache längst hinter sich gelassen. Wenn auch die deutsche Sprache nicht sehr gut beherrscht wird, so versetzt sie nicht mehr in einen Stresszustand und ist zu einer Norm geworden. Das spiegelt sich innerhalb der Familie wieder indem die deutschen Ausdrücke und einzelne Lexemen oder Wörter im täglichen Leben oft gebraucht werden, was die Qualität der russischen Sprache beeinflusst. Denn in der Regel werden Gespräche zwischen Eheleuten oder Eltern und Großeltern, unabhängig von dem Beherrschungsgrad der deutschen Sprache, meistens auf Russisch geführt. „Trotz des Rückgangs des Gebrauchs des Russischen ist es immer noch die von den befragten Russlanddeutschen „am liebsten“ gesprochene Sprache, und die Sprache in der sie sich zum Zeitpunkt der Befragung immer noch am wohlsten fühlen (70 Prozent).“[9] Es ist aber nicht nur das „Wohlfühlen“, was für den häufigeren Gebrauch des Russischen verantwortlich ist, sondern auch der relative „Gefrierzustand“ des Deutschen. Man hat eine bestimmte Stufe der Sprachkenntnisse, die für die Anwendung im Alltag ausreichend ist, erreicht und gibt sich damit zufrieden. Es soll nicht heißen, dass es überhaupt nichts mehr aufgenommen wird, doch im Verhältnis zu der Anfangsphase des Sprachlernens sind der Anteil des Neuen und der Wille bzw. die Notwendigkeit es zu erlernen sehr gering. Eine umgekehrte Entwicklung wird bei den Kindern beobachtet. Bei ihnen ist Deutsch zu einem gemeinsamen Mittel der Kommunikation geworden[10]. Sie sprechen nicht nur untereinander Deutsch, oft geben sie die Antworten in dieser Sprache, auch wenn sie auf Russisch angesprochen werden. Obwohl ihre Deutschkenntnisse nicht immer mit den der Muttersprachler zu vergleichen sind[11], so ist es die meistgebrauchte Sprache. Sie bietet in sehr vielen Fällen größere Ausdrucksmöglichkeiten. Die Kinder im Grundschulalter, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen, verbringen täglich nicht sehr viel Zeit in einer Umgebung, wo eventuell Russisch gesprochen wird und auch diese Gespräche gehen selten aus dem Rahmen des Alltäglichen hinaus. In der Schule, bei Freizeitaktivitäten, beim Spielen mit den Freunden – überall wird Deutsch gesprochen. Die Erschließung der Wirklichkeit passiert in dieser Sprache.

3.2. Russisch der Aussiedler

Die Sprache ist ein lebender Organismus, der sich der Umgebung oder den Umständen anpassen kann. Deshalb muss zunächst einmal die Frage geklärt werden, was unter russischer Sprache in einer Migrantenfamilie verstanden wird.

3.2.1. Die mitgebrachte Sprache

Vorab ist jedoch festzulegen, dass das mitgebrachte Russisch nicht zwingender weise einer Literaturnorm entspricht. Oder, wenn man die Klassifikation von E. Zemskaja[12] übernimmt, die so genannte КЛЯ (KLJA) – kodificirovannyj literaturnyj jazyk. Viele Menschen kamen nach Deutschland mit unterschiedlichem Bildungsstand, was sich in der Sprache widerspiegelte. Sehr häufig beobachtet man eine Mischung mit den Elementen der Umgangssprache oder Prostorečja, die nach E. Zemskaja РЯ (RJA) – razgovornyj jazyk bezeichnet wird. Natürlich wurde man in der Literatursprache unterrichtet, doch die sämtlichen Unterschiede wurden nicht immer als falsch klassifiziert, wurden verstanden und waren parallel im Gebrauch[13]. Ein „kleiner“ Unterschied ist zu der Situation in Deutschland festzustellen: Kinder, die hier geboren sind oder im Kleinkindalter eingereist sind, haben sehr wenige Möglichkeiten mit der Literatursprache überhaupt in Kontakt zu treten, wenn sie zuhause nicht gesprochen wird.

3.2.2. Veränderungen der Sprache in Deutschland

Wie es schon erwähnt wurde, erfährt die Sprache der Migranten gewisse Modifikationen, und zwar in ziemlich frühem Stadium des Lebens in Deutschland. Die Untersuchung von E. Zemskaja[14] zeigt, dass in der Lexik der russischen Sprache der Einfluss einer Fremdsprache sich relativ schnell und deutlich bemerkbar macht. Am Anfang haben diese Sprachmischungen einen Lerncharakter. „Die schon längere Zeit in Deutschland Lebenden übermitteln den Neuankömmlingen durch diese Lexik ihr bereits erworbenes Wissen über wichtige Umstände und Bedingungen der Existenz in Deutschland.“[15] Doch die Einflüsse der anderen Sprache sind auch dann zu verzeichnen, wenn es keine sichtbare Notwendigkeit besteht. Einige Eltern der befragten Kinder berichteten, dass die neuen Begriffe, die im Zusammenhang mit der Kindererziehung, sprich Kindergarten, Schule, Vereine u. s. w. in den Wortschatz aufgenommen wurden, in der deutschen Sprache „gespeichert“ und auch so gebraucht werden, auch wenn die Unterhaltung auf Russisch stattfindet.

Dadurch, dass die Strukturen der russischen Sprache bei den Eltern der befragten Kinder immer noch sehr stark präsent sind, gibt es kaum Fälle der Lehnübersetzungen. Darunter sind nach den Regeln der deutschen Sprache konstruierte Äußerungen im Russischen zu verstehen. Es kann aber auch sein, dass diese als solche nicht erkannt werden.

„Кальки менее заметны, чем заимствования. Это, так сказать, тайный переодетый враг, а не явный грабитель, который ломится в дом.“[16]

Die Lehnübersetzungen sind weniger bemerkbar als Entlehnungen. Sie sind, so zu sagen, geheime verkleidete Feinde und nicht erkennbare Räuber, die in das Haus einbrechen.

Diese Interferenzen[17] oder Sprachmischungen im weiteren Sinne, also nicht nur auf Lexik bezogen, haben eigene Ursachen. E. Zemskaja bietet in ihrer Arbeit einige Schlussfolgerungen, die bestimmte Gesetzmäßigkeiten der Sprachmischungen ins Russische bei jeder Fremdsprache begründen:

„Лица, хорошо знающие язык страны-приюта, дву- и многоязычные, не допускают смешения языков. Они […] используют иноязычные слова как инкрустации. Лица, плохо знающие язык страны обитания, лишь изучающие его, подвержены интерференции. Они используют лексику и фразеологию чужого языка часто без особой надобности, чтобы показать свою осведомленность в новом для них языке.“[18]

Personen, welche die Sprache des Ziellandes gut beherrschen, die zwei- und mehrsprachig sind, lassen keine Sprachmischungen zu. Sie verwenden die Fremdwörter zum Inkrustieren der Rede. Personen, welche über schlechte Sprachkenntnisse des Ziellandes verfügen oder erst dabei sind die Sprache zu erlernen, neigen zu Interferenzen. Sie benutzen oft Lexik und Phraseologie der Fremdsprache ohne besondere Notwendigkeit, nur um ihre Informiertheit in der neuen für sie Sprache zu zeigen[19].

Nach der Aufteilung der Migranten, welche die Autorin vornimmt, fällt die Mehrheit der in dieser Arbeit untersuchten Gruppe unter die zuletzt genannte Definition, was unter der Berücksichtigung des Schulprogramms und der Kenntnisse der Dialekte einleuchtend ist[20].

3.2.3. „Aussiedlerrussisch“

Der Verbreitungsgrad der Mischungen ist hoch. Aufgrund der oben beschriebenen Situation ist eine Sprache – Aussiedlerrussisch mit der eigenen Subkultur entstanden. Einen guten Nährboden dafür bietet die zum heutigen Zeitpunkt gut entwickelte Infrastruktur. Angefangen von den russischen Lebensmittelgeschäften, die gleichzeitig auch die sozialen Treffpunkte sind, und der russischsprachigen Presse bis hin zur Arztpraxen und selbstständigen Unternehmen.

Manche Menschen „spielen“ mit der Fremdsprache, andere schätzen das Russische nicht als einen Teil der Kultur und kümmern sich einfach nicht um dessen Erhaltung[21]. Im folgenden Beispiel wird die phonetische Ähnlichkeit der Wörter duschen und душить (dušit`- erwürgen) umspielt: Покавсехдетейпопередýшила, самаустала(Poka vsech detej poperedúšila, sama ustala) – bis ich alle Kinder geduscht habe, bin selber müde geworden. Die Anwendung der russischen Wortbildung auf der Basis der deutschen Lexeme ist ebenfalls verbreitet. Substantive sind genauso „betroffen“ wie Verben oder Adjektive. Das Verb putzen wurde im folgenden Beispiel substantiviert und in der Bedeutung „Arbeitstelle“ verwendet: напуцалкебыла(na pucallke byla) – ich war putzen. Das Substantiv Spülmaschine hat sich russische Flexionsformen angeeignet: яужешпюлькузарядила(ja uže špjulku zarjadila) – ich hab` schon die Spülmaschine beladen. Am häufigsten ist eine doppelte Pluralbildung: киндэры(kindery) –Kinder ,ташентюхеры(tašentjuchery) – Taschentücher ,шулеры(šulery) – Schüler. Nach den Substantiven, auf der zweiten Stelle der Verbreitungsskala, stehen die Verben[22]: отпуцала(otpucala) – bin fertig mit dem putzen, покукаю(pokukaju) – werde gucken, фаеровать(faerovat`) – feiern[23]. Der Artikel von E. Protassova „Leksičeskie osobennosti russkojazyčnoj pressy v Germanii“ gibt eine detailierte Beschrebung dieser Situation. Wenn auch die Autorin diese „Besonderheiten“ nicht als eindeutig falsch bewertet, so beeinflussen diese sehr stark die Sprache der Migrantengemeinschaft. Die Mischungen sind also nicht nur in der Alltagssprache, sondern auch in der russischsprachigen Presse und bei einem russischen Fernsehkanal in der Werbung, welche die Migranten ansprechen soll, vorhanden. So, zum Beispiel, sagt eine Kabarettistin mit Namen Е. Воробей(E. Vorobej), was auf Deutsch „Spatz“ bedeutet, am Ende ihres Werbespots: „Довстречи! ВашафрауФогэль!“ (Do vstreči! Vaša frau Fogel!) – Wir sehen uns! Ihre Frau Vogel!

Was unter den Migranten als Norm gilt, wird von einem im Herkunftland lebenden Menschen entweder gar nicht verstanden, oder als falsch klassifiziert. Einerseits sind die Stabilität der Strukturen, die auf eine Fremdsprache mit Leichtigkeit übertragen wird, und die Kreativität der Träger des Russischen faszinierend. Andererseits ist es, meiner Meinung nach, traurig, dass die großrussische Sprache zum Kommunikationsmittel einer Subkultur mutiert und als eine Minderheitssprache höchstwahrscheinlich verschwinden kann. Dabei merken es ihre Träger nicht einmal.

3.3. Zwischenfazit

Das Deutsche ist genauso wie das Russische zum unzertrennlichen Bestandteil der Wirklichkeit von Aussiedler geworden. Die beiden Sprachen und Systeme beeinflussen einander. Dieser Einfluss ist sowohl auf einer horizontalen – von Person zu Person innerhalb einer Generation, als auch auf einer vertikalen – zwischen den Generationen – Ebene unterschiedlich, doch überall sichtbar. Dieser gegenseitige Einfluss bewirkt außerdem die Entstehung einer Subkultur mit eigener nur innerhalb dieser Kultur verstandener Sprache.

Dies impliziert Folgendes: die Vorstellung über dem korrekten Russischen geht verloren. Dadurch bekommen die Kinder wenige Chancen die saubere Sprache kennen zu lernen. Denn bei ihnen beschränkt sich der Gebrauch der Muttersprache, falls diese überhaupt aktiv beherrscht wird, sehr oft auf die Kommunikation mit den Eltern, die sich ohnehin um die alltäglichen Dinge konzentriert. Somit wird nur ein „Küchenniveau“ der „besonderen“ Muttersprache zugänglich. Es gibt jedoch Menschen, welche die russische Sprache hoch schätzen und unbedingt ihren Kindern weitergeben möchten.

4. „Neuland“ Zweisprachigkeit

Zweisprachigkeit an sich ist schon längst kein neues Thema. Seit dem Anfang des letzten Jahrhunderts wurde sie mit unterschiedlichen Ergebnissen erforscht. Zunächst einmal wird die grundlegende Definition des Phänomens gegeben.

4.1. Definition

Man versteht „unter Zweisprachigkeit den Gebrauch von zwei Sprachen, aber auch die Fähigkeit, zwischen den zwei Sprachen zu wechseln, wenn es die äußeren Umstände erforderlich machen. Dabei ist es wichtig, dass die beiden Sprachen bestimmte Funktionen haben, die sich nicht überschneiden und das Individuum in beiden Sprachen über eine kommunikative Kompetenz verfügt.“[24]

Falls ein Individuum mehr als zwei Sprachen beherrscht, spricht man von Mehrsprachigkeit. Es werden mehrere Typen der Mehrsprachigkeit genannt. S. Romaine[25] hat sechs Arten erarbeitet, wie Kinder zwei- und mehrsprachig aufwachsen können. Das Prinzip: eine Person – eine Sprache wird in der Fachliteratur als grundlegend erachtet, darauf beziehen sich die ersten Arbeiten auf diesem Gebiet. Für die Situation der Aussiedler ist eine weitere Formel von Bedeutung: „Die eine Sprache Zuhause – die andere aus der Umgebung. Die Eltern haben dieselbe Muttersprache, wohnen jedoch in einer monolingualen Umgebung, die eine andere Sprache spricht.“[26]

4.2. Staatliche Sprachpolitik

Mittlerweile ist man zu dem Standpunkt gekommen, dass das gleichzeitige Beherrschen von zwei oder mehreren Sprachen in einer gesunden sozialen Atmosphäre keine Nachteile für den Sprecher in sich birgt. Im Gegenteil wirkt die Mehrsprachigkeit positiv auf allgemeine Denkprozesse. Eine gut entwickelte Muttersprache und eine positive Identität bieten eine solide Basis für das Erlernen einer Zweitsprache und umgekehrt: schwache Kenntnisse der ersten Sprache bei gleichzeitiger Stigmatisierung dieser in der Umgebung gewährleisten keineswegs gute Leistungen in der zweiten. Es wird aber nicht auf die Weiterentwicklung der Muttersprachkenntnisse hingearbeitet, sondern viel mehr auf die Einübung der deutschen Sprache geachtet:

„Integration ausländischer Kinder

Jedes dritte Kind unter sechs Jahren hat heute einen Migrationhintergrund. Vor allem diese Kinder brauchen einen Raum, wo sie mit gleichaltrigen die Welt entdecken können und früh Bildung erfahren [Bildung = „Germanisierung“? Begriff von R. Y.]. Informationen zur Sprachförderung und Angebote sind bei Gemeindeverwaltungen, Schulämtern und Jugendämtern zu erfahren. Viele Tagesstätten weisen auf solche Angebote hin. Die frühe Sprachförderung von Kindern, deren Eltern kein oder wenig Deutsch sprechen, ist besonders wichtig.“[27]

Diese Sichtweise ist auch verständlich, doch das Problem birgt sich nicht so sehr in der Zweisprachigkeit, sondern vielmehr in dem Bildungsgrad der Träger. Die genannten Aspekte gehen ineinander ein und sind sehr schwer auseinander zu halten, doch man könnte statt des Aufzwingens der deutschen Sprache das Bildungsniveau der Kinder in dem muttersprachlichen Unterricht steigern, was auch in Schweden durchgeführt und bei R. Yletyinen beschrieben wird. Es scheint aber keinen zu interessieren. Die Schlussfolgerungen, welche die Autorin bereits in 1978 bezüglich der „(schul)politischen Zielsetzungen“[28] zieht, sind heute noch aktuell.

Somit werden viele Eltern mit dem Wunsch, die Muttersprache bei den Kindern weiter zu entwickeln und auf ein gutes Niveau zu bringen, auf sich alleine gestellt. Viele Eltern und nicht nur Aussiedler wissen einfach nicht, wie man Kinder zweisprachig erzieht, damit sie auch beide Sprachen einwandfrei beherrschen. Es wird nur in der Fachliteratur, die nicht allen Eltern zugänglich ist, beschrieben.

Die größere Notwendigkeit der Kenntnisse in der deutschen Sprache wird dagegen ständig und überall vor Augen geführt und betont.

4.3. Einstellung in der Familie

Die Tatsache, dass man zwei Sprachen beherrschen und gleichzeitig ein vollwertiger Mitglied in der deutschen Gesellschaft sein kann, ist für viele Aussiedler-Eltern immer noch unvorstellbar, es ist sozusagen ein „Neuland“ für sie. Einerseits beruht diese Einstellung auf der Stigma, die der russischen Sprache anhaftet, andererseits auf der Unkenntnis der Mechanismen der Zweisprachigkeit. Man kann die Eltern wegen ihrer Einstellung zur Zweisprachigkeit in Verbindung mit dem Russischen in drei Gruppen einteilen. Bei der ersten wird das Russische als unbedeutend klassifiziert; in der zweiten Gruppe wird die Sprache zwar anerkannt, doch es wird nichts für den Erhalt und die Weitergabe an Kinder unternommen; die Vertreter der dritten Gruppe sind ernsthaft daran interessiert, die russische Sprache den Kindern in möglichst vollem Umfang beizubringen.

4.3.1. Russisch wird nicht akzeptiert

Es ist häufig bei den Familien, welche Ende der 80-ger nach Deutschland übergesiedelt sind, der Fall. Da die russische Sprache in der damaligen deutschen Gesellschaft auch viel stärker als heute als negatives Identifikationsmerkmal verstanden wurde, versuchte man dieses Merkmal los zu werden. Man wollte sich als Deutsche postulieren und unbedingt anpassen. Der Anpassungsdruck wurde somit nicht nur von außen, sondern auch von innen ausgeübt. Es wurde auch innerhalb der Familie deutsch gesprochen. Wie es aus den vorangegangenen Kapiteln hervorgeht, hatte diese „Taktik“ einen Gegeneffekt: keine der beiden Sprachen wurde gut beherrscht. Dies wird auch durch die Längsschnittstudien von K. Meng belegt. Sie untersucht zwei Kinder, die im Kleinkindalter nach Deutschland gekommen sind und ab dem Zeitpunkt kaum Kontakt mit der russischen Sprache hatten. Dadurch, dass die deutsche Sprache in der Familie nicht fehlerfrei beherrscht ist, wird den Kindern ein Handicap aufgezwungen. Dem Russischen, das eine solide Basis der sprachlichen Strukturen geben könnte, wird wenig Beachtung geschenkt. „Im Ergebnis kommt es zu einem extrem heterogenen und variablen Sprachangebot für die Kinder, dass sie weder hinreichend darin unterstützt, ihr Russisch auszubauen, noch darin, ein differenziertes und komplexes Deutsch zu erwerben.“[29]

Doch die Sprache zu beherrschen bedeutet nicht unbedingt, dass es keine Missverständnisse in Kommunikation mit den Muttersprachlern auftreten[30]. Ebenso wenig garantiert dies, dass man nicht mehr als Fremder identifiziert wird.

Die russische Sprache war und ist für manche heute noch besonders im Vergleich mit der englischen ein minderwertiges Gut.

Es gibt eine weitere Kategorie der Eltern, die an sich nichts gegen die russische Sprache haben und untereinander auch diese sprechen. Mit den Kindern jedoch sprechen sie absichtlich nur Deutsch. Möglicherweise haben sie die Lektion der vorangegangenen Jahre so stark verinnerlicht, dass sie es sich überhaupt nicht anders vorstellen können und denken ja auch nicht daran.

4.3.2. Russisch ist ein Teil des Alltages

Es ist wahrscheinlich die größte Gruppe. Russische Sprache ist aktiv im Gebrauch sowohl unter den Erwachsenen als auch mit den Kindern. Dies hat eher Bequemlichkeit als irgendeinen tiefen Gedanken im Hintergrund. Zuhause in alltäglichen Situationen ist man gelassen. Diese Situationen innerhalb des eigenen Kreises bedürfen keine „strenge sprachliche Selbstkontrolle, (…) meist ergibt sich ein Fluktuieren zwischen dem Deutschen und Russischen“[31]. Sprachmischungen lexikalischer oder anderer Natur werden von den Gesprächspartnern verstanden, es sei denn man unterhält sich mit den russischsprachigen Personen, die kein „Aussiedlerrussisch“ verstehen. Die Zweisprachigkeit der Kinder wird akzeptiert und wahrscheinlich aus demselben Grund wie eigene auch gewünscht. Es ist doch viel einfacher mit den Kindern Russisch zu sprechen, wenn auch die Antworten zum Teil auf Deutsch folgen, Hauptsache man wird verstanden und braucht sich nicht anzustrengen. „Die meisten geben jedoch zu, für diese gewollte/gewünschte Zweisprachigkeit nichts aktiv zu unternehmen, denn von ihnen hängt da wenig ab und die Kinder werden das Russische unabhängig vom Willen der Eltern sowieso vergessen („от меня это мало зависит, всё равно забудут“ – ot menja eto malo zavisit, vsje ravno zabudut).“[32]

Mangel an sprachlichen Mitteln, welche die Eltern kennen aber in ihrer Rede nicht benutzen und dadurch den Kindern vorenthalten, zwingt die Kinder die Ausdrucksmöglichkeiten, die in deutlich breiteren Palette die Umgebungssprache anbietet, zu nutzen. Wenn der Gesprächspartner die Antworten auf Deutsch versteht, strengen sie sich nicht an und benutzen die sowohl in der Umgebung als auch zuhause verständliche Sprache. Die Sprachkompetenzen im Russischen beschränken sich bestenfalls auf das aktive Äußern zu bestimmten Alltagsthemen und das passive Verstehen. Dieses Niveau stellt viele Eltern zufrieden, zumal die Definition des Könnens einer Sprache auf Verstehen und einige Wörter sagen hinausläuft.

4.3.3. Russisch wird weitergegeben

Ob es mit der Bildung der Eltern oder mit der gesamten politischen und wirtschaftlichen Situation in der ganzen Welt zusammen hängt, sei dahin gestellt, doch es gibt immer mehr Erwachsene, welche die russische Sprache als ein großes Geschenk an ihre Kinder verstehen und sich darum bemühen, dieses auf einem angemessenen Stand zu erhalten. Wahrscheinlich ist es zu dem heutigen Zeitpunkt viel einfacher geworden. Es gibt unzählige Möglichkeiten problemlos an die russischsprachige Kinderliteratur oder Kinderfilme heran zu kommen, den russischen Fernsehkanal gibt es fast in jedem Haushalt. Aber das Wichtigste – man muss sich nicht mehr so stark gegen das Stigma durchsetzen, obwohl es immer noch genug Gegner der Mehrsprachigkeit gibt. Es soll nicht heißen, dass die Erhaltung der Sprache keinen Einsatz erfordert, doch die soziolinguistische Situation ist nicht mehr so gespannt wie vor einigen Jahren. Dies betrifft nicht nur die russischsprachigen Migranten.

Die Reisen ins Herkunftsland führen die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Kenntnisse des Russischen vor Augen. Außerdem gibt es eine große Zahl der Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion, die nicht in Deutschland leben, doch den Kontakt mit ihren Landsleuten pflegen und häufiger zu Besuch nach Deutschland kommen. Die russische Sprache ist in diesem Fall die Sprache der internationalen Kommunikation der belgischen oder holländischen „Russen“ mit den deutschen. Diese Begebenheiten mögen die Sprachkenntnisse vielleicht nicht verbessern, dennoch geben sie einen kräftigen Schub an Motivation sowohl für Kinder als auch für Eltern.

Die interessierten Eltern kümmern sich darum, dass die mündliche Sprache der Kinder angemessen entwickelt ist, indem sie Bücher in russischer Sprache vorlesen, Kinderreime und Kinderlieder einüben, zuhause und überall, wo es möglich ist, auf Russisch sprechen. Dass die Sprache noch einfacher zu erhalten ist, wenn man in der auch lesen und schreiben kann, ist vielen bewusst. Deswegen versuchen sie diese Fähigkeiten den Kindern ebenso beizubringen. Einige wenige Eltern machen es selbst oder schicken ihre Kinder zu einem Muttersprachunterricht. Solche Kurse werden in Vereinen oder von Privatpersonen angeboten. Da sie nicht immer von einer qualifizierten Lehrkraft erteilt werden, haben sie oft leider nicht den gewünschten Erfolg.

Das Schwierigste ist jedoch die bereits erwähnte Selbstkontrolle der eigenen Rede, die alle Eltern unabhängig von ihren Kenntnissen in der deutschen Sprache gleichermaßen betrifft.

4.4. Zwischenfazit

Die Zweisprachigkeit in Verbindung mit der russischen Sprache genießt nicht das gleiche Ansehen wie mit der englischen oder einer anderen westeuropäischen Sprache. Das Bildungssystem orientiert sich größtenteils auf die Maßgaben der Wirtschaft, wo die Kenntnisse der englischen Sprache nach wie vor am nötigsten sind. Das Potential der vom Zuhause mitgebrachten Sprachkenntnisse ist immer noch nicht anerkannt und gefördert. Deswegen wird es oft darauf verzichtet dieses auszubauen unter dem Vorwand der Überforderung der Kinder.

Probleme, die ein Kind mit dem Migrationhintergrund im sozialen oder schulischen Bereich hat, werden gerne seiner Zweisprachigkeit zugeschrieben. Deswegen wird diese bei vielen Erziehern und Lehrern als ein Hindernis angesehen. Einige Eltern verzichten infolgedessen auf die zweisprachige Erziehung. „Nur als „Zweitsprache“ und „Fremdsprache“ wird das „Russische“ akzeptiert und nur in diesem Sinne als nützlich für Kinder angesehen.“[33]

Die soziolinguistische Situation macht den Erhalt der russischen Sprache nicht mehr so problematisch wie vor einigen Jahren, doch es ist nach wie vor die Privatsache jeder einzelnen Familie. Viele Eltern „tappen im Dunklen“, weil sie nicht wissen, wie die Zweisprachigkeit funktioniert und in ihrer Bestrebung des Spracherhaltes keine Unterstützung erhalten. Oft überlassen sie die Situation ihrem eigenen Lauf, der zu einem dynamischen Verlust der Sprache führt, wie es in den Prognosen von K. Meng und N. Berend geschildert ist.

Diejenigen, die sich für den Erhalt der Sprache aktiv einsetzen, befinden sich im ständigen Kampf. Kampf mit sich selbst, mit eigenen Ängsten bezüglich der Richtigkeit der eigenen Vorgehensweisen, mit der Qualität des muttersprachlichen Unterrichts. Aber auch mit einigen Vertreter des offiziellen Bildungssystems, welche es für bequemer halten, einsprachige oder monolinguale Kinder zu betreuen und zu unterrichten.

In diesem Kapitel dargestellte Situation erlaubt eine weitere Schlussfolgerung: der Wunsch die russische Sprache zu erhalten, befindet sich in einem direkten Verhältnis zu der politischen und daraus abgeleiteten soziolinguistischen Situation in der Umgebung. Die seit Ende der 80ger bis Mitte der 90ger vertretende Ansicht, man brauche kein Russisch, wurde durch relative Toleranz ersetzt, welche gegen die Jahrtausendwende ihren Platz der Neugier und Interesse überließ. Anders als bei Gastarbeitern, die sich sehr stark an ihrer Sprache und Identität festhalten, variiert die Meinung der Aussiedler zu diesem Thema in Abhängigkeit zu der Einstellung in der Gesellschaft.

Nachdem der soziolinguistische Hintergrund meines Erachtens in vollem Umfang erläutert ist, werden basierend auf den konkreten Beispielen der kindlichen Rede die Rückschlüsse über das Niveau und Zukunft der russischen Sprache in Deutschland gezogen.

[...]


[1] Kuhn-Lääs, M., S. 64.

[2] Ebd.

[3] Zitiert nach Hoffmann, L., Kleines ABC: Migration und Mehrsprachigkeit. Integration, siehe auch: Migranten in Deutschland, ZDF-Bericht vom 26.01.09, Download unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/426/456096/text/.

[4] Berend, N., S. 234.

[5] Schröder, A., Die Russen von Cloppenburg, Spiegel – online vom 01.04.05.

[6] Vgl.: Kuhn-Lääs, M., S. 76.

[7] Thiel, T., zitiert nach Aleemi, J., S. 52.

[8] Das Thema der Sprachmischungen wird in weiteren Kapiteln erörtert.

[9] Berend, N., S. 49.

[10] Vgl.: Berend, N., S. 66, Meng, K., S. 350, Yletyinen, R., Probleme Der Zweisprachigkeit bei Migrantenkindern, S. 17.

[11] Viele Wissenschaftler warnen vor solchen Vergleichen, was viele Kindergärtner/innen und Lehrer/innen aber nicht stört.

[12] Zemskaja, E., S. 115.

[13] Vgl. dazu: Zemskaja, E., Meng, K., Protasova, E., Leksičeskije osobennosti russkojazyčnoj pressy v Germanii, in: Izvestija AN. Serija literatury i jazyka, Band 59, № 4, 2000, S. 49-60.

[14] Zemskaja, Е., S. 121.

[15] Meng, K., S. 453.

[16] Zemskaja, Е., ebd.

[17] Dieser Begriff wird näher im Kap. 5 erörtert.

[18] Zemskaja, Е., ebd.

[19] J. Alert.

[20] Vor 20-30 Jahren wurde dem Erlernen der Fremdsprachen in der Sowjetunion wenig Beachtung geschenkt. Nur sehr wenige konnten ein ausreichendes Niveau in einer Fremdsprache vorweisen.

[21] Vgl. Zemskaja, Е., 124.

[22] Vgl. Zemskaja, Е., 123.

[23] Die Beispiele sind aus Beobachtungen von J. Alert.

[24] Kuhn-Lääs, M., S. 36.

[25] Zitiert nach Müller, N., / Kupisch, T., S. 48ff.

[26] Vgl. ebd.

[27] Sprache – der Schlüssel zu Bildung, in: Mittelpunkt Familie. Die Familienpolitik der Bundesregierung, von: www.bundesregierung.de.

[28] Yletyinen, R., S. 84.

[29] Meng, K., S. 473.

[30] Vgl.: Kuhn-Lääs, M., S. 17.

[31] Meng, K., S. 472.

[32] Bernd, N., S. 63.

[33] Vgl.: Berend, N., S. 50.

Details

Seiten
74
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783955497484
Dateigröße
306 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Erscheinungsdatum
2015 (Februar)
Note
2
Schlagworte
Zweisprachigkeit Integration Identitätenwandel Identität Sprachmischung Interferenz Aussiedlerrussisch

Autor

Julia Alert wurde 1977 in Kasachstan geboren. Ihr Studium der Geschichte und russischen Sprache an der Universität zu Köln schloss die Autorin im Jahre 2010 mit dem ersten Staatsexamen erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen im Bereich der sprachlichen Entwicklung von Kindern. Ihr eigener kultureller Hintergrund und Beobachtungen der sprachlichen Situation in Migrantenfamilien motivierten sie, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.
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Titel: Welche Sprache ist meine Muttersprache? Gründe für das Niveau der russischen Sprachbeherrschung bei Aussiedlerkindern