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Aufstrebende Regionen für Auslandsverlagerungen deutscher Unternehmen unter dem Gesichtspunkt der Logistik

Bachelorarbeit 2013 57 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

2.1.2 Abgrenzung zwischen Offshoring und Outsourcing

Das Offshoring ein Teil des Outsourcings ist, war bereits in Abbildung 1 unter dem Kriterium „Standort“ zu sehen. Der Begriff Offshoring hat seinen Ursprung im englischen Wort „offshore“, was „ablandig“ oder freier übersetzt „vor der Küste“ bedeutet. In Gebiete der karibischen Inseln, wurden in den 70er- und 80er Jahren einfache Datenerfassungsdiente von US-amerikanischen Unternehmen verlagert.[1]

Unter Offshoring versteht man daher die Ausführung einer betrieblichen Aktivität außerhalb des Stammlandes des Unternehmens. Es ist somit eine Form der Auslagerung von Aufgaben aus Unternehmen der Hochlohnländer in Niedriglohnländer, sowie die Nutzung von Ressourcen der Offshore-Länder. Die Leistungen vor Ort können von dem eigenen Unternehmen heraus oder von externen Anbietern übernommen werden.[2]

Im Offshoring lassen sich auch wie oben schon erwähnt einige Formen aufzeigen. Die folgende Abbildung 2 dient als Überblick der Offshoring-Formen, gegliedert nach den zwei Kriterien Standort und Grundsatzentscheidung.

Offshoring und Outsourcing sind zwei verschiedene Dimensionen in der Optimierung von Geschäftsprozessen im Unternehmen. Der Unterschied besteht darin, dass sich das Offshoring auf die Verlagerung ins Ausland beschränkt während Outsourcing sowohl ausländische als auch inländische Vertragspartner beinhaltet. Offshoring heißt aber nicht nötiger Weise Outsourcing und kann sowohl intern als auch extern geschehen.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Offshoring vs. Outsourcing

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Hartmann 2010, S. 5)

Des Weiteren wird, abhängig vom Standort des Unternehmens und dem Ort der Erbringung, zwischen Farshoring, Nearshoring und Onshoring-Ländern, differenziert in Abhängigkeit zur geografischen Nähe und zum Land des auslagernden Unternehmens. Als Farshoring Länder werden Länder bezeichnet, wenn auf einen anderen Kontinent ausgelagert wird. Beim Nearshoring wird im Gegensatz zum Farshoring innerhalb eines Kontinents, aber außerhalb eines Landes, verlagert. Onshore steht für die Leistungserbringung innerhalb des gleichen Landes, in dem auch der Unternehmensstandort liegt.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Illustration unterschiedlicher Offhoring-Formen aus der Perspektive Deutschlands

(Quelle: Hutzschenreuter/Dresel/Ressler 2007, S.24)

Mit diesen Möglichkeiten stellt sich für Unternehmen nicht nur die Frage, ob sie ihre Leistungen selbst erstellen oder extern erstellen lassen (Outsourcing-Frage bzw. Make-or-Buy-Frage), sondern auch, wo die Leistung erstellt wird (Offshoring-Frage). Dieser zusätzliche Gestaltungsraum stellt für Unternehmer ein großes Potenzial zur Profitabilitätssteigerung dar.

Diese Bachelorarbeit beleuchtet die Auslagerung ins Ausland, unabhängig davon, ob die ausgegliederte Leistung selbst (Capative Offshoring) oder fremd (Offshore Outsourcing) bezogen wird.

2.2 Historische Hintergründe der Globalisierung

Der Begriff der Globalisierung ist ein Megabegriff wie in folgender Textpassage ausgeführt wird. „Globalisierung, dieser Begriff ist ebenso diffus und mehrdeutig, wie die Diskussion darüber vielschichtig und kontrovers verläuft. In den 1990ern war Globalisierung plötzlich das moderne Schlagwort schlechthin. [...] Kaum ein Ausdruck in der Moderne ist gleichzeitig so bekannt, wie unbekannt. Und weil man mittlerweile so gut wie alle Tendenzen der Gegenwart und der Zukunft auf diesen Begriff reduzieren und damit legitimieren und erklären kann, wächst natürlich auch die Skepsis der Wissenschaft gegenüber einem solchen Megabegriff“.[5]

Zu definieren ist die Globalisierung als ein Vorgang, der zunehmenden weltweiten Verflechtung, in den Bereichen der Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt und Kommunikation. Sie ist nicht nur als Phänomen jüngeren Datums zu sehen, sondern steht in Bezug historisch gewachsener Strukturen wie Staat, Wirtschaftssystem und Kultur und reicht bis ins 15. Jahrhundert.[6] Es gibt unterschiedliche Thesen, wann die Geschichte der Globalisierung begonnen hat. Dabei haben sich drei Thesen gebildet:

1. Globalisierung als Integrationsprozess der Menschheit seit ihrer Existenz
2. Expansion Europas in die ganze Welt zu Beginn des 15. Jahrhunderts
3. Nach dem Ersten Weltkrieg durch Unterbrechung des Zweiten Weltkriegs[7]

Um die Globalisierung zu ermöglichen, mussten zunächst entsprechende Faktoren geschaffen werden. Wirtschaftshistoriker bezeichnen diese Faktoren für die oben genannten Globalisierungsphasen als Globalisierungswellen. Es gibt eindeutige Faktoren, die verstärkte internationale Zusammenarbeit begünstigen.

Für die jüngste Globalisierungswelle steht als wesentlicher Bestandteil die technische Innovation, genauer gesagt die Entwicklung in IT und Telekommunikation.

Als weitere Welle ist die Liberalisierung der Märkte zu nennen.[8] Im Folgenden wird auf die genannten Globalisierungswellen genauer eingegangen.

2.2.1 Technische Innovationen

Wesentlicher Auslöser für die Veränderungen der örtlichen Erbringung von Tätigkeiten ist der technische Fortschritt in der IT und der Telekommunikation. Erst durch das Telefon und den Computer war es möglich geworden, sich zeitnah über große Entfernungen auszutauschen. Hervorzuheben ist hier die Digitalisierung von Dokumenten, eine digitale Durchführung von Prozessen, sowie die Archivierung von Daten in globalen Datenbanken.[9] „Breitbandige Datenleitungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Internets ermöglichen den Zugriff auf Datenbanken von nahezu jedem beliebigen Ort der Welt.“[10] Aufgrund dieser örtlichen Unabhängigkeit ist es immer interessanter geworden Tätigkeiten in Entwicklungs- und Schwellenländern zu erbringen. Nicht nur eine rasche Entwicklung der Netzwerke in den Hochlohnländern sondern auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern verhalf den Billiglohnländern zu deren Eignung als Offshoring-Standort.[11]

Das Internet hat dabei den größten Beitrag zu der raschen Modernisierung der Kommunikationssysteme beigetragen, wie in Abbildung 4 deutlich erkennbar ist.

Internetnutzer weltweit in Mio. 1993 - 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Darstellung der Internetnutzer weltweit

(Quelle: Jutta Croll Stiftung Digitale Chancen 2010, http://www.digitale-chancen.de/content/stories/index.cfm/key.2614/secid.16/secid2.48, Zugriff am: 19.12.2012)

Ein weiterer Punkt der einer technischen Innovation zu Grunde liegt ist die Vergünstigung von Energie und die Entwicklung im Gütertransport, der es möglich gemacht hat, über weite Entfernungen Güter, Menschen und Informationen per Flugzeug, Kraftfahrzeug oder Schiff zu transportieren.[12] Abbildung 5 zeigt den stetigen Zuwachs am Güterverkehr in Deutschland bis 2025 in Milliarden Tonnenkilometern (1 Tonnenkilometer = Beförderung von Gütern im Gewicht von 1 t über 1 km)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Güterverkehr in Deutschland, in Anlehnung an VDA 2012

(Quelle: VDA – Verband der Automobilindustrie 2012, http://www.unsere-autos.de/unser-standort/transitland-deutschland/, Zugriff am: 18.12.2012)

2.2.2 Liberalisierung der Märkte

Im Jahre 1944 wurden erstmals multilaterale Verträge geschlossen, die globale Handelsinteraktionen erleichterten und größere Stabilität gewährleisten sollten. Es entstand 1947 die GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) und war ursprünglich nur als Übergangslösung für eine sich bereits in Planung befindende internationale Handelsorganisation vorgesehen. Das Scheitern der Verhandlungen über diese Einrichtung führte jedoch dazu, dass das Provisorium GATT annährend 50 Jahre bestand. Sie war der Grundstein für die 1995 gegründete WTO (World Trade Organisation).[13] Das Ziel der WTO ist der stetige Abbau von Handelshemmnissen im Rahmen internationaler Abkommen und somit die Liberalisierung des internationalen Handels mit dem weiterführenden Ziel des internationalen Freihandels. Ihre Aufgaben beinhalten die Koordination der Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten und die Streitschlichtung zwischen den Mitgliedern. Sie verfolgt Wirtschaftspolitisch eine liberale Außenpolitik, die mit Deregulierung und Privatisierung einhergeht.[14] Zum 24. August 2012 lag die Zahl der Mitglieder bei 157 Ländern. Die zuletzt am 22. und 24. August 2012 beigetretenen Länder sind Russland, Montenegro, Samoa und der südpazifische Inselstaat Vanuatu.[15]

Wie bereits erwähnt ist ein Ziel der WTO die Schaffung von Freihandelsabkommen und Freihandelszonen, um Vorteile bei der Güterverteilung und der Steigerung des Außenhandels zu erreichen.[16]

Die wichtigsten und größten Freihandelszonen der Welt nach Regionen aufgeteilt:[17]

Europa: European Free Trade Association – EFTA (1960), European Union – EU (1992), Central European Free Trade Area – CEFTA (1993), European Economic Area – EEA (1994).

Amerika: Mercado Común Centroamericano – MCCA (1961), Comunidad Andina – CAN (1969), Caribbean Community – CARICOM (1973), Asociación Latinoamericana de Integration – ALADI (1980), Mercado Común del Sur – MERCOSUR (1991), North American Free Trade Agreement – NAFTA (1992), Grupo de los Tres – G3 (1994).

Asien und der Pazifik: Association of Southeast Asian Nations – ASEAN (1967), South Pacific Regional Trade and Economic Agreement – SPARTECA (1981), Australia-New Zealand Closer Economic Relations and Trade Agreements – ANZCERTA (1983), Asia-Pacific Economic Cooperation – APEC (1989)

Asian Free Trade Area – AFTA (1992), East Asian Economics Caucus – EAEC (1997), Regional Comprehensive Economic Partnership - RECEP (in Verhandlung, voraussichtlich 2015)

Afrika und der Nahe Osten: Arab Common Market (1964), Cross Border Initiativ, Economic and Custom Union of the Central African States – UDEAC (1966), Southern African Custom Union – ECOWAS (1975), Arab Maghreb Union (1989), Southern African Development Community – SADC (1992), der Common Market of Eastern and Southern Africa – COMESA (1994) un die West African Economic and Monetary Union – WAEMU (1994), Greater Arab Free Trade Area – GAFTA (2005).

Für eine bessere Gesamtübersicht liegt dem Anhang A eine Weltkarte mit den wichtigsten Freihandelszonen der Welt nach Export in Milliarden Dollar bei. Die durch die Freihandelszonen kontinuierlich steigenden Warenexporte und die somit steigende Wirtschaftsleistung des Welthandels zeigt Abbildung 6.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Entwicklung von Weltwirtschaft und Welthandel 1960 bis 2010

(Quelle: Weltbank 2012, http://www.omnia-verlag.de/upload_files/w08%20weltwirtschaft%20welthandel.pdf, Zugriff am: 19.12.2012)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass anhand der aufgeführten Gründe man erkennen kann, dass einige Voraussetzungen bzw. Triebkräfte für den Globalisierungsprozess entscheidend sind. Als größte Voraussetzung ist die Überwindung der räumlichen Distanzen zu nennen, die durch den technischen Fortschritt im Transportwesen leichter zu meistern geworden ist. Die sinkenden Transport- und Kommunikationskosten haben den weltweiten globalen Handel ermöglicht und ihn durch den Abbau und der Liberalisierung der Märkte zum Teil flächendeckend beschleunigt. Ein heutiger Beleg für den Anstieg der Welthandelsbeziehungen sind die steigenden In- und Exportraten und die Zahl der ausländischen Direktinvestitionen.[18] „Die Globalisierung wird auch in den kommenden Jahrzehnten voranschreiten, doch nur eine weltweite, globale Öffnung der Märkte kann eine vollständige Globalisierung garantieren.“[19]

2.2.2 Standardisierung von Gütern und Prozessen

Neben den technischen Innovationen und der Liberalisierung der Märkte ist auch die Standardisierung von Gütern und Prozessen ein nennenswerter Aspekt. Standards und Normen, wie zum Beispiel die Deutsche Industrienorm DIN oder die ISO-Normen, vereinfachen die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Staaten.[20] Aus Sicht der Logistik sind die Standards der EUR-Palette, sowie für den globalen Handel bestimmte 20 bzw. 40 Fuß-ISO-Container von großer Bedeutung. Sie stehen für schnelleres Laden, einen schnelleren Weitertransport und schützen zudem vor Diebstahl und Beschädigung. Bei Computern sind es die Standards der gleichen Betriebssysteme und Programme die es möglich machen, Daten und Anwendungen von einem Computern zum andern zu übertragen.[21]

Der Vorreiter in der Standardisierung von Prozessen war unter anderem die Fastfoodkette McDonalds. Das Schnellrestaurant hat bereits 1948 sein Angebot auf einfache Speisen beschränkt und auf Papptellern serviert, wodurch ein schneller Service sowie eine schnelle Entsorgung möglich wurden. Die Zubereitung von Hamburgern wurde beispielsweise auf einzelne Arbeitsschritte aufgeteilt und machte es Hilfskräften möglich die Tätigkeiten in kürzester Zeit zu erlernen.[22]

3. Motive und Risiken einer Auslandsverlagerung

Die Verlagerung wirtschaftlicher Tätigkeiten deutscher Unternehmen ins Ausland steht, wie bereits in Kapitel 2 erwähnt, in Zusammenhang mit der Globalisierung. Die Literatur liefert eine Vielzahl von Erklärungsansätzen für die Motive der Auslandsverlagerung deutscher Unternehmen, deren Vorteilen der auch Risiken gegenüber stehen.

3.1 Motive eine Auslandsverlagerung

Die Motive für eine Verlagerung ins Ausland sind von Unternehmen zu Unternehmen verschieden und reichen von wachsender Konkurrenz, attraktiven neuen Märkte, der Nähe zum Kundenstamm bis hin zur niedrigen Kosten.[23] Auch Faktoren wie Unternehmensgröße und Branche sind hierbei von Bedeutung.[24]

Nach Angaben einer vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Erhebung, die in Deutschland bei 20.000 Unternehmen durchgeführt wurde, verlagerten rund 14 Prozent der Unternehmen zwischen 2001 und 2008 Aktivitäten ins Ausland.[25]

Abbildung 7 zeigt, dass die beiden wichtigsten Verlagerungsmotive eine Auslandsverlagerung durchzuführen, die Senkung der Lohnkosten und der Zugang zu neuen Märkten, sind. Beide Gründe waren für mehr als vier Fünftel aller befragten Unternehmen von Bedeutung. Danach kommen Steuer- und Förderanreize sowie strategische Vorgaben und geringere Regulierungen in den Gastländern.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Verlagerungsmotive deutscher Unternehmen

(Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung 2010: http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52851/verlagerungsmotive, Zugriff am: 19.12.2012)

Eine Zuordnung in Motivgruppen ist aufgrund der Überschneidung mit anderen Motiven sehr schwierig. Die Motive lassen sich aber grob in vier Kategorien einteilen.[27]

- Kosteneinsparmotive
- Absatzmotive
- Beschaffungsmotive
- Sonstige Motive

3.1.1 Kosteneinsparmotive

Wie aus der vorhergegangenen Abbildung bereits ersichtlich, ist das Kosteneinsparpotenzial das Motiv mit der größten Bedeutung und setzt sich aus weiteren Unterpunkten zusammen.

Geringe Lohnkosten

Die Lohnkosten stehen für das größte Einsparpotenzial. Genauer gesagt sind es die Lohnzusatzkosten, die deutsche produzierende Unternehmen enorm belasten und dazu führen können, dass sie ihre konkurrenzfähigkeit einbüßen.[28] Diese Zusatzkosten sind in Schwellen- und Entwicklungsländern viel geringer als in Deutschland. Der Vorteil ist umso größer, desto arbeitsintensiver die Tätigkeit ist.[29]

Im weltweiten Vergleich würden sich bei den Lohnkosten Einsparungen bis zu 95% ergeben. Dieser Wert ist jedoch aufgrund der deutlichen Produktivitätsunterschiede von Land zu Land nicht tragbar. Die Arbeitsproduktivität gemessen am Output ist in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern deutlich geringer. Somit kann eine Betrachtung nicht isoliert durchgeführt werden, sondern nur im Kontext mit der realisierbaren Arbeitsproduktivität. Die Stundenlöhne sind nur ein Bestandteil der Personalkosten. Unternehmen im Ausland haben, wenn überhaupt vorhanden, niedrigere Zuschläge für Nachtarbeit, Schichtarbeit oder Wochenendzuschläge.[30]

Abbildung 8 zeigt die Arbeitskosten in der Privatwirtschaft inklusive Lohnnebenkosten in Deutschland im Jahre 2011 mit weiteren Europäischen Länder, im Vergleich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Arbeitskosten in der Privatwirtschaft Euro/Stunde im Vergleich

(Quelle: Statistisches Bundesamt 2012, https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/ArbeitskostenLohnnebenkosten/EUVergleich/EUVergleich.html, Zugriff am: 21.12.2012)

Niedrige Standortkosten

Mieten und Nebenkosten sind in Entwicklungs- und Schwellenländern deutlich niedriger. Zudem lassen sich Arbeits- und Umweltauflagen leichter erfüllen.[31]

Geringe Transportkosten

Hohe Transportkosten entstehen bei der internationalen Marktversorgung vom produzierenden Unternehmen zum nachfragenden Markt. Durch eine Produktion in Absatz-, Rohstoff, oder Lieferantennähe können diese hohen Transportkosten vermieden bzw. eingespart werden und für eine Produktion im Ausland sprechen.[32]

Wie in Abbildung 5 zu erkennen steigen die Transportmengen, weil sie Transportkosten seit Jahren sinken, was aufgrund der technologischen Neuerungen und spezialisierten Transportdienstleistungsunternehmen möglich geworden ist.

Steuervorteile

Nicht der Gewinn vor Steuer, sondern letztlich der nach Abzug der Steuer ist ausschlaggebend. Die Steuer- und Abgabenbelastung ist für kleinere und mittlere Unternehmen ein starkes Argument ins Ausland zu gehen. Es bestehen zwischen den verschiedenen Ländern Unterschiede in den Steuerarten und der Höhe der Steuerabgaben. In der Europäischen Union gibt es unterschiedliche Höhen in den Einkommenssteuersätzen. Weitere Variationen in den Unternehmenssteuerarten sind die Grundsteuer, die Gewerbesteuer, die Gewerbekapitalsteuer, die Vermögensteuer und die Wertschöpfungssteuer. Auch findet man in den einzelnen Ländern unterschiedliche Methoden zur Abschreibung.[33]

[...]


[1] Vgl. Wenning 2008, S. 17.

[2] Vgl. Schaaf 2004, S. 2.

[3] Vgl. Ebert 2006, S. 13.

[4] Vgl. Hutzschenreuter/Dresel/Ressler 2007, S. 24.

[5] Kolle 2003, S. 1.

[6] Vgl. Buchner 2006, S. 2.

[7] Vgl. Backhaus 2009, S. 81 ff.

[8] Vgl. o.V. 2005, S.1.

[9] Vgl. Ebenda., S.1.

[10] Hutzschenreuter/Dresel/Ressler 2007, S. 9.

[11] Vgl. Hutzschenreuter/Dresel/Ressler 2007, S. 9f.

[12] Vgl. Piel 2007, S. 7.

[13] Vgl. Then de Lammerskötter 2004, S. 115.

[14] Vgl. Tietje 2013, S. 9 f.

[15] Vgl. World Trade Organisation (WTO) 2012, S.1.

[16] Vgl. Tietje 2013, S. 9 f.

[17] Vgl. Blank/Clausen/Wacker 1998, S.43 f.

[18] Vgl. Kutschker/Schmid 2008, S. 199.

[19] Claaßen 2004, S. 20.

[20] Vgl. Backhaus 2009, S. 72 ff.

[21] Vgl. Schieck 2008, S. 223.

[22] Vgl. Backhaus 2009 S. 75.

[23] Vgl. Peters/Reinhardt Seidel 2006, S. 76.

[24] Vgl. Wiesner 2005, S. 67.

[25] Vgl. Statistisches Bundesamt

[26] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2010

[27] Vgl. Stremme 2000, S. 121.

[28] Vgl. Peters/Reinhard/Seidel 2006, S. 78.

[29] Vgl. Wenning 2006, S. 10.

[30] Vgl. Ebenda., S. 29.

[31] Vgl. Wenning 2006, S. 31.

[32] Vgl. Stremme 2000, S. 134 f.

[33] Vgl. Wöhe 2000, S. 343 f.

Details

Seiten
57
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783956847783
Dateigröße
3.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v297662
Institution / Hochschule
University of Maryland University College in Heidelberg
Note
1,7
Schlagworte
Offshoring Outsourcing Verlagerung ins Ausland deutsche Unternehmen Regionen

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