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Vom Antifaschismus zum Linksfaschismus? Die deutsche Studierenden-Bewegung der 1960er Jahre

Bachelorarbeit 2012 43 Seiten

Leseprobe

1. Einleitung

Das Jahr 1968 ist noch immer ein Mythos der deutsche Geschichtsschreibung. Am Besten verstehen lässt sich dieses Ereignis laut Wolfgang Kraushaar als „Chiffre“[1], welche mit unterschiedlichen Deutungen gefüllt wurde. Die Jahreszahl ist Metapher für eine globale Revolte[2] gar für den Beginn eines roten Jahrzehnts[3] und wird dabei im dichotomen Blick entweder als „antifaschistische Neugründung der BRD“[4] oder aber als „romantischer Rückfall“[5] der vermeintlich totalitären „Kinder Hitlers“ gedeutet. Götz Aly polarisierte die Kontroverse mit seinen Thesen am heftigsten.[6] Der Untertitel seines Buches „Unser Kampf. Ein irritierter Blick zurück“ wirft dabei gleich zwei wichtige Aspekte auf: Einerseits die Nähe der Revoltierenden zum Nationalsozialismus und anderseits den Gesichtstpunkt der Erinnerung, speziell von HistorikerInnen als ZeitzeugInnen.

Noch 2003 beklagte die Historikerin Ingrid Gilcher-Holtey eine versäumte Kontroverse um 1968, im Besonderen, dass hauptsächlich ehemalige Akteure die Themen setzen würden.[7] Viele Werke ehemaliger „68er“, welche eher Liebeserklärungen an ihre wilde Jugendzeit als historisch brauchbares Material liefern, bezeugen dies.[8] Das Ereignis 1968 ist jedoch längst zu einem etablierten Gegenstand der Geschichtswissenschaft geworden[9] und ein Forschungs­überblick aus dem Jahr 2010 von Philipp Gassert zeigt dabei das klare Bild eines Historisierungsschubes. Eine ganze Flut von Veröffentlichungen zum Thema ist aktuell vorhanden.[10]

Ich richte meinen Fokus in der folgenden Abhandlung auf das „lange 1968“, also die Entwicklungen und Umbrüche der gesamten sechziger Jahre. Das Verhältnis der Studierenden-Bewegung zur NS-Vergangenheit ist dabei ein deutsches Spezifikum, welches die Bewegung von anderen Protestkulturen der 60er Jahre unterscheidet. Der deutsche Generationenkonflikt und der linke Protest waren geprägt vom Paradigma „Utopia oder Auschwitz“.[11]

Das Ziel der Arbeit ist es das makabere Paradox zu erklären, warum Akteure der Studierenden-Bewegung versuchten mit einem Bombenanschlag im Jahr 1969 im jüdischen Gemeindehaus in Berlin ihre antifaschistische Gesinnung in die Praxis umzusetzten. Im Sinne Walter Benjamins ist es die Aufgabe eines kritischen Historikers „die Geschichte gegen den Strich zu bürsten“[12] um solche Widersprüche verstehen und deuten zu können. Die vorliegende Arbeit stützt sich methodisch auf einen kulturgeschichtlichen Zugang zum Thema, bei welchem das Politische der Erinnerungskultur und die Kommunikation im Vordergrund stehen.[13] Schriften der damaligen Akteure werden daher analysiert um die wichtige Rolle der sprachlichen Vermittlung der kulturellen Umbrüche der 60er Jahre aufzuzeigen.

Wie der misslungene Terrorakt 1969 in die Geschichte der Protestbewegung einzuordnen ist, welche Rolle die „Vergangenheitsbewältigung“ der Studierenden-Bewegung gespielt hat, und dabei im Besonderen ihre Theorie des Faschismus, soll dabei geklärt werden. Das Ziel ist es schließlich die Frage, ob die Studierenden-Bewegung der 60er Jahre eine „antisemitische Verlängerung der deutschen Geschichte“[14] darstellt, zu beantworten.

Zunächst werde ich die Studierenden-Bewegung als Teil der Neuen Linken einordnen. Um die Theorie und Praxis der Akteure verstehen und deuten zu können, ist es unumgänglich die theoretischen Einflüsse näher zu beleuchten. Ein Geflecht aus Kritischer Theorie und Internationalismus liefert die Grundlage für die Auseinandersetzung der Neuen Linken mit dem Nationalsozialismus. Die Reaktionen der Studierenden auf die unbewältigte NS-Vergangenheit der BRD, beginnend in den späten 1950er Jahren, wird im zweiten Kapitel skizziert und schließlich die Entwicklung einer Theorie des Faschismus dargelegt. Dabei laufen zeitliche Entwicklungen teilweise parallel ab, es gibt Überschneidungen und auch geringfügige zeitliche Sprünge sind notwendig um eine Struktur in die Geschehnisse zu bringen. Der Übergang der Analyse der BRD von einem post- zu einem prä-faschistischen System wird von mir am Beispiel der Anti-Notstands-Kampagne nur ausschnittsweise bis in das Jahr 1967 dargelegt, welche sich eigentlich bis in das Jahr 1968 erstreckte und dort ihren Höhepunkt und die erste Niederlage der Protestbewegung markierte.

Der Bewegungsschub durch den Tod des Studenten Benno Ohnesorg und den Kriegsausbruch in Israel im Juni 1967 werden als Katalysatoren für die Entwicklung des inflationären Gebrauchs des Faschismus-Vorwurfs in einem eigenständigen Kapitel beleuchtet. Im fünften Abschnitt wird schließlich der Zusammenhang zwischen der Radikalisierung des anti-imperialistischen Weltbildes der Studierenden-Bewegung und der Verlagerung der deutschen Geschichte nach Israel dargelegt. Bei der Suche nach einer Erklärung, wie es zu einer Universalisierung des Faschismus-Vorwurfs kam, wird der Anti-Zionismus und eine Schuldumkehr mittels israelischer Juden als „neue Nazis“ aufgezeigt. Zum Schluss der Arbeit stelle ich dar, wie Antisemitismus nach Auschwitz in der deutschen Linken vermeintlich „antifaschistisch“ und „ehrbar“ begründet werden konnte.

2. Studierenden-Bewegung und Neue Linke

2.1 Neue Linke als Protestbewegung

Zunächst einmal sind verschiedene begriffliche Präzisierungen notwendig. Die politisch aktiven Studierenden der 1960er Jahre können als eine, wenn auch relativ heterogene, Gruppe klassifiziert werden. „Bewegung“ meint im folgenden den Teil eines sozialen Systems, welcher im Gegensatz zur etablierten Ordnung steht. Die unterschiedlichen Akteure innerhalb dieses Subsystems haben kein einheitliches politisches Programm, sondern vielmehr gemeinsame politische Glaubenssätze, die sie einen. Die Spezifizierung als „Protestbewegung“ meint dabei eine gemeinsame moralische Empörung und die Ablehnung der als negativ empfundenen Verhältnisse.[15] Das Ziel des sozialen Wandels durch Protest steht im Mittelpunkt des politischen Handelns und eint die eher diffusen geistigen Strömungen.[16] An der Studierenden-Bewegung der Bundesrepublik Deutschland waren unterschiedliche Organisationen beteiligt, allen voran der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS), welcher einen gewissen Führungsanspruch besaß. Der 1946 als SPD nahe Studierenden-Organisation gegründete SDS radikalisierte seine Positionen bis in die 60er Jahre enorm, was 1961 schließlich zu einem Unvereinbarkeits­beschluss von SDS und SPD Mitgliedschaft führte.[17]

Die internationale Bewegung der sogenannten Neuen Linken spielte im SDS eine wichtige Rolle. In Zeitschriften wie der New Left Review aus Großbritannien oder dem französischen Socialisme ou Barbarie drückte sich eine linke Strömung aus, welche die Begriffe New Left beziehungsweise Nouvelle Gauche prägten.[18] Der Begriff Neue Linke wurde dabei auch klar als Selbstbezeichnung gewählt. Auf einer Delegiertenkonferenz des SDS 1962 erklärte Elisabeth Lenk in einem Referat:

„Unsere Theorie sollte […] einem Scheinwerfergerät gleichen, dessen Licht stark genug ist, ein Stück des Weges in die Zukunft zu erhellen, das aber zugleich, auf die gegenwärtige Gesellschaft gerichtet, grell ihre Risse, Sprünge, jahrhundertealten Staub, Muff und Spinnweben beleuchtet, wenn wir unsere Arbeit betrachten, werden wir vielleicht dem Anspruch gerecht, wirklich Neue Linke zu sein.“[19]

Diese Neue Linke definierte sich über die Abkehr von der traditionellen Position einer Organisation des Proletariats und den daraus entstandenen Strömungen des Marxismus-Leninismus. Eine Neuinterpretation der Theorie von Marx mit Fokus auf dem Entfremdungs­begriff, die Ausweitung der Kritik der politischen Ökonomie auf die gesamte Gesellschaft, also auch die scheinbar private Sphäre, eine Betonung des Individuums gegenüber dem Kollektiv, Abkehr von der Organisation in Parteien und die Ablösung der Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt durch die Intellektuellen, gelten als Gemeinsamkeiten der Bewegung der Neuen Linken.[20] Auf die theoretischen Grundlagen der Studierenden-Bewegung soll nun der Fokus gelegt werden. Die Selbstbezeichnung als „Antiautoritäre Bewegung“ verweist dabei schon direkt auf die Kritischen Theorie.

2.2 Theoretische Einflüsse

2.2.1 Kritische Theorie

Das Gesamtwerk der Kritischen Theorie bis in die 1960er Jahre kann und soll an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden. Die wichtigsten theoretischen Prämissen, besonders die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und deren Einfluss auf die Studentenbewegung sollen jedoch aufgezeigt werden.

Kritische Theorie kann kurz gefasst als eine Aktualisierung, kritische Überprüfung und Erweiterung der marxschen Philosphie verstanden werden. Sie vereint die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds und fußt dabei auf empirischer Sozialforschung.[21] Der Begriff „Kritische Theorie“ tauchte zum ersten mal in Max Horkheimers 1937 veröffentlichten Schrift Traditionelle und Kritische Theorie auf. Kritisch sei diese Theorie insofern, da ihr Horizont der einer möglichen anderen Gesellschaft sei und diese Utopie solle mittels Empirie auf seine materiellen Bedingungen überprüft werden. Kritische Theorie ist jedoch durch weit mehr Personen und Werke geprägt. Das Frankfurter Institut für Sozialforschung, welches ab 1930 durch Horkheimer geleitet wurde und dessen Forschungs­schwerpunkt die Geschichte der Arbeiterbewegung und eine kritische Theorie der Gesellschaft bildeten, war maßgeblich geprägt von Mitarbeitern jüdischer Herkunft, welche der Kommunis­tischen Partei Deutschlands (KPD) nahe standen. Die sogenannte „Frankfurter Schule“ war geprägt durch fächerübergreifende Arbeit, was sich besonders an den Mitarbeitern des Instituts für Sozialforschung zeigte. Neben Horkheimer als Direktor waren der Ökonom Friedrich Pollock, der Literaturwissenschaftler Leo Löwenthal, der Psychoanalytiker Erich Fromm, der Philosoph und Literaturwissenschaftler Herbert Marcuse und im besonderem Maße Theodor W. Adorno, welcher sich mit Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissen­schaften auseinandersetzte, prägend. Nicht zum Institut aber zum intellektuell nahem Umfeld gehörten ebenfalls der Philosoph und Kunstkritiker Walter Benjamin und der Politologe und Jurist Franz Leoplod Neumann. [22]

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten nötigte sie jedoch allesamt zur Flucht aus Deutschland. Im Exil in der USA entstanden wichtige Werke wie beispielsweise Horkheimers Autoritärer Staat[23] und die Bedeutung der Kritik der Ideologie des Antisemitismus für die Arbeit der Kritischen Theorie kristallisierte sich immer stärker heraus. Dies wird besonders in Adornos Studien zum autoritären Charakter aus dem Jahr 1950 deutlich. Das Buch legte innerhalb der Kritischen Theorie erstmals einen Schwerpunkt auf den Antisemitismus zur Erklärung des Nationalsozialismus. Horkheimer hatte 1939 in seinem Essay Die Juden und Europa den Antisemitismus der Nationalsozialisten noch als einen Aspekt kapitalistischer Krise und Instrument des Klassenkampfes bestimmt. Diese orthodox-marxistische Deutung beruhte auf der Interpretation des Antisemitismus als falschem Bewusstsein, welches lediglich dazu dienen würde über die Klassenantagonismen hinweg zu täuschen.[24] Mittels quantitativer Sozial­forschung wurde nun jedoch eine sogenannte „F-Skala“ (Faschismus-Skala) entwickelt, welche antidemokratische Charakterzüge messen sollte. Antisemitismus wurde als Produkt einer Wechselwirkung zwischen psychologischen und soziologischen Ursachen begriffen, welche auf modernem Autoritarismus und der modernen Vergesellschaftung generell fußen würde.[25] Weitere Ausführungen finden sich auch in der von Horkheimer und Adorno 1944 veröffentlichten Dialektik der Aufklärung in welcher sie im Kapitel Elemente des Antisemitismus konstatieren: „Die Juden sind heute die Gruppe, die praktisch wie theoretisch den Vernichtungswillen auf sich zieht, den die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert.“[26] Eine Analyse des Antisemitismus welche soziologische, psychologische und ökonomische Erklärungsmuster vereinte, war also bereits in den 1940er Jahren erarbeitet und ab den frühen 1950er Jahren auch in Deutschland von den Neuen Linken gelesen und diskutiert worden.

Adornos Ziel einer Rückkehr in seine Geburtsstadt Frankfurt führte schließlich dazu, dass er und Horkheimer wieder nach Deutschland zurück kehrten um am 1951 neueröffneten Institut für Sozialforschung (IfS) in Frankfurt Ihre Arbeit aufzunehmen.[27] Auf die Frage warum er zurückgekehrt sei, gab Adorno neben der Sehnsucht nach seiner Heimatstadt an:

„Da ich viel zu sehr gesellschaftlich denke, um den Faschismus als Sache des sogenannten deutschen Nationalcharakters zu sehen, sondern ihn als Konsequenz einer sozial ökonomischen Entwicklung begreife, war mir auch die Konzeption, die Deutschen als Volk hätten die Schuld, recht fremd; die Bildung solcher Kollektivbegriffe scheint mir selbst in jenes [sic!] Bereich zu gehören, das [sic!] den Faschismus hervorbrachte.“[28]

Jenseits von einer vermeintlichen Kollektivschuld der Deutschen sollten Ursachen und die Formen des Fortwirkens des Nationalsozialismus in der Demokratie untersucht werden. Dabei waren die Lehrveranstaltungen von Horkheimer und Adorno bereits in den 1950er Jahren heiß begehrt. Die Beschäftigung der Studierenden am IfS mit der Kritischen Theorie blieb anfangs noch stark Seminar intern und rein theoretisch, was sich allerdings ab Ende der fünfziger Jahre änderte, als eine zweite Generation von Studierenden die rein theoretischen Konzepte der Theorie kritisierten und, ganz im Sinne der Bewegung der Neuen Linken, eine praktische Umsetzung anstrebte.[29] Wie sich im Laufe der Arbeit noch zeigen wird, griff die Bewegung der Neuen Linken auf viele Aspekte dieser theoretischen Auseinandersetzung, im Besonderen mit dem Fortwirken des Nationalsozialismus in der BRD, zurück, waren es schließlich besonders Schüler Adornos wie Hans-Jürgen Krahl, die als intellektuelle Elite die Studierenden-Bewegung prägten.

2.2.2 Internationalismus

„[E]inen Europäer erschlagen, heißt zwei Fliegen auf einmal treffen, nämlich gleichzeitig einen Unterdrücker und einen Unterdrückten aus der Welt schaffen. Was übrig bleibt ist ein toter Mensch und ein freier Mensch. Der Überlebende fühlt zum ersten mal einen nationalen Boden unter seinen Füßen.“[30]

Jean-Paul Sartre schrieb diese drastischen Zeilen 1961 in seiner Einleitung zu Frantz Fanons antikolonialer Schrift Die Verdammten dieser Erde. Sein Konzept einer befreienden „Gegen-Gewalt“ als Mittel der Dekolonisation war auch für die bundesdeutsche Neue Linke eine maßgebliche Inspiration.[31] Noch bis Anfang der 60er Jahre blieb die Beachtung der „Befreiungskämpfe“ in der sogenannten „Dritten Welt“ durch die Studierenden-Bewegung in der BRD relativ gering. Ab Mitte der 60er Jahre weitete sich der Krieg in Vietnam allerdings massiv aus und die von Ho Chi Minh 1945 proklamierte Demokratische Republik Vietnam, welche aus einem antikolonialen „Befreiungskampf“ gegen Frankreich hervorgegangen war, wurde durch die USA 1965 mit groß angelegten Flächenbombardements bekämpft. Hintergrund war die versuchte Niderschlagung der 1960 gegründeten Front National de Libération (FNL), welche in Südvietnam für einen sozialistischen Staat kämpfte. Die USA wollte dies wiederum im Angesicht des Kalten Krieges mit dem Ziel der Verteidigung der „freien Welt“, wie es damals hieß, mit allen Mitteln verhindern. Die sogenannte „Domino-Theorie“ wonach ein Sieg der Kommunisten in Vietnam einen Domino-Effekt in ganz Indochina auslösen würde, der dem Ostblock zugute kommen würde, war die theoretische Begründung.[32] Die Bilder von Napalmbomben und Leichenbergen, über Massenmedien täglich verbreitet, schockierten besonders die politischen Studierenden zutiefst.[33]

Wenn man einen Blick in die „Schlüsseltexte“[34] der Neuen Linken wirft, waren es neben Fanon auch die Texte des Vorsitzenden der kommunistischen Partei und Staatschefs Chinas Mao Tse-tung, dessen Verteidigungsminister Lin Biao und dem Revolutionär Ernesto Che Guevara, die die theoretischen Grundlagen des internationalen „Befreiungskampfes“ lieferten.[35]

Hans-Jürgen Krahl, einer der führenden Köpfe der Studierenden-Bewegung, charakterisierte dabei die Rolle von revolutionären „Befreiungsbewegungen“ in der „Dritten Welt“ als einen entscheidenden Einfluss auf die Ausbildung eines „antiautoritären Bewusstseins“.[36] Neben der Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit spielte demnach besonders der Vietnamkrieg eine entscheidende Rolle für die Politisierung der Studierenden in den 60er Jahren. Der SDS war die zentrale Plattform für die anwachsende Vietnam Solidaritätsbewegung und der darin organisierte Student Rudi Dutschke leistete dort Pionierarbeit.[37] 1964 veröffentlichte er einen Aufsatz unter dem Titel „Proletarischer Internationalsimus und Imperialsimus“, in welchem er eine klar anti-imperialistische Position bezog und die Unversöhnlichkeit von Sozialismus und Imperialismus herausarbeitete. Er stellte einen Zusammenhang zwischen den Verhältnissen in der BRD und dem globalen Süden her und propagierte einen internationalen Befreiungskampf.[38] Auf die zahlreichen Texte und Aktionen, welche ab 1965 mit dem sogenannten „Vietnam-Semester“[39] in Berlin verstärkt aufkamen, kann an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Die Schlüsselfunktion des Internationalismus und ihre Verbindung zur Vergangenheitsbewältigung der Neuen Linken in der BRD soll jedoch noch knapp an der Rolle der USA aufgezeigt werden.

„Die Amerikaner kamen doch 1945 mit der Re-Education, der neuen Erziehung zur Demokratie. […] Und nun ging plötzlich dieses große, reiche, starke Land hin und schlachtete so ein kleines, armes Volk ab. Da ist etwas zusammengebrochen. Und als wir erfuhren, daß ausgerechnet Kennedy, der Präsident, den wir ja angehimmelt hatten, die Eskalation dieses Krieges angeordnet hatte, war die Wirkung auf uns noch viel schlimmer. Da fand etwas statt, dass man in der Individualpsychologie als Vatermord bezeichnet.“[40]

Der pazifistische Aktivist Klaus Vack brachte damit einen wichtigen Aspekt auf den Punkt. Die Parteinahme für die Marginalisierten, Schwachen und Unterdrückten machte im Umkehrschluss eine Feindschaft zur Supermacht USA scheinbar unerlässlich.[41] Wie sich schließlich aus einer Position der internationalen Solidarität und der Ablehnung der kriegerischen Außenpolitik ein breit verankertes anti-imperialistisches Weltbild entwickelte, dass einen mit Ressentiments geladenen Hass auf Amerika und dessen Verbündete und eine Projektion deutscher NS-Verbrechen einschloss, wird im Laufe der Arbeit noch aufzuzeigen sein.

3. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

3.1 Unbewältigte Vergangenheit in der BRD

„Und was die Bundesrepublik betrifft, so brauchen wir uns wohl darüber nicht weiter zu unterhalten. Der ist der Untergang an die Stirn geschrieben.“[42]

Hannah Arendt zeichnete in ihrer Prognose von 1965 ein sehr düsteres Bild von der Zukunft der Bundesrepublik, ausgehend von der Analyse, dass es nicht geschafft worden wäre einen deutlichen Bruch mit der NS-Vergangenheit zu vollziehen. Sie bemängelte, dass überhaupt kein richtiger politischer Neubeginn stattgefunden hatte, sondern eine Restauration der Weimarer Republik, in ihren Worten ein „Status quo ante Hitler“.[43] Dieser Status könne nur ein sehr unsicherer sein und ihm drohe ihrer Meinung nach in dieser Konstellation das gleiche Schicksal wie der vorangegangen Republik. Der Terminus „Vergangenheitsbewältigung“ ist in diesem Kontext näher zu betrachten, da er unterschiedlich interpretiert worden ist. Noch in den 1950er Jahren bedeutete Vergangenheitsbewältigung in der bundesdeutschen Vergangenheitspolitik ein „Schlussstrichdenken“, welches sich besonders in einer Forderung nach dem Ende der Entnazifizierung äußerte.[44] Fehlende Strafverfolgung, Verharmlosungen und Leugnungen gepaart mit einer Justiz, welche selbst starke NS-Kontinuität aufwies, hatten zur Folge, dass etliche Täter nicht verfolgt oder sehr milde bestraft worden waren.[45] Bereits 1946 waren viele ehemalige NS-Juristen wieder in ihre Ämter zurück gekehrt und somit war der Justizapparat der Bonner Republik gegen Ende der Besatzungszeit zum Großteil durch diese besetzt.[46] Die Bezeichnung von der „unbewältigten Vergangenheit“ kam so in den 1960er Jahren auf, besonders durch die vielfältigen Skandale um institutionelle und personelle Kontinuitäten in der BRD.[47] Norbert Frei bezeichnet diese Etappe als „Phase der Vergangenheitsbewältigung“.[48]

Nicht erst mit den Ereignissen 1968, wie vielfach behauptet wird, sondern bereits Anfang der 60er Jahre hatte sich allerdings zumindest in Teilen der deutschen Öffentlichkeit ein Bewusstsein da­rüber entwickelt, dass diese Kontinuität und Verdrängung als äußerst problematisch anzusehen war.

Als entscheidender Einschnitt kann das Jahr 1959 betrachte werden. Zu dieser Zeit ereignete sich eine etwa zwei Monate andauernde Reihe von antisemitischen Schmierereien. Begonnen hatte diese „Schmierwelle“ mit antisemitischen Parolen und Hakenkreuzen im Dezember 1959 auf die erst im selben Jahr eingeweihte Synagoge in Köln. Darauf folgend wurde in den nächsten Wochen fast täglich von ähnlichen Straftaten in der gesamten BRD berichtet. Bis Februar 1960 wurden insgesamt 833 ähnliche Taten registriert.[49] Ausgelöst durch diese Ereignisse entbrannte in der BRD eine öffentliche Debatte über das Erbe des Nationalsozialismus und die Rolle des Antisemitismus. Besonders der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte die fehlende Auseinandersetzung mit rechtsradikalen Gruppen und die Präsenz von ehemaligen NS-Funktionären in Politik, Wirtschaft und öffentlichem Dienst. SPD und die Gewerkschaften schlossen sich dieser Kritik an. Diese öffentlich geführte Kontroverse, ausgelöst durch die antisemitische Schmierwelle brach das Schweigen über die unbewältigte Vergangenheit in der BRD erstmalig auf.

3.2 Reaktionen der Studierenden auf die NS-Kontinuität

3.2.1 Die Kontroverse um die „Braune Universität“

Das Nachwirken des Nationalsozialismus in der BRD kann als die entscheidende Triebkraft für die Entstehung der Studierenden-Bewegung bezeichnet werden. Dabei ist, zu beachten, dass sie mit diesem Themenkomplex an die seit Ende der 1950er Jahre im Wandel befindlichen öffentliche Debatte anknüpften.[50]

Die erste öffentlich wirksame Aktion Studierender war die Ausstellung Ungesühnte Nazijustiz, welche in Karlsruhe von dem West-Berliner Studenten Reinhard Strecker zusammen mit anderen Studierenden des SDS 1959 eröffnet wurde. Die Rolle von schwer belasteten Staatsanwälten und Richtern im Justizwesen der BRD wurde dort problematisiert. Hintergrund war die drohende Verjährung etlicher NS-Verbrechen, wobei mittels der Dokumente der Ausstellung gegen möglichst viele belastete Justizbeamte ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden sollte. Des Weiteren sollte auf die fehlende Auseinandersetzung mit diesem Thema und die allgemein als restaurativ empfundenen Tendenzen in der Republik aufmerksam gemacht werden.[51] In Zeiten der Blockkonfrontation spielte dabei die DDR eine entscheidende Rolle bei den braunen Skandalen in der BRD. Die in der Justiz-Ausstellung vorgeführten Dokumente, gezeigt wurden meist Todesurteile der NS-Strafjustiz von ausgewählten Juristen, stammten zu großen Teilen aus DDR-Archiven. Medienkampagnen, gezielte Aufdeckung von personellen Kontinuitäten in der Bundesrepublik und ähn­liches wurden durch den sich selbst als antifaschistisch verstehenden Staat gezielt betrieben und gefördert.[52] Dies führte in der BRD zwar teilweise zu einer empörten Abwehrreaktion, aber es leg­te die Basis für weitere Veröffentlichungen der NS-Kontinuität in der BRD durch die Studierenden.

Unter dem Motto „Braune Universität“ begann eine Kontroverse um die Rolle der Universität im Nationalsozialismus. In der Tübinger Studierendenzeitschrift Notizen erschien der Leitartikel des damaligen Chefredakteurs Hermann L. Gremliza „Die Braune Univeristät. Tübingens unbe­wältigte Vergangenheit.“ Auf dem Titelbild der Ausgabe war ein Gemälde des Universitäts­rektors der Jahre 1939-44, welcher sich in SA Uniform hatte porträtieren lassen, abgebildet.[53] Ein eindeutigerer Beweis für die braune Vergangenheit konnte kaum erbracht werden.

Auf einem Flugblatt wurde im Februar 1964 deutlich darauf hingewiesen, dass es allerdings nicht um die Vergangenheitsbewältigung einzelner Personen ginge, sondern um grundsätzliche Verfahrensweisen der Wiedereingliederung belasteter Professoren.[54] Durch diesen Druck seitens der Tübinger Studierenden wurde schließlich im Wintersemester 1964/65 von Professoren die Ringvorlesung „Das deutsche Geistesleben und der Nationalsozialismus“ abgehalten. Ähnliche Veranstaltungen folgten daraufhin in weiteren größeren Städten wie beispielsweise Berlin, Heidelberg, München und Bonn.[55] Sie sollte laut Veranstaltern den Auftakt für eine tiefgreifende Auseinandersetzungen der Universitäten mit ihrer NS-Vergangenheit darstellen. Dies stellte sich, wie die Zeitschrift Notizen allerdings schon 1966 schrieb als Trugschluss heraus.[56]

Wolfgang Fritz Haug, der Redakteur der Zeitschrift Das Argument, reagierte mit dem Artikel „Der hilflose Antifaschismus“ auf die Auseinandersetzung der Hochschullehrer in den diversen Vorlesungen mit der die braunen Universität. Seine ideologiekritische Analyse der Texte aus den Vor­lesungen ergab ein niederschmetterndes Urteil. Sowohl in der Formulierung, als auch in der geisti­gen Tradition der Ideologie des NS würde in der vermeintlichen Auseinandersetzung mit dem deut­schen Geistesleben angeknüpft.[57] Eine theoretisch fundierte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus schien der antiautoritären Bewegung unerlässlich. Diese begann, wie im folgenden nachgezeichnet wird, schon weit vor Haugs Analyse des hilflosen, bürgerlichen Antifaschismus.

[...]


[1] Vgl. Wolfgang Kraushaar: Achtundsechzig. Eine Bilanz, Berlin, 2008, S.42-56.

[2] Vgl. Norbert Frei: 1968. Jugendrevolte und globaler Protest, München 2008

[3] Vgl. Gerd Koenen: Das Rote Jahrzehnt. Unsere kleine Kulturrevolution 1967-1977, Frankfurt am Main 2011.

[4] Vgl. Claus Leggewie: Der Mythos des Neuanfangs - Gründungsetappen der Bundesrepublik Deutschland: 1949-1968-1989, in: <http://www.hannah-arendt.de/verein/publikationen_leggewie.html> letzter Zugriff: 01.06.12.

[5] Vgl. Richard Löwenthal: Der romantische Rückfall, Stuttgart ua 1970.

[6] Vgl. Götz Aly: Unser Kampf. Ein irritierter Blick zurück. Frankfurt am Main 2008.

[7] Vgl. Ingrid Gilcher-Holtey: <<1968>> - Eine versäumte Kontroverse? In: Martin Sabrow et al (Hrsg.), Zeitgeschichte als Streitgeschichte, München 2003

[8] Vgl. exemplarisch: Daniel Cohn Bendit/Rüdiger Dammann (Hrsg.): 1968. Die Revolte, Frankfurt am Main 2007.

[9] Vgl. Ingrid Gilcher-Holtey: 1968. Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1998.

[10] Vgl. Philipp Gassert: Das kurze „1968“ zwischen Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur: Neuere Forschungen zur Potestgeschichte der 1960er-Jahre, in: <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/2010-04-001< letzter Zugriff: 01.06.12.

[11] Vgl. Hans Kundnani: Utopia or Auschwitz. Germany's 1968 Generation and the Holocaust, New York 2009; Philipp Gassert, Allan E. Steinweis: Coping with the Nazi Past. West German Debates on Nazism and generational Conflict 1955-1975, Washington D.C. 2006.

[12] Vgl. Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte, in: Hermann Schweppenhäuser, Rolf Tiedemann (Hrsg.), Walter Benjamin. Gesammelte Werke, Bd 1, Frankfurt am Main 1991, S. 694.

[13] Zur Perspektive der Kulturgeschichte vgl. Bernd Weisbrod: Das >>Wie<< des Politischen. Zeitgeschichte als Kulturgeschichte, in: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Geschichte des 20. Jahrhunderts? Jena 2006, S. 84-91; Ute Daniel: Kompendium Kulturgeschichte. Theorien, Praxis, Schlüsselwörter, Frankfut am Main 2001, S. 7-25.

[14] Wilfried Mausbach: Wende um 360 Grad? Nationalsozialismus und Judenvernichtung in der >>Zweiten Gründungsphase<< der Bundesrepublik, in: Hodenberg/Siegfried (Hrsg.): Wo "1968" liegt. Reform und Revolte in der Bundesrepublik, Göttingen 2006, S. 17.

[15] Zur Definition von Bewegung und Protestbewegung vgl. Gerd Langguth: Protestbewegung. Entwicklung, Niedergang, Renaissance. Die Neue Linke seit 1968, Köln 1983, S. 15-16.

[16] Vgl. Dieter Rucht: Die Ereignisse von 1968 als soziale Bewegung. Methodologische Überlegungen und einige empirische Befunde, in: Gilcher-Holtey (Hrsg.), 1968, Göttingen 1998, S. 116-130.

[17] Vgl. Tilman P. Fichter, Siegward Lönnendonker: Kleine Geschichte des SDS. Der Sozialistische Studentenbund von Helmut Schmidt bis Rudi Dutschke, Essen 2007, S.111-114.

[18] Vgl. Jens Beni>

[19] Zitiert nach Fichter/Lönnendonker: SDS, S. 116.

[20] Vgl. Beni>

[21] Vgl. Ingrid Gilcher-Holtey: Kritische Theorie und Neue Linke, in: Dies. (Hrsg.) 1968. Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1998, S. 169-175.

[22] Vgl. Michael Schwandt: Kritische Theorie. Eine Einführung, Stuttgart 2010, S. 50-58.

[23] Vgl. Max Horkheimer: Autoritärer Staat (1940), in: Schwarze Reihe 3 (1968), S. 41-80.

[24] Vgl. Lars Rensmann: Kritische Theorie über Antisemitismus. Studien zu Struktur, Erklärungspotenzial und Aktualität, Berlin und Hamburg 1998, S. 28.

[25] Vgl. Beni>

[26] Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Frankfurt am Main 2008, S. 177.

[27] Vgl. Wolfram Schütte, Adorno in Frankfurt, Frankfurt am Main 2003, S.181.

[28] Ebd. S. 153

[29] Vgl. Gilcher-Holtey: Kritische Theorie, S. 178.

[30] Frantz Fanon: Die verdammten dieser Erde. Mit einem Vorwort von Jean-Paul Sartre, Frankfurt am Main 2008, S. 18.

[31] Vgl. Andreas Eckert: Predigt der Gewalt? Betrachtungen zu Frantz Fanons Klassiker der Dekolonisation, in: Zeithistorische Forschungen; <http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208594/default.aspx#pgfId-1034785> ; letzter Zugriff 12.05.12.

[32] Vgl. Balsen/Karl Rössel: Hoch die internationale Solidarität. Zur Geschichte der Dritte Welt-Bewegung in der Bundesrepublik, Köln 1986, S.137.

[33] Überblick zum Ablauf des Krieges in Vietnam bis in die 1970er Jahre vgl. ebd., S. 130-138.

[34] Bei dem Begriff Schlüsseltexte beziehe ich mich auf Angelika Ebbinghaus: Die 68er. Schlüsseltexte der globalen Revolte, 2008.

[35] Vgl. Josef Hierlmeier: Internationalismus. Eine Einführung in seine Ideengeschichte - von den Anfängen bis in die Gegenwart, Stuttgart 2006, S. 39-50.

[36] Vgl. ebd. S. 45

[37] Vgl. Balsen/Rössel: Solidarität, S. 116.

[38] Vgl. Ingo Juchler: Die Studentenbewegungen in den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland der sechziger Jahre. Eine Untersuchung hinsichtlich ihrer Beeinflussung durch Befreiungsbewegungen und -theorien aus der Dritten Welt, Berlin 1996, S. 80.

[39] Vgl. Fichter/Lönnendonker: SDS, S. 137ff.

[40] Klaus Vack: Mit Vietnam ist etwas explodiert; zitiert nach: Balsen/Rössel: Solidarität, S. 128.

[41] Vgl. Andrei S. Markowits: Amerika, dich hasst sich's besser. Antiamerikanismus und Antisemitismus in Europa, Hamburg 2004, S. 186-187.

[42] Hannah Arendt/Karl Jaspers, Briefwechsel 1926-1969, München 1993, S. 637; zitiert nach: Helmut König: Kein Neubeginn. Hannah Arendt, die NS- Vergangenheit und die Bundesrepublik, Göttingen 2008, hier S. 113.

[43] Vgl. Helmut König: Kein Neubeginn. Hannah Arendt, die NS- Vergangenheit und die Bundesrepublik, Göttingen 2008, S. 119.

[44] Nobert Frei: Deutsche Lernprozesse. NS-Vergangenheit und Generationenfolge seit 1945, in: Heidemarie Uhl (Hrsg.), Zivilisationsbruch und Gedächtniskultur, Insbruck 2003, S. 93.

[45] Ebd. S. 95.

[46] Norbert Frei: Hitlers Eliten nach 1945 - eine Bilanz, in: Ders. (Hrsg.), Hitlers Eliten nach 1945, München 2004, S. 285.

[47] Ebd. S. 96.

[48] Vgl. Frei: Lernprozesse, S. 89.

[49] Vgl. Shida Kiani: Zum politischen Umgang mit Antisemitismus in der Bundesrepublik. Die Schmierwelle im Winter 1959/1960, in: Stephan Alexander Glienke/Volker Paulmann/Joachim Perels (Hrsg.), Erfolgsgeschichte Bundesrepublik, Göttingen 2008, S. 115-146.

[50] Volker Paulmann: Die Studentenbewegung und die NS- Vergangenheit in der Bundesrepublik, in: Stephan Alexander Glienke/Volker Paulmann/Joachim Perels (Hrsg.), Erfolgsgeschichte Bundesrepublik, Göttingen 2008, S. 186.

[51] Vgl. Torben Fischer (Hrsg.): Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland, Stichwort: „1968“, S. 178.

[52] Vgl. Frei: Eliten, S. 294.

[53] Vgl. Paulmann: Studentenbewegung, S. 189.

[54] Vgl. Karl Christian Lammers: Die Auseinandersetzungen mit der >>braunen<< Universität. Ringvorlesungen zur NS-Vergangenheit an westdeutschen Hochschulen, in: Axel Schild/ Detlef Siegfried/ Karl Christian Lammers (Hrsg.),Dynamische Zeiten, Hamburg 2000, S.161.

[55] Vgl. Paulmann, S. 192-193.

[56] Vgl. Lammers, S. 70.

[57] Michael Schmidtke: The German New Left and National Socialism, in: Phillip Gassert/Allan E. Steinweis (Hrsg.) Coping with the Nazi Past, Washington D.C. 2006, S. 178.

Details

Seiten
43
Erscheinungsform
Erstausgabe
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783955495893
Dateigröße
244 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Erscheinungsdatum
2013 (Juli)
Note
1
Schlagworte
Postnazismus Antisemitismus 68er Bewegung Soziale Bewegung Faschismustheorie

Autor

Der Autor Daniel Schuch studierte bis September 2012 an der TU Dresden Geschichte, Politikwissenschaften und Soziologie. Seine Forschungsschwerpunkte in der Zeitgeschichte vertieft er seit dem Wintersemester 2012 im Master „Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts“ an der FSU Jena.
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Titel: Vom Antifaschismus zum Linksfaschismus? Die deutsche Studierenden-Bewegung der 1960er Jahre